Optionen Broker Vergleich: Wer echte Eurex- und US-Optionen bietet

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Bei der Suche nach einem Optionen-Broker geht es zuerst um eine Abgrenzung, nicht um einen Anbieter: Willst du echte börsengehandelte Optionen an der Eurex oder an US-Börsen handeln, oder reichen dir Optionsscheine und Knock-outs? Das sind völlig verschiedene Produkte, und sie führen zu völlig verschiedenen Brokern. Wer diese Frage falsch beantwortet, eröffnet ein Konto, mit dem sich der gewünschte Handel gar nicht abbilden lässt.
Die Kurzantwort
Für den Handel mit echten börsengehandelten Optionen an der Eurex oder an US-Börsen sind Interactive Brokers und die deutschsprachigen Anbieter auf seiner Infrastruktur die führenden Adressen: LYNX, CapTrader und Estably.
Für OTC-Optionen (Vanilla und Barrier) ist IG der bekannteste Anbieter in Deutschland.
Nicht geeignet sind Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital: Dort gibt es Optionsscheine und Zertifikate, aber keine echten Optionen.
Echte Optionen, Optionsscheine oder CFDs? Die Abgrenzung
Im deutschen Sprachgebrauch werden drei Produkte durcheinandergeworfen, die rechtlich und wirtschaftlich wenig miteinander zu tun haben. Diese Tabelle klärt es in einem Blick.
| Produkt | Wo es gehandelt wird | Wer die Gegenseite ist | Kannst du verkaufen? |
|---|---|---|---|
| Börsengehandelte Option | Terminbörse: Eurex, Cboe, CME | Zentrale Clearingstelle | Ja, auch als Stillhalter |
| OTC-Option (Vanilla, Barrier) | Außerbörslich beim Broker | Der Broker selbst | Ja, je nach Anbieter |
| Optionsschein (Warrant) | Börse Stuttgart, Frankfurt, außerbörslich | Der Emittent, meist eine Bank | Nein, nur kaufen und wieder verkaufen |
| Knock-out-Zertifikat | Wie Optionsschein | Der Emittent | Nein |
| Options-CFD | Außerbörslich beim CFD-Broker | Der Broker selbst | Ja, gehebelt |
Der entscheidende Unterschied steckt in der letzten Spalte. Bei einer echten Option kannst du die Stillhalterseite einnehmen, also Prämien vereinnahmen, indem du Optionen verkaufst. Genau darauf beruhen Strategien wie Covered Calls oder Cash Secured Puts. Mit Optionsscheinen geht das nicht, weil du dort immer nur Käufer eines von einer Bank emittierten Papiers bist. Wer eine dieser Strategien umsetzen will, braucht zwingend einen Broker mit Zugang zu Terminbörsen.
Warum fast alle deutschen Optionsbroker dieselbe Infrastruktur nutzen
Das ist der Punkt, den kaum ein Vergleich erklärt, und er verändert die Auswahl grundlegend. Der Zugang zu Terminbörsen wie Eurex, Cboe und CME setzt Clearing-Mitgliedschaften und Margin-Systeme voraus, die sich für einen Broker mit deutschem Privatkundengeschäft allein kaum rechnen. Deshalb bauen mehrere deutschsprachige Anbieter auf der Infrastruktur von Interactive Brokers auf, statt eine eigene zu betreiben.
Praktisch bedeutet das: Bei LYNX, CapTrader und Estably handelst du über dieselbe technische Basis und meist über dieselbe Handelsplattform, die Trader Workstation. Der Marktzugang ist damit weitgehend identisch. Was sich unterscheidet, sind drei Dinge:
- Der Aufschlag auf die Gebühren. Die Reseller legen auf die IBKR-Konditionen eine Marge, dafür bekommst du deutschsprachigen Service.
- Service und Sprache. Deutschsprachiger Support, deutschsprachige Schulungen und deutschsprachige Kontoeröffnung sind der eigentliche Grund, warum diese Anbieter existieren.
- Unterstützung bei der Steuer. Alle diese Konten sind nicht steuereinfach, aber die Aufbereitung der Unterlagen fällt unterschiedlich komfortabel aus.
Die Entscheidung zwischen diesen Anbietern ist also keine Entscheidung über den Marktzugang, sondern eine zwischen niedrigeren Kosten und mehr Betreuung. Wer direkt bei Interactive Brokers eröffnet, zahlt am wenigsten und bekommt am wenigsten Hilfe. Wer über einen Reseller geht, zahlt mehr und hat einen deutschsprachigen Ansprechpartner.
