Swap-ETFs: Alles was du wissen musst

Swap-ETFs, auch als synthetische ETFs bezeichnet, setzen auf eine Nachbildung des Index mittels synthetischer Instrumente. Hierbei kommen Index-Swaps zum Einsatz, welche es ermöglichen, die Performance des Index äußerst genau nachzubilden. Dennoch geht die Nachbildung über einen Index-Swap mit einem potenziellen Kontrahentenrisiko einher, da sie oft von der Bonität des Kontrahenten abhängt. In diesem Beitrag erörtern wir die Natur von Swap-ETFs und beleuchten die Risiken, die mit ihnen verbunden sind.

Das Wichtigste in Kürze

➡️Swap-ETFs, auch als synthetische ETFs bekannt, replizieren ebenfalls einen Index, handeln jedoch nicht mit den exakt gleichen Wertpapieren des Index.

➡️Ein Swap-ETF erhält von seinem Tauschpartner die Performance des nachzubildenden Index und gibt im Gegenzug die Performance der im Swap-ETF enthaltenen Wertpapiere.

➡️Durch das Tauschgeschäft entsteht das Risiko, dass sich die Rendite der getauschten Anlagen stark unterscheidet oder der Tauschpartner ausfällt.

Was ist ein Swap-ETF?

Ein Swap-ETF ist ein Exchange Traded Fund (ETF), der die Performance eines bestimmten Index nicht durch den direkten Kauf der zugrunde liegenden Vermögenswerte repliziert, sondern durch den Abschluss eines sogenannten Swaps. Ein Swap ist ein Finanzinstrument, bei dem zwei Parteien gegenseitige Zahlungsströme vereinbaren, die oft auf der Basis eines festgelegten Referenzzinssatzes oder -wechselkurses berechnet werden.

Es gibt zwei Hauptarten von Indexnachbildungen bei ETFs: physische Replikation, bei der der ETF die tatsächlichen Vermögenswerte des Index erwirbt, und synthetische Replikation, bei der ein Index-Swap genutzt wird, um die Performance des Index zu replizieren. Swap-ETFs gehören zur Kategorie der synthetischen Replikation. Es ist wichtig zu beachten, dass der Einsatz von Swaps zusätzliche Risiken, insbesondere das Kontrahentenrisiko, mit sich bringen kann.

Wie funtionieren Swap-ETFs?

Ein Swap-ETF bildet wie ein herkömmlicher ETF die Entwicklung eines Index ab. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ein Swap-ETF nicht direkt in die zugrunde liegenden Vermögenswerte (z.B. Aktien) investiert, sondern einen Swap-Vertrag mit einem Swap-Kontrahenten abschließt. Durch den Swap-Vertrag erhält der börsengehandelte Indexfonds Zugang zu den Erträgen und der Performance der dem Index zugrunde liegenden Vermögenswerte, ohne tatsächlich in diese zu investieren. Swap-ETFs können eine effiziente Möglichkeit sein, in spezifische Anlageklassen oder Märkte zu investieren, die ansonsten schwer zugänglich sind.

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Wie erkennt man Swap-ETFs?

Ein Swap-ETF ist an folgenden Merkmalen zu erkennen:

  1. Der ETF gibt an, eine synthetische Replikation zu verwenden.
  2. Das Wort „Swap“ ist im Namen des ETF enthalten.
  3. In den Top Holdings des ETFs ist der Swap-Vertrag erkennbar.

Es ist essenziell zu betonen, dass nicht jeder börsengehandelte Indexfonds, der die genannten Merkmale aufweist, zwangsläufig als Swap-ETF einzustufen ist. Infolgedessen ist es empfehlenswert, den offiziellen Verkaufsprospekt des ETFs zu konsultieren, um eine präzise Bestätigung zu erhalten.

Vorteile von Swap-ETFs

Präzise Indexabbildung:
Swap-ETFs neigen dazu, einen geringeren Tracking Error aufzuweisen, was bedeutet, dass die Abweichung ihrer Performance von der zugrunde liegenden Indexperformance tendenziell minimal ist. Dies macht sie attraktiv für Anleger, die eine präzise Nachbildung des Index wünschen.

Kosteneffizienz:
Die Gesamtkostenquote (TER) bei Swap-ETFs ist in der Regel niedriger im Vergleich zu physisch replizierenden ETFs. Dies resultiert aus der kosteneffizienten Umsetzung der synthetischen Replikation durch Swaps. Niedrigere Kosten können langfristig zu höheren Renditen für Anleger führen.

Zugang zu schwer zugänglichen Märkten:
Swap-ETFs ermöglichen Anlegern den Zugang zu Märkten oder Anlageklassen, die auf physischem Wege schwer nachzubilden sind. Dies ist besonders relevant für Anleger, die in spezifische Nischenmärkte oder weniger liquide Anlagen investieren möchten.

