Geldmarkt ETF fürs Depot [kompletter Leitfaden]

Das Wichtigste in Kürze

  • Geldmarktfonds: Diese sicheren Investmentfonds legen ihr Vermögen vornehmlich in kurzfristigen Finanzinstrumenten an, wie z.B. bei Banken oder in kurzlaufenden Anleihen.
  • Alternative zum Tagesgeld: Falls du einen größeren Geldbetrag sicher und ohne viel Aufwand anlegen möchtest, bieten sich Geldmarktfonds als Alternative zum Tagesgeld an. Das ständige Wechseln zwischen Banken für die besten Zinsen entfällt.
  • Zinsentwicklung: Nach dem Zinsanstieg im Jahr 2022 haben sich auch die Geldmarktzinsen erhöht. Mit einem Durchschnittszins von ca. 3,9% im November 2023 können Geldmarktfonds wieder eine attraktive Option sein.
  • Sicherheitsaspekt: Geldmarktfonds stellen eine sichere Komponente in deinem Anlageportfolio dar. In unserem Ratgeber findest du heraus, wann sie für dich die richtige Wahl sind.

Geldmarktfonds waren lange Zeit weniger im Fokus von Anlegerinnen und Anlegern. Doch seit der Zinswende im Jahr 2022 gewinnen sie wieder an Beliebtheit. In diesem Leitfaden erläutern wir die Funktionsweise von Geldmarktfonds, stellen verschiedene Angebote vor und beleuchten, wann es vorteilhaft sein kann, in sie zu investieren.

Was steckt hinter Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds sind Anlagevehikel, die in den Geldmarkt investieren, ein Bereich, der für seine niedrigen Risiken bekannt ist. Diese Fonds bieten in der Regel eine höhere Rendite als die Zinsen auf hochwertige Tagesgeldkonten und sind weit über den Zinsen von Sparbüchern angesiedelt.

Der Geldmarkt wird von Banken, Unternehmen und Staaten genutzt, um sich kurzfristige Finanzmittel zu beschaffen oder temporär überschüssige Mittel anzulegen. Dabei werden untereinander Kredite mit sehr kurzen Laufzeiten vergeben, für die Zinsen gezahlt werden, die meist eng mit dem aktuellen Leitzins der Zentralbank verknüpft sind. Die Rendite eines Geldmarktfonds resultiert aus diesen Zinsen. Durch die Zinserhöhungen seit dem Sommer 2022 haben Geldmarktfonds an Attraktivität gewonnen, was in der vorherigen Phase der Null- oder Negativzinsen nicht der Fall war.

Mit einem Geldmarktfonds erhältst du die Chance, am Geldmarkt teilzunehmen und auch kurzfristig überschüssige Mittel anzulegen. Diese Fonds zeichnen sich in der Regel durch eine hohe Liquidität aus, sodass du Anteile jederzeit über die Börse veräußern oder an die Fondsgesellschaft zurückgeben kannst. Allerdings kann die Gutschrift auf deinem Girokonto, abhängig von deinem Depotanbieter, ein bis vier Bankarbeitstage in Anspruch nehmen.

Geldmarktfonds im Detail

Geldmarktfonds, die im Rahmen der EU-Verordnung von 2017 definiert sind, legen ihr Kapital in sogenannten Geldmarktinstrumenten an. Dazu gehören beispielsweise Schatzanweisungen, Termingelder oder Einlagenzertifikate, die von Banken, Unternehmen oder Staaten herausgegeben werden. Diese Instrumente dienen dem kurzfristigen Geldverleih und bringen Zinsen ein. Die Laufzeiten dieser Anlagen sind kurz und überschreiten nicht 397 Tage, also etwa ein Jahr und einen Monat.

Diese Fonds müssen ihr Kapital diversifiziert über verschiedene Anlagemöglichkeiten verteilen, wie es die EU-Verordnung vorschreibt. Dies soll die Fonds besonders krisenresistent machen, sodass Anlegerinnen und Anleger auch in turbulenten Zeiten Zugang zu ihrem Kapital haben.