Die Anbieter im Vergleich
| Anbieter | Optionsart | Kosten je Kontrakt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Interactive Brokers | Börsengehandelt, über 30 Optionsbörsen | US-Optionen 0,15 bis 0,65 USD | Günstigste Direktkosten, englischsprachiger Support |
| LYNX | Börsengehandelt, Eurex und US-Börsen | Eurex 2,00 € · US ab 3,50 USD | Deutschsprachiger Service, breites Schulungsangebot |
| CapTrader | Börsengehandelt, Eurex und US-Börsen | Eurex 2,00 € · US ab 3,50 USD | Deutscher Anbieter mit BaFin-Zulassung nach WpHG |
| Estably | Börsengehandelt, Eurex und US-Börsen | Konditionen direkt beim Anbieter prüfen | Deutschsprachiger Anbieter auf IBKR-Basis |
| IG | OTC: Vanilla und Barrier Options | 0,1 Einheiten der Handelswährung je Lot | Einzige direkte BaFin-Lizenz über die IG Europe GmbH |
| DEGIRO | Eurex-Aktienoptionen, eingeschränkt | Je Markt unterschiedlich | Nur ausgewählte Eurex-Optionen, keine US-Optionsbörsen |
LYNX: börsengehandelte Optionen mit deutschem Service

LYNX ist ein niederländischer Online-Broker, der die Infrastruktur von Interactive Brokers nutzt und in Deutschland vollständig deutschsprachigen Service bietet. Handelbar sind Aktien-, Index- und Futures-Optionen an der Eurex sowie an US-Optionsbörsen wie Cboe und CME. Laut Preisverzeichnis liegt die Ordergebühr an der Eurex bei 2,00 € pro Kontrakt, an US-Optionsbörsen ab 3,50 USD pro Kontrakt.
Als Plattform steht die Trader Workstation zur Verfügung, die über 50 Ordertypen und vollständige Optionsketten mit Greeks unterstützt. Das Schulungsangebot zum Eurex-Markt ist das umfangreichste unter den deutschsprachigen Anbietern, was LYNX besonders für Einsteiger in den Optionshandel interessant macht. Die Konten werden bei Interactive Brokers Ireland geführt und fallen damit unter die irische Anlegerentschädigung.
CapTrader: deutscher Anbieter mit BaFin-Zulassung
CapTrader arbeitet ebenfalls auf der IBKR-Infrastruktur, ist aber ein deutsches Unternehmen mit eigener Zulassung nach dem Wertpapierhandelsgesetz. Die Konditionen für Optionen entsprechen weitgehend denen von LYNX: 2,00 € pro Kontrakt an der Eurex, ab 3,50 USD an US-Optionsbörsen. Auch hier ist die Trader Workstation die zentrale Plattform.
Der Unterschied zu LYNX liegt weniger in den Kosten als im Zuschnitt. CapTrader positioniert sich deutlicher auf aktive Trader und den Derivatehandel, während LYNX breiter aufgestellt ist. Wer bereits weiß, welche Strategie er handeln will, findet bei CapTrader einen Ansprechpartner, der dieselbe Sprache spricht.
Estably: der jüngste deutschsprachige Zugang
Estably ist der jüngste der deutschsprachigen Anbieter auf Basis der Interactive-Brokers-Infrastruktur und wird vor allem von Anlegern genutzt, die deutschsprachige Betreuung und gleichzeitig Zugang zu internationalen Börsen suchen. Der Marktzugang für Optionen entspricht dem der anderen Reseller, also Eurex und die großen US-Optionsbörsen.
Weil die Preisgestaltung bei den Resellern der wesentliche Unterschied ist, lohnt hier der direkte Blick ins aktuelle Preisverzeichnis, bevor du dich zwischen den drei Anbietern entscheidest. Ein Unterschied von einem Euro pro Kontrakt klingt klein, summiert sich aber bei mehrbeinigen Strategien schnell: Ein Iron Condor besteht aus vier Kontrakten, beim Öffnen und beim Schließen.
Interactive Brokers direkt: günstigste Kosten, wenig Betreuung

Interactive Brokers gehört zu den größten Online-Brokern weltweit, ist an der NASDAQ notiert und bietet direkten Zugang zu mehr als 30 Optionsbörsen. Bei US-Optionen liegen die Kommissionen je nach Tarifmodell zwischen 0,15 und 0,65 USD pro Kontrakt, also deutlich unter dem, was die deutschsprachigen Reseller berechnen.
Der Preis dafür ist die Betreuung. Der Support läuft überwiegend auf Englisch, die Kontoeröffnung ist anspruchsvoller, und die Trader Workstation gehört zu den steilsten Lernkurven im Retailmarkt. Für erfahrene Optionshändler mit hohem Kontraktvolumen ist der direkte Weg trotzdem meist der günstigste. Details in unserem Interactive Brokers Erfahrungsbericht.
