Spread im Forex Trading berechnen – Guide 2024

Das Wichtigste in Kürze:

Forex Spreads sind die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Währungspaares. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Devisenhandel, da sie die Transaktionskosten für Händler bestimmen. 

Ein enger Spread kann zu geringeren Kosten führen, während ein weiter Spread höhere Kosten bedeutet und potenzielle Gewinne beeinträchtigen kann. Daher ist es für dich als Trader wichtig, die Spreads zu verstehen, berechnen zu können und sie bei der Planung deiner Trades und Forex- Handelsstrategien zu berücksichtigen.

Was ist ein Spread beim Forex Trading?

Im Forex-Trading handelst du mit Währungspaaren und setzt auf einen steigenden oder fallenden Wechselkurs zwischen diesen beiden Währungen wie zum Beispiel Euro vs. US-Dollar. 

Möglich ist das über sogenannte Forex-Broker. Jeder Forex-Broker bietet dir immer zwei verschiedene Preise für ein Währungspaar: den Bid- und den Ask-Kurs

Der Ask-Kurs, auch genannt Verkaufskurs, ist der Preis, zu dem ein Trader eine Währung verkaufen möchte. Wenn du also eine Währung von ihm kaufen möchtest, ist der Ask-Kurs der Preis, den du dafür bezahlen musst. Er ist der höhere Preis im Währungspaar.  

Der Bid-Kurs, auch genannt Kaufkurs, ist der Preis, zu dem andere Händler bereit sind, eine Währung abzukaufen. Wenn du also eine Währung verkaufen möchtest, ist der Bid-Kurs der Preis, den du dafür erhalten wirst. Es ist der niedrigere Preis im Währungspaar.

Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen wird als sogenannter Spread bezeichnet. Sie wird auch als Bid-Ask-Spread oder zu Deutsch Geld-Brief-Spanne bezeichnet. 

Mit diesem Spread verdienen kommissionslose Broker ihr Geld. Er ist die Gebühr für die Transaktion, von daher wird auch oft vereinfachend der Begriff „Transaktionskosten“ verwendet. 

Anstatt also eine separate Gebühr für den Abschluss eines Trades zu erheben, rechnet der Broker die Kosten direkt in den Kauf- und Verkaufspreis des Währungspaares ein.

Wie berechnet man den Spread beim Forex-Trading?

Der Spread wird in der Regel in sogenannten Pips (Prozentpunkte, engl. Percentage in Points) gemessen, definiert als die kleinste Einheit der Kursbewegung eines Währungspaares. 

Vereinfacht gesagt ist ein Pip ist die kleinste Preisänderung, die ein Währungspaar erfahren kann, also eine Einheit der kleinsten Nachkommastelle. Diese wird oft zur Messung von Gewinnen oder Verlusten im Devisenhandel (Forex) verwendet. 

Im Forex-Markt wird der Preis normalerweise bis auf die vierte Dezimalstelle genau angegeben. Ein Pip ist dann die Änderung um eine Einheit in der letzten Dezimalstelle des Währungskurses.

Zum Beispiel, wenn der EUR/USD Kurs von 1,2500 auf 1,2501 steigt, hat er sich um einen Pip erhöht. Bei den meisten Währungspaaren entspricht ein Pip genau diesen 0,0001.

Zusammenhang Bid, Ask und Spread: Beispiel

bei dem der japanische Yen beteiligt ist, ist USD/JPY. Wenn du dieses Paar ansiehst, siehst du Zahlen wie 110,00/110,04. Die erste Zahl, 110,00, ist der Preis, zu dem jemand bereit ist, Dollar zu kaufen, während die zweite Zahl, 110,04, der Preis ist, zu dem jemand bereit ist, sie zu verkaufen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Preisen, in diesem Fall 4 Pips, wird als Spread bezeichnet.

Ein Beispiel für ein Währungspaar ist Euro und Britisches Pfund (EUR/GBP). Wenn du die Notierung der Kurse siehst, zum Beispiel 0,8780/0,8782, bedeutet die erste Zahl, 0,8780, den Ask-Preis, zu dem jemand bereit ist, dir Euros zu verkaufen.