Mehr Risiko mit geldmarktnahen Fonds

Geldmarktnahe Fonds bieten eine andere Möglichkeit als Geldmarktfonds, indem sie neben Geldmarktinstrumenten auch in Anleihen mit längeren Laufzeiten investieren. Diese Strategie kann zwar zu höheren Renditen führen, birgt aber auch ein größeres Risiko, besonders wenn das Zinsniveau steigt, was zu kurzfristigen Kursverlusten führen kann.

Diese Art von Fonds darf sich nicht als Geldmarktfonds bezeichnen, da sie nicht den strengen EU-Richtlinien für Geldmarktfonds entsprechen. Manchmal versuchen sie jedoch, den Anschein zu erwecken, indem sie Begriffe wie „Geldmarkt“ in ihren Namen einfügen. Es ist wichtig, die Fondsinformationen genau zu prüfen, um die tatsächliche Art des Fonds zu verstehen.

Obwohl klassische Geldmarktfonds sicher und reguliert sind, sind sie nicht immer die beste Option für Anleger, vor allem wenn sie nur zu hohen Gebühren oder nicht auf den üblichen Handelsplattformen verfügbar sind. Es gibt jedoch auch qualitativ hochwertige geldmarktnahe Fonds in Form von ETFs, die wir bei Rankia empfehlen und im entsprechenden Abschnitt vorstellen.

Währung beachten

Einige Geldmarktfonds legen in unterschiedlichen Währungen wie Euro, Dollar und weiteren an. Das kann riskant sein, da der Fonds-Ertrag stark vom Wechselkurs abhängt. Für sichere Geldanlagen sind solche Fonds daher weniger geeignet. Sie sind eher für Spekulationen auf Wechselkursentwicklungen gedacht.

Geldmarktfonds im Vergleich zu Tagesgeld

Geldmarktfonds vs. Tagesgeld: Ein Renditevergleich

Wir haben uns die Rendite eines Geldmarktfonds, den Xtrackers II EUR Overnight Rate ETF, im Vergleich zu Tagesgeldkonten angesehen. Zwischen Juli 2022 und Juni 2023 zeigte der Geldmarktfonds eine bessere Performance als der durchschnittliche Tagesgeldzins, mit einer Wertsteigerung von rund 1,7% gegenüber 0,2% beim durchschnittlichen Tagesgeldzins.

Beste Tagesgeldangebote vs. Geldmarktfonds

Interessant wird es, wenn man die besten Tagesgeldangebote betrachtet. Hier war die Rendite mit ca. 1,4% nur leicht geringer als die des Geldmarktfonds. Wer also bereit war, für bessere Tagesgeldkonditionen regelmäßig die Anbieter zu wechseln, konnte ähnlich gute oder sogar bessere Renditen erzielen, musste dafür aber auch den Aufwand des Anbieterwechsels in Kauf nehmen.

Tagesgeld zum Einstieg vertrauter

Wenn du Geldmarktfonds mit Tagesgeld vergleichst, gibt es einige Unterschiede zu beachten. Tagesgeldkonten sind vielen oft vertrauter, besonders wenn du noch kein Depot hast oder neu in der Welt der Wertpapiere bist. Ein Tagesgeldkonto funktioniert ähnlich wie ein Girokonto oder Sparbuch, ohne Kündigungsfristen – du kannst jederzeit Geld ein- oder auszahlen.

Ein großer Vorteil von Tagesgeld ist die staatliche Einlagensicherung. Sie schützt dein Geld bis zu 100.000 Euro pro Bank und bei Gemeinschaftskonten sogar bis zu 200.000 Euro. Falls die Bank insolvent geht, bekommst du dein Geld bis zu dieser Grenze zurück.

Allerdings kann Tagesgeld auch Arbeit machen, um wirklich gute Zinsen zu erhalten. Die Banken können die Zinsen täglich ändern und bieten oft höhere Aktionszinsen für Neukund*innen an, die aber meist nur für kurze Zeit gelten. Danach könntest du auf einen viel niedrigeren Standardzins fallen. Um kontinuierlich von guten Zinsen zu profitieren, musst du eventuell häufig das Konto wechseln.

Geldmarktfonds bergen ein geringes Risiko

Geldmarktfonds sind eine solide Option, um dein Geld ohne den häufigen Wechsel von Tagesgeldkonten anzulegen. Sie bieten die Chance, stets nahe an den besten Zinssätzen zu sein. Jedoch ist zu beachten, dass Geldmarktfonds ein minimales Kursrisiko tragen. Der Fondswert kann schwanken, was in Zeiten niedriger Zinsen, wie vor 2022, zu einem möglichen Verlust führen kann. Solltest du in einem solchen Moment verkaufen, könntest du eventuell einen Verlust von etwa einem Prozent erleiden – ein Szenario, das bei Tagesgeldkonten ausgeschlossen ist. Die von uns empfohlenen Geldmarktfonds zeichnen sich jedoch durch ihre Stabilität aus, und eine Niedrigzinsphase lässt sich in der Regel frühzeitig erkennen. Wir halten dich hierzu, in unserem Newsletter und über unsere App auf dem Laufenden.

Es besteht zudem das Risiko, dass Emittenten der Geldmarktinstrumente, in die der Fonds investiert, ihre Schulden nicht begleichen können. Eine staatliche Einlagensicherung, wie sie bei Tagesgeldkonten besteht, gibt es hier nicht. Allerdings ist das Risiko eines gleichzeitigen Ausfalls mehrerer Emittenten gering, da Geldmarktfonds üblicherweise nur in Unternehmen mit solider finanzieller Basis investieren. Ein umfassender Ausfall ist dennoch nicht völlig auszuschließen.

Wenn du in Geldmarktfonds investieren möchtest, gibt es einige Punkte zu berücksichtigen, wie den Handelszeitpunkt und den Vergleich von Kursen zwischen verschiedenen Handelsplätzen. Diese Details erläutern wir später genauer.

Beachte auch die anfallenden Kosten beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen. Diese Gebühren reduzieren deine Rendite und fallen jedes Mal an, wenn du Geld in den Fonds ein- oder auszahlst. Deshalb eignen sich Geldmarktfonds besonders, wenn du größere Summen anlegen und nicht ständig Transaktionen durchführen möchtest. Bei einem Depot bei einem kostengünstigen Broker können auch kleinere Summen attraktiv sein, da die Gebühren weniger ins Gewicht fallen.

Obwohl Geldmarktfonds gewisse Risiken bergen, zählen sie zu den sichersten Wertpapierarten. Das Risiko für Wertverluste schätzen wir als sehr gering ein.

Geldmarktfonds mit etwas höherem Risiko

Geldmarktfonds bieten eine bequeme Alternative zum ständigen Wechsel zwischen Tagesgeldkonten, da der Fonds selbst die Anpassungen vornimmt, um nahe an den besten Zinsen zu bleiben. Allerdings bringen sie ein kleines Kursrisiko mit sich. Der Wert eines Geldmarktfonds kann nicht nur steigen, sondern auch fallen. In der Vergangenheit, wie etwa vor der Zinserhöhung im Sommer 2022, gab es Phasen, in denen Anleger bei einem Verkauf zu niedrigen Kursen Verluste hinnehmen mussten.

Zusätzlich besteht das Risiko, dass die Emittenten der Geldmarktinstrumente, in die der Fonds investiert, in finanzielle Schwierigkeiten geraten und das geliehene Geld nicht zurückzahlen können. Im Gegensatz zu Tagesgeldkonten gibt es bei Geldmarktfonds keine staatliche Einlagensicherung. Ein gleichzeitiger Ausfall mehrerer Emittenten ist zwar unwahrscheinlich, da Geldmarktfonds in der Regel nur in solvente Schuldner investieren, doch in einer größeren Finanzkrise ist ein solches Szenario nicht völlig auszuschließen.

Beim Kauf oder Verkauf von Anteilen an einem Geldmarktfonds musst du auf verschiedene Aspekte achten, wie die richtige Handelszeit und den Vergleich der Kurse an verschiedenen Handelsplätzen. Die dabei entstehenden Kosten für den Kauf und Verkauf der Fondsanteile können deine Rendite schmälern. Deshalb lohnen sich Geldmarktfonds vor allem, wenn du größere Beträge anlegst und nicht regelmäßig Geld ein- oder auszahlst. Bei einem Depot mit niedrigen Ordergebühren können sich Geldmarktfonds auch für kleinere Anlagesummen eignen.

Trotz dieser Risiken zählen Geldmarktfonds zu den sichersten Wertpapieranlagen. Das Risiko von Wertverlusten ist gering, aber vorhanden.

Ein Geldmarkt-ETF passt zu dir, wenn du…

  • bereits Erfahrungen an der Börse gesammelt hast oder dies vorhast und ein Depot besitzt.
  • dich auf etablierte Finanzindikatoren wie den Marktzins verlässt, etwa bei Staatsanleihen oder Interbankenzinsen, statt auf Bankzinsangebote.
  • bereits einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto angelegt hast. Der Geldmarktfonds dient als sicherer Baustein deiner Anlagestrategie.
  • über ein Vermögen von mehr als 100.000 Euro verfügst und dieses nicht auf verschiedene Banken verteilen möchtest, um innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung zu bleiben.

Ein Tagesgeldkonto eignet sich besser für dich, wenn du…

  • dich noch nicht mit Themen rund um Depot und Aktienhandel auseinandergesetzt hast.
  • dich bei der Nutzung eines Bankkontos sicherer fühlst als bei einem Investmentfonds.
  • großen Wert auf die gesetzliche Einlagensicherung legst und dein Guthaben die Grenze von 100.000 Euro pro Bank und Kunde nicht überschreitet.
  • häufig Geldbeträge ein- und auszahlen möchtest. Bei einem ETF würdest du in diesem Fall jedes Mal Handelsgebühren zahlen, die jedoch bei einem Depot mit niedrigen Gebühren weniger ins Gewicht fallen.

Natürlich kannst du auch eine Kombination aus Geldmarktfonds und Tagesgeldkonto als Strategie nutzen. Du könntest zum Beispiel deinen Notgroschen und zusätzliches Geld auf einem leistungsstarken Tagesgeldkonto parken. Gleichzeitig könntest du in einen Geldmarkt-ETF über einen monatlichen Sparplan investieren. Wir haben einige passende Fonds für dich ausgesucht.

Welche Geldmarktfonds performen am besten?

Anstelle von aktiv verwalteten Geldmarktfonds, die oft wenig Einblick in ihre Anlagestrategien bieten, erscheinen Indexfonds (ETFs) als eine transparente und kostengünstige Wahl. Diese werden von den Anbietern nicht explizit als Geldmarkt-ETFs klassifiziert, sondern finden unter Bezeichnungen wie geldmarktnahe ETFs oder Overnight-ETFs Erwähnung. Sie ermöglichen eine einfache Teilhabe an den Erträgen des Geldmarktes. Es gibt verschiedene Optionen, die auf unterschiedliche Anlagepräferenzen zugeschnitten sind.

Euro-Short-Term-Rate-ETFs im Überblick

Euro-Short-Term-Rate-ETFs (ESTR-ETFs) ähneln den traditionellen Aktien-ETFs

ESTR-ETFs sind darauf ausgelegt, einen spezifischen Zinssatz, die Euro-Short-Term Rate (ESTR), widerzuspiegeln. Statt in einzelne Papiere zu investieren, folgen sie einem Index, ähnlich wie Aktien-ETFs, die Indizes wie den Dax oder MSCI World nachbilden.

Was ist die Euro-Short-Term Rate?

Die Euro-Short-Term Rate, berechnet von der Europäischen Zentralbank, reflektiert den durchschnittlichen Zinssatz europäischer Geldmarktgeschäfte in Euro. Dieser Zinssatz, der täglich aktualisiert wird, basiert auf den Transaktionen der 50 größten Banken Europas und bezieht sich ausschließlich auf Übernachtgeschäfte.

Wie ESTR-ETFs die Rate nachbilden

Obwohl die ESTR selbst kein Börsenindex ist, schaffen ETF-Anbieter eigene Indizes, die die täglichen Zinssatzänderungen abbilden, um eine Anlage in diese Zinssätze zu ermöglichen.

ESTR-ETFs und ihre synthetische Struktur

ESTR-ETFs, auch bekannt als Euro-Short-Term-Rate-ETFs, orientieren sich an einem speziellen Zinssatz, ähnlich wie Aktien-ETFs sich an Börsenindizes wie dem Dax oder MSCI World orientieren. Sie zielen darauf ab, die Euro-Short-Term Rate (ESTR) widerzuspiegeln, einen Zinssatz, der den durchschnittlichen Zins am europäischen Geldmarkt repräsentiert. Dieser wird täglich von der Europäischen Zentralbank ermittelt und bezieht sich auf kurzfristige Geldmarktgeschäfte in Euro. Um den ESTR nachzubilden, greifen ESTR-ETFs auf eine synthetische Struktur zurück, indem sie Swap-Geschäfte mit Banken nutzen. Dabei investieren sie in Anleihen mit längerer Laufzeit und tauschen die erzielten Erträge gegen die Entwicklung des ESTR-Index. Dies birgt zwar ein Kontrahentenrisiko, falls die Partnerbank ausfällt, jedoch ist dies bei den meisten ESTR-ETFs durch die Investition in hochsichere Staatsanleihen der Eurozone minimiert.

Überlegungen für Anleger

Für Anleger, die eine direkte Beteiligung am Geldmarkt suchen, ohne aktiv Zinsangebote von Banken verfolgen zu müssen, können ESTR-ETFs eine praktische Lösung sein. Sie bieten die Möglichkeit, von den Entwicklungen des europäischen Geldmarktzinses zu profitieren, ohne den Aufwand ständig zwischen Angeboten wechseln zu müssen. Dennoch sollten Investoren das geringfügige Risiko eines Wertverlustes und das Kontrahentenrisiko in Betracht ziehen. Für diejenigen, die dieses Risiko vermeiden möchten, könnten geldmarktnahe ETFs, die in kurzlaufende Staatsanleihen investieren, eine Alternative darstellen.

Kurzlaufende Staatsanleihen-ETFs

Anstelle von Geldmarktfonds stellen ETFs, die in deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr investieren, eine weitere Option dar. Diese zeichnen sich durch eine hohe Sicherheit aus, da ein Zahlungsausfall der Bundesrepublik Deutschland als sehr unwahrscheinlich gilt. Allerdings ist im Gegenzug oft mit einer niedrigeren Rendite zu rechnen als bei ESTR-ETFs. Dies liegt daran, dass die Zinsen für deutsche Staatsanleihen aufgrund ihrer hohen Sicherheit in der Regel etwas unter dem Geldmarktzins liegen, den die ESTR abbildet.

In dieser Kategorie werden ETFs von iShares und Deka vorgestellt. Beide zahlen regelmäßig Erträge an die Anleger aus und nutzen für die Nachbildung des Referenzindex den physischen Ansatz, indem sie die im Index enthaltenen Wertpapiere direkt erwerben. Ein Kontrahentenrisiko, wie es bei ESTR-ETFs durch den Einsatz von Swaps entstehen kann, besteht hier nicht.

Obwohl beide ETFs auf unterschiedlichen Indizes basieren, die sich aus deutschen Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr zusammensetzen, unterscheiden sie sich nur in Details voneinander. Beide gelten als gleichermaßen passend für Anleger, die einen ETF aus dieser Kategorie in Betracht ziehen.

Welche Renditen bringen Geldmarkt-ETF?

Seit der Zinswende Mitte 2022 haben Geldmarktfonds an Attraktivität gewonnen. Der Grund liegt in der Kopplung der Geldmarktzinsen an den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), welcher seitdem mehrfach angehoben wurde. Zu Beginn November 2023 beläuft sich die Euro Short-Term Rate auf etwa 3,9 Prozent jährlich, was als guter Indikator für die aktuellen Geldmarktzinsen dient.

Die Renditen von Geldmarkt-ETFs, die die Euro Short-Term Rate nachbilden, haben sich entsprechend positiv entwickelt. Ein Rückblick auf die Jahre 2021 und 2022 zeigt jedoch, dass die Fonds in dieser Zeit eine negative Rendite aufwiesen, ähnlich den Negativzinsen auf Bankkonten.

Es ist wichtig, das allgemeine Zinsniveau im Auge zu behalten. Sollten die Zinsen erneut sinken, könnte eine Umschichtung des Geldes auf ein Tagesgeldkonto ratsam sein.

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Wie erwirbst du einen Geldmarkt-ETF?

Um einen Geldmarkt-ETF zu kaufen, benötigst du zunächst ein Wertpapierdepot. Ein ideales Depot zeichnet sich durch fehlende laufende Kosten und geringe Transaktionsgebühren beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren aus. Unsere Depotempfehlungen findest du in einem übersichtlichen Broker-Vergleich.

Mit allen von uns vorgeschlagenen Depotanbietern hast du die Möglichkeit, die von uns bevorzugten Geldmarkt-ETFs zu kaufen. Du kannst dabei wählen, ob du einmalig einen bestimmten Betrag investierst oder einen Sparplan auflegst, um regelmäßig Geld anzulegen, ähnlich wie bei Aktien-ETFs.

Handel häufig über die Börse möglich

Die folgenden Geldmarkt-ETFs kannst du problemlos über deinen Broker an der Börse kaufen. Dies gilt auch für die meisten aktiven Geldmarktfonds. 

Bei der Investition in Geldmarktfonds und Geldmarkt-ETFs ist es wichtig, dass du vorzugsweise in der Zeit von 9:30 bis 17 Uhr handelst, wenn die deutsche Börse Xetra geöffnet ist. So kannst du eine hohe Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (den so genannten Spread) vermeiden. Dies ist besonders bei Geldmarktfonds von Bedeutung, da der Spread einen größeren Einfluss auf die Rendite haben kann, im Vergleich zu Aktien-ETFs, vor allem, weil Geldmarktfonds in der Regel kürzer gehalten werden und geringere Renditen bringen.

Einen Sparplan für Geldmarktfonds einrichten

Falls du nicht über einen einmalig großen Betrag verfügst, sondern planst, regelmäßig in einen Geldmarkt-ETF zu investieren, könnte ein Sparplan passend für dich sein. Du könntest beispielsweise zu jedem Monatsbeginn 100 Euro in einen Geldmarkt-ETF investieren. Der Vorteil dabei ist, dass du nicht bei jedem Mal eine Order manuell aufgeben musst und somit auf eine nahezu automatische Art und Weise sparst.

Was versteht man unter Geldmarktportfolios?

Mit dem Zinsanstieg im Sommer 2022 rückten Geldmarktportfolios, angeboten von diversen Dienstleistern wie etwa Robo-Advisorn wie Ginmon oder Zinsportalen wie Weltsparen, verstärkt in den Fokus. Diese Portfolios investieren dein Geld in deinem Namen in Geldmarktfonds. Somit übernehmen die Dienstleister die Auswahl geeigneter Fonds oder ETFs für dich.

Das Dilemma dabei ist, dass diese Anbieter über die normale Fondskosten hinaus eigene Gebühren erheben. Das führt dazu, dass du deutlich mehr zahlst als bei einer Direktinvestition in Geldmarktfonds. Während die jährlichen Kosten bei Geldmarktfonds meist zwischen 0,1 und 0,2 Prozent des Fondsvolumens liegen, belaufen sich die Kosten bei Geldmarktportfolios in der Regel auf 0,4 bis 0,6 Prozent – also mehr als das Doppelte. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro könnten über fünf Jahre hinweg bis zu 250 Euro mehr an Kosten anfallen als bei unseren empfohlenen ETFs.

Oft bleibt zudem unklar, in welche spezifischen Fonds oder ETFs investiert wird. Statt ausschließlich in Geldmarktnahe Fonds oder kurzfristige Staatsanleihen zu investieren, fließt das Geld teilweise auch in risikoreichere Wertpapiere wie Unternehmensanleihen. Dies kann zu höheren Risiken und unerwarteten Kursschwankungen führen.

Unsere Untersuchungsmethodik

Wir haben ETFs unter die Lupe genommen, die als sichere Ergänzung oder Alternative zu Tagesgeldkonten in der Geldanlage dienen könnten. Unser Fokus lag dabei auf:

  • ETFs, die den Referenzzins €STR nachbilden, sowie
  • ETFs, die einen Index für kurzfristige deutsche Staatsanleihen repräsentieren.

Bei der Auswahl von Staatsanleihen-Indizes haben wir uns auf Laufzeiten von bis zu einem Jahr konzentriert, um das Zinsänderungsrisiko zu minimieren. Die Beschränkung auf inländische Anleihen und den Ausschluss von Bundesanleihen in Fremdwährungen verringert das Währungsrisiko.

Die €STR (Euro Short-Term Rate) und der eng verwandte EONIA werden von der Europäischen Zentralbank mittels eines ausgewogenen Verfahrens berechnet und gelten als stabile, allgemein anerkannte Renditereferenzen für sichere Anlagen.

Um geeignete ETFs zu identifizieren, stützen wir uns auf:

  • für die Staatsanleihen-Fonds: eine Suche in der Datenbank von Just-ETF, gefiltert nach „Staatsanleihen und Laufzeit null bis drei Jahre“, anschließend Auswahl der ETFs mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.
  • für die €STR-Fonds: eine Suche in der Just-ETF-Datenbank, gefiltert nach „Geldmarkt“, sowie in der Datenbank der Frankfurter Börse, gefiltert nach „Geldmarkt“.

Wir wenden dieselben Filterkriterien an wie bei Aktien-ETFs:

  • Handel der Fondsanteile an einer deutschen Börse, um Nebenkosten zu verringern.
  • Verfügbarkeit der gesetzlich vorgeschriebenen Anleger-Informationen auf einer deutschsprachigen Webseite.
  • Ein Mindestalter des Fonds von fünf Jahren, um die Erfahrung des Anbieters zu gewährleisten. Eine solide Historie ist für die Bewertung der Wertentwicklung essenziell.
  • Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro, um die langfristige Rentabilität kleiner Fonds zu vermeiden, die sonst Gefahr laufen, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Für €STR-Fonds (die in der Praxis durch Swaps nachgebildet werden, weil der ETF nicht direkt am Interbankenmarkt partizipiert, um den Referenzzins zu realisieren) haben wir darüber hinaus festgelegt: Das Basisportfolio des Swaps muss sich hauptsächlich aus Euro-Staatsanleihen der Eurozone zusammensetzen. Ein kleinerer Teil kann auch in andere Staats- und Unternehmensanleihen investiert sein. Wir planen, die Basisportfolios der empfohlenen ETFs redaktionell regelmäßig zu überprüfen und bei bedeutsamen Abweichungen gegebenenfalls den Empfehlungsstatus neu zu bewerten.

Vergleich von €STR-ETFs

Name/ISINStruktur/ErtragsverwendungAuflagedatumVermögen (Mio. €)
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (LU0290358497)Synthetisch-thesaurierend25.05.20071740
Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1D (LU0335044896)Synthetisch-ausschüttend11.03.20081740
Lyxor Euro Overnight Return UCITS ETF – Acc (FR0010510800)Synthetisch-thesaurierend13.09.2007771

Vergleich von Staatsanleihen-ETFs

Name/ISINStruktur/ErtragsverwendungAuflagedatumVermögen (Mio. €)
iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE) (DE000A0Q4RZ9)Physisch-ausschüttend29.07.20081577
Deka Deutsche Boerse EUROGOV® Germany Money Market UCITS ETF (DE000ETFL227)Physisch-ausschüttend16.03.2009103

Aktiv verwaltete Geldmarktfonds sowie Fonds, die dem Geldmarkt nahestehen, wurden ebenfalls analysiert, aber letztlich gemäß unserer Leitlinie für indexbasiertes Investieren anstelle von aktivem Management nicht in die engere Auswahl genommen. Dadurch bleibt der Anlageerfolg unabhängig von den Entscheidungen eines Fondsmanagements.

Zusätzliche ausschlaggebende Gründe waren:

  1. Die Investitionsrichtlinien dieser Fonds sind weniger durchschaubar als jene der ETFs, was auch durch die EU-Geldmarktfondsverordnung nicht geändert wird. Zudem investieren sie teilweise erheblich in höherriskante Wertpapiere wie Unternehmensanleihen. Wir haben solche Fonds ausgesondert, die nach Angaben von Morningstar derzeit mehr als 20 Prozent in Unternehmensanleihen anlegen.
  2. Die Kostenstruktur der Fonds ist generell komplizierter als bei ETFs. Besonders erwähnenswert ist, dass etwa die Hälfte der Fonds einen Ausgabeaufschlag veranschlagt, was die Anlage auch über mittlere Zeitspannen hinweg weniger attraktiv macht.
  3. Obwohl man Ausgabeaufschläge umgehen kann, indem man Fonds über die Börse erwirbt, zeigte ein Vergleich ihrer Handelbarkeit mit jener der in Frage kommenden ETFs, dass die aktiven Fonds weniger häufig in den Depots verfügbar sind und dort, wo sie handelbar sind, meist höhere Spreads/Handelsspannen aufweisen als unsere empfohlenen ETFs.

Die Zusammenstellung der Grundgesamtheit und die detaillierte Produktanalyse nach unseren Kriterien fanden im Juli und August 2023 statt.

FAQ

Was sind Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds sind spezielle Investmentfonds, die ihr Kapital in kurzfristige Geldanlagen investieren, zum Beispiel in Bankguthaben oder kurzlaufende Anleihen. Sie bieten eine sichere und bequeme Möglichkeit, größere Geldbeträge anzulegen, ohne dass du aktiv nach den höchsten Zinsangeboten suchen musst, wie es beim Tagesgeld der Fall ist. Ob sie eine geeignete Anlageoption für dich darstellen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Für wen eignen sich Geldmarktfonds?

Wenn du Börsenerfahrung hast oder diese sammeln möchtest und bereits ein Wertpapierdepot führst, könnten Geldmarktfonds für dich interessant sein. Voraussetzung ist zudem, dass du bereits über einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto verfügst, der für unerwartete Ausgaben vorgesehen ist. Der Geldmarktfonds könnte in diesem Fall einen stabilen Baustein deiner Geldanlage bilden. Darüber hinaus sind Geldmarktfonds eine attraktive Option, wenn du ein Vermögen von mehr als 100.000 Euro hast und dieses nicht auf mehrere Banken aufteilen möchtest, um den Schutz der gesetzlichen Einlagensicherung zu maximieren. Falls diese Voraussetzungen auf dich nicht zutreffen, könnte Tagesgeld eine bessere Option für dich sein.

Was sind die besten Geldmarktfonds?

Für die Investition in Geldmarktfonds empfiehlt Finanztip den Einsatz von Geldmarkt-ETFs, mit denen du einfach und kostengünstig an den Renditen des Geldmarktes teilhaben kannst. Unsere Empfehlungen teilen sich in zwei Kategorien: diejenigen ETFs, die die Entwicklung des Referenzzinssatzes Euro-Short-Term-Rate (ESTR) nachbilden, und jene, die in deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr investieren.

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