IG: die OTC-Alternative

IG geht einen anderen Weg. Die angebotenen Vanilla Options und Barrier Options werden nicht an einer Terminbörse gehandelt, sondern außerbörslich direkt mit IG als Gegenpartei. Vanilla Options sind den klassischen Optionen nachempfunden und lassen sich kaufen und verkaufen, mit täglichen bis vierteljährlichen Laufzeiten. Barrier Options funktionieren wie Knock-outs: Wird die Schwelle erreicht, verfällt die Option, und der Verlust ist auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Der Vorteil liegt in der Einfachheit: eine Web-Plattform, die speziell für diesen Handel gebaut ist, und mit der IG Europe GmbH die einzige direkte BaFin-Lizenz im Feld. Der Nachteil ist strukturell: Bei OTC-Produkten ist der Broker deine Gegenpartei, es gibt keine zentrale Clearingstelle, und die Preisbildung erfolgt nicht über ein öffentliches Orderbuch. Wer standardisierte, an der Börse gehandelte Optionen sucht, ist hier falsch. Mehr in unseren IG Erfahrungen.
Termingeschäftsfähigkeit: die Hürde vor dem ersten Trade
Für den Handel mit börsengehandelten Optionen brauchst du in Deutschland die Termingeschäftsfähigkeit. Praktisch läuft das über die Kontoeröffnung: Der Broker muss dich über die Risiken aufklären und deine Kenntnisse und Erfahrungen mit derivativen Instrumenten abfragen. Wer keine nachweisbare Erfahrung hat, bekommt die Freischaltung nicht oder nur eingeschränkt.
Das ist kein Formalismus, sondern der Grund, warum Neobroker diese Produkte gar nicht erst anbieten. Rechne damit, dass die Freischaltung für Stillhaltergeschäfte, also für das Verkaufen von Optionen, an strengere Bedingungen geknüpft ist als das reine Kaufen. Die Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Anbietern.
Steuern beim Optionshandel in Deutschland
Gewinne aus Optionen gehören für Privatanleger zu den Kapitaleinkünften. Es fallen 25 % Abgeltungsteuer an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der entscheidende Punkt für diesen Vergleich: Keiner der hier genannten Anbieter für börsengehandelte Optionen ist steuereinfach. Interactive Brokers, LYNX, CapTrader und Estably führen die deutsche Steuer nicht automatisch ab, die Erklärung läuft über die Anlage KAP.
Ein wichtiger Punkt hat sich zugunsten der Optionshändler geändert: Die frühere Verlustverrechnungsgrenze von 20.000 Euro für Termingeschäfte wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 gestrichen. Vorher konnten Verluste aus Termingeschäften nur bis zu diesem Betrag verrechnet werden, was bei aktiven Optionshändlern zu absurden Steuerlasten führen konnte. Die Grundlagen stehen im Leitfaden zur Kapitalertragsteuer in Deutschland.
Rechne trotzdem mit Aufwand. Ausübungen, Andienungen, Stillhalterprämien, Währungsumrechnungen und mehrere Broker in einem Jahr machen die Dokumentation deutlich komplexer als bei einem ETF-Depot.
Fazit: Welcher Optionen-Broker passt zu wem?
Wer echte börsengehandelte Optionen an Eurex oder US-Börsen handeln will, wählt zwischen Interactive Brokers und den deutschsprachigen Anbietern auf dessen Infrastruktur. Da der Marktzugang praktisch identisch ist, entscheidet die Frage, wie viel dir deutschsprachige Betreuung wert ist. LYNX passt für Einsteiger in den Optionshandel, weil das Schulungsangebot am breitesten ist. CapTrader passt für Trader, die bereits wissen, was sie handeln. Estably ist eine Alternative für alle, die deutschsprachigen Service suchen und die Konditionen vorher vergleichen.
Wer hohes Kontraktvolumen handelt und mit englischsprachigem Support zurechtkommt, fährt direkt bei Interactive Brokers am günstigsten. Bei mehrbeinigen Strategien mit acht Kontrakten pro Position macht der Unterschied von rund 1,50 € je Kontrakt über ein Jahr einen dreistelligen Betrag aus.
Und der Vollständigkeit halber: Wenn du eigentlich Optionsscheine oder Knock-outs suchst, brauchst du keinen dieser Broker. Diese Produkte bekommst du bei praktisch jeder Depotbank und bei den meisten Neobrokern. Nur sind es eben keine Optionen.
Optionen sind komplexe Finanzinstrumente mit hohem Verlustrisiko. Beim Verkauf ungedeckter Optionen können die Verluste die eingesetzte Margin übersteigen. Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen zu Optionen-Brokern
Haftungsausschluss:
Anlegen birgt Verlustrisiken.
Dies ist keine Anlageberatung.
Die Performance aus der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Optionen und CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.