Die zweite Zahl, 0,8782, ist der Bid-Preis, zu dem jemand bereit ist, dir Euros abzukaufen. Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen, in diesem Fall 2 Pips, ist der Spread.

Was ist Forex-Trading und Devisenhandel überhaupt?

Fragst du dich, was Forex-Trading und Devisenhandel überhaupt sind  und worüber wir hier gerade reden?

Das Forex Trading, auch bekannt als Foreign Exchange, FX-Trading oder Devisenhandel, ist einer der größten Finanzmärkte der Welt. 

Hier können Trader weltweit durch das Setzen auf ein Fallen oder Steigen verschiedener Währungs-Umrechnungskurse eines sogenannten Währungspaares und damit von globalen Währungsschwankungen profitieren. 

Wenn du mehr zum Forex-Trading  und seinen Risiken erfahren möchtest, lies’ gerne unseren Artikel hierzu. 

Forex Trading Begriffe

Da in der Welt des Forex Trading mit besonders viel Fachjargon umhergeworfen wird, erklären wir dir hier tabellarisch und zusammenfassend die wichtigsten Begriffe, die wir hier bereits benutzt haben: 

BegriffDefinition
Ask-KursAsk-Kurs, auch genannt Verkaufskurs, ist der Preis, zu dem ein Trader eine Währung verkaufen möchte. Wenn du also eine Währung von ihm kaufen möchtest, ist der Ask-Kurs der Preis, den du dafür bezahlen musst. Er ist der höhere Preis im Währungspaar.  
Bid-KursBid-Kurs, auch genannt Kaufkurs, ist der Preis, zu dem andere Händler bereit sind, eine Währung abzukaufen. Wenn du also eine Währung verkaufen möchtest, ist der Bid-Kurs der Preis, den du dafür erhalten wirst. Es ist der niedrigere Preis im Währungspaar.
SpreadDer Spread berechnet sich aus der Differenz zwischen Ask- und Bid-Preis einer Währung. Er stellt die Gewinnmarge dar und auf ihn wird eine Gebühr des Brokers erhoben.
LeverageLeverage, zu Deutsch Hebel, vervielfacht den Gewinn oder auch den Verlust eines Trades um einen zuvor festgelegten Faktor. Broker bieten Tradern verschiedene Hebel an, die sie nutzen können. Je nach Größe des Hebels müssen entsprechende Sicherheiten (Margins) hinterlegt werden. Mit Leverages lassen sich im Forex Trade sehr hohe Renditen sowie sehr hohe Verluste erzielen, sie sollten also stets mit Vorsicht betrachtet werden.
PipPip, was auf Englisch price interest point bedeutet, ist die Einheit, mit der die Preisänderung eines Währungspaares angegeben werden kann.

Welche Arten von Spreads gibt es im Forex-Handel?

Die Spreads, die auf den Online-Trading Plattformen und von den Brokern festgelegt werden, sind individuell verschieden und richten sich danach, wie der Forex-Broker Geld verdient.

Generell lassen sich Sreads in zwei Arten unterteilen: Fixed vs. Variable (oder floating)  Spreads. 

Fixed Spreads werden in der Regel von Brokern angeboten, die als Market Maker oder unter dem „Dealing Desk“-Modell arbeiten, während Variable Spreads von Brokern angeboten werden, die ein „Non-Dealing Desk“-Modell betreiben.

Was sind Fixed Spreads?

Fixed Spreads bleiben immer gleich, unabhängig davon, wie sich die Marktbedingungen entwickeln. Unabhängig davon, ob der Markt volatil ist oder  nicht, bleibt der Spread gleich.

Feste Spreads werden von Brokern angeboten, die als Market Maker oder „Dealing Desk“-Modell arbeiten.

Bei einem „Dealing Desk“ kauft der Broker selbst große Positionen und bietet diese anschließend in kleinerem Umfