Was ist Slippage Trading und wie kann man damit handeln? | Rankia: Finanz-Community

Was ist Slippage Trading und wie kann man damit handeln?

Was ist Slippage Trading? Wer sich mit dem Online-Handel beschäftigt, ist sehr oft davon überzeugt, dass eine Bestellung zu dem Preis ausgeführt wird, der zum Zeitpunkt der Bestellung gilt.Wenn Sie also z. B. kaufen, wenn der Kurs 1.300 beträgt, wird die Order ausgeführt, wenn der Kurs 1.300 beträgt, was aber nicht der Fall ist. Es ist sehr wichtig, daran zu denken, dass der Broker, den Sie benutzen, nicht verpflichtet ist, den Auftrag zum Zeitpunkt des Kaufs zu senden, sondern den Auftrag zum besten verfügbaren Preis auszuführen.

Was ist Slippage Trading und wie kann man damit handeln?

Wie funktioniert die Slippage in der Praxis?

Wenn wir bei 1,2500 kaufen, ist es nicht offensichtlich, dass es auf der anderen Seite jemanden gibt, der bereit ist, die entgegengesetzte Operation zum gleichen Preis abzuschließen (d. h. bei 1,2500 zu verkaufen). Daher kann es vom Zeitpunkt der Auftragserteilung bis zur Ausführung einige Zeit dauern. Natürlich ist die Zeit, die verstreicht, relativ kurz, aber ausreichend, damit der Kaufkurs nach unten oder oben gehen kann. Zu diesem Zeitpunkt wird der Ausführungspreis der Order etwas anders sein als der Preis, zu dem wir die Order platziert haben. Das ist der Slippage-Effekt.

Warum tritt der Slippage-Effekt auf?

Die Ursachen für die Slippage sind vielfältig. In vielen Fällen wirken die Gründe, die wir gleich aufzählen werden, gleichzeitig.

Der erste Grund für die Slippage ist die hohe Volatilität, die auch die Hauptursache ist. In Zeiten, in denen sich der Markt schnell bewegt, kann der Bruchteil einer Sekunde zwischen der Eingabe einer Order und ihrer tatsächlichen Ausführung einen kleinen Unterschied machen. Dieser Effekt kann genau in dem Moment schwerwiegende Folgen haben, wenn grundlegende Neuigkeiten über das, was Sie kaufen, bekannt werden.

Der zweite Grund für den Slippage-Effekt ist die fehlende Liquidität auf dem Markt. Diese Bedingung kann die Zeit für die Übertragung eines Auftrags und damit seine Ausführung leicht verlängern. Mangelnde Liquidität kann eine sehr große Gefahr darstellen, wenn wir beabsichtigen, sehr große Aufträge zu platzieren, insbesondere in Situationen, in denen die Marktliquidität knapp ist.

Der dritte Grund für das Auftreten des Slippage-Effekts ist die Broker-Manipulation. Einer der von allen Tradern am meisten gehassten Gründe, denn ein nicht sehr seriöser Broker kann Aufträge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt platziert werden, absichtlich verzögern, sodass die Slippage nur dann auftritt, wenn es für ihn vorteilhaft ist. Aus diesem Grund ist es sehr sinnvoll, einen seriösen und regulierten Broker zu wählen, da dieser in einigen Fällen einen besonderen Schutz gegen die Slippage bietet.

Wie begrenzt man Slippage im Handel?

Wie wir bisher verstanden haben, tritt der Slippage-Effekt bei den Aktivitäten eines jeden Traders fast ständig auf. Wir könnten auch ableiten, dass diese Volatilität manchmal positiv und manchmal negativ ist und uns Verluste oder Gewinne einbringt, oft in kleinen Beträgen, die wir gar nicht bemerken.

In einigen Fällen kann die Slippage jedoch kontinuierlich, beständig und in extremen Fällen sogar ruinös werden. Das sind Fälle, in denen sich der Markt, nachdem wir einen Auftrag erteilt haben, plötzlich in die entgegengesetzte Richtung bewegt, in die wir den Auftrag erteilt haben. Ein sehr prominenter Fall in der Finanzwelt und für Forex-Enthusiasten bezüglich des Slippage-Phänomens war im Januar 2015.

Im Jahr 2015 fand in Bezug auf Euro und Schweizer Franken ein Ereignis statt, das den größten Enthusiasten in Erinnerung bleiben wird. In den Morgenstunden beschloss der Präsident der Schweizer Zentralbank zur Überraschung vieler Anleger, die seit drei Jahren geltende Begrenzung des Wechselkurses des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro aufzuheben. Dies war nicht nur eine Aktion, welche die Aktienmärkte zum Absturz brachte, gleichzeitig wurde beschlossen, den Einlagensatz von -0,25 % auf -0,75 % zu senken.

Innerhalb von Minuten ging diese Nachricht durch alle Märkte und ließ den Euro-Schweizer-Franken-Kurs um bis zu 30 % fallen. Es kam vor, dass viele Händler sahen, dass der Stop-Loss ausgelöst wurde, der gesetzt wurde, um ihre Investition zu schützen. Jedoch nicht zu dem von ihnen gesetzten Preis, sondern zum ersten brauchbaren Verkaufspreis, der weit von dem von ihnen gesetzten Stop-Loss entfernt war. Dies führte bei vielen Händlern zu großen Verlusten und in einigen Fällen zur Insolvenz.

Slippage ist ein Phänomen, das nicht von den Händlern, sondern von der Marktdynamik abhängt und daher nicht verhindert werden kann. Wir können jedoch, wie in der Überschrift beschrieben, dieses Phänomen einschränken, indem wir das Risiko, das es mit sich bringt, wenn es auftritt, verringern. Am anfälligsten für den Slippage-Effekt sind Scalping-Trader, weil das Auftreten dieser Situation, auch nur einmal, die Arbeit eines ganzen Tages ruinieren kann.

Wer stattdessen mittel- oder langfristige Operationen durchführt, kann die Auswirkungen eines möglichen Ausrutschers leichter abfangen. Die Dimension der betroffenen Position ist ebenfalls von grundlegender Bedeutung, denn wenn wir eine größere Position haben, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass jemand anderes den gleichen Betrag von der Gegenseite übernehmen möchte. Abschließend lässt sich sagen, dass Slippage etwas ist, mit dem jeder Trader konfrontiert wird. Sie muss in das Handelsrisiko einbezogen werden, aber es ist möglich, sie zu reduzieren und zu begrenzen, auch wenn wir sie nicht vollständig eliminieren können.

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