Steuerliche Vorteile:
In einigen Fällen können Swap-ETFs steuerliche Vorteile bieten, insbesondere in Bezug auf US-Quellensteuern. Diese Vorteile können zu einer höheren Netto-Rendite für internationale Anleger führen.

Nachteile von Swap-ETFs

Kontrahentenrisiko:
Swap-ETFs unterliegen dem zusätzlichen Kontrahentenrisiko, das entsteht, wenn der Swap-Partner seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Dieses Risiko sollte von Anlegern sorgfältig berücksichtigt werden.

Transparenz:
Ein Nachteil von Swap-ETFs liegt in ihrer geringeren Transparenz im Vergleich zu physisch replizierenden ETFs. Das Basisportfolio wird oft nicht vollständig veröffentlicht, was für einige Anleger als Unsicherheitsfaktor gelten kann.

Komplexität
Swap-ETFs sind oft komplexer in ihrer Struktur, was eine erhöhte Erklärungsbedürftigkeit mit sich bringt. Anleger sollten sich dieser Komplexität bewusst sein und möglicherweise professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

Arten von Swap-ETFs

Es gibt verschiedene Arten von Swap-ETFs, die sich hauptsächlich durch ihre Struktur und Art der Umsetzung des Swaps unterscheiden. Hier sind einige der wichtigsten Arten:

Unfunded Swap ETFs

Diese Art von Swap-ETFs setzt keinen Sicherheitspool (Collateral) als Absicherung für den Index-Swap ein. Das bedeutet, dass der Swap-Partner keine Sicherheiten hinterlegt, um das Kontrahentenrisiko zu minimieren.

Funded Swap ETFs

Im Gegensatz dazu setzen Funded Swap ETFs einen Sicherheitspool ein, um das Kontrahentenrisiko zu verringern. Hierbei legt der Swap-ETF Sicherheiten wie Bargeld oder andere liquide Vermögenswerte beiseite, um im Falle von Verlusten des Swap-Partners abgesichert zu sein.

Fully Funded Swap ETFs

Diese ETFs gehen einen Schritt weiter und legen Sicherheiten in Höhe des gesamten Wertes des Index-Swaps beiseite. Dadurch wird das Kontrahentenrisiko auf ein Minimum reduziert.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Kategorien dazu dienen, das Kontrahentenrisiko zu managen, indem Sicherheiten bereitgestellt werden, um potenzielle Verluste abzufangen. Anleger sollten die spezifischen Merkmale jedes ETFs und die Details seiner Swap-Vereinbarungen im Prospekt sorgfältig prüfen.

Sind die Swap-ETFs sicher?

Die Sicherheit von Swap-ETFs ist auf einem hohen Niveau. Es werden diverse Maßnahmen ergriffen, um das Risiko von Zahlungsausfällen bei Swap-ETFs deutlich zu mindern. Abhängig vom Anbieter des ETFs wird ein oder mehrere Swap-Kontrahenten eingesetzt. Die gesetzlichen Vorschriften beschränken zudem den Gesamtwert aller Index-Swaps auf maximal 10 Prozent. Das bedeutet, dass ein Index-Swap, sobald er die 10-Prozent-Marke erreicht, zurückgesetzt werden muss. In diesem Fall wird der Wert des Swaps zwischen dem Fonds und dem Kontrahenten in bar ausgeglichen, und anschließend wird ein neuer Swap vereinbart – ein sogenannter „Swap-Reset“.

Einige Swap-ETFs setzen „Sicherheitspools“ ein, die verlangen, dass der Swap-Partner liquide Vermögenswerte als Sicherheit bereitstellt. Andere, als „Fully Funded Swap ETFs“ bekannt, gehen einen Schritt weiter und legen Sicherheiten in Höhe des gesamten Werts des Index-Swaps beiseite. Diese Maßnahmen, kombiniert mit den gesetzlichen Vorschriften, tragen dazu bei, die Sicherheit von Swap-ETFs im deutschen Finanzmarkt zu gewährleisten.

Fazit

Hier endet unser Leitfaden zu Swap-ETFs. Wir hoffen, dass du wertvolle Informationen gefunden hast, um diese Art von Finanzinstrumenten und ihre Auswirkungen auf den deutschen Markt zu verstehen. Bedenke bitte, die Vor- und Nachteile von Swap-ETFs sorgfältig zu bewerten, bevor du Investitionsentscheidungen triffst. Bei weiteren Fragen oder dem Bedarf an zusätzlicher Unterstützung zögere bitte nicht, professionelle Finanzberatung in Anspruch zu nehmen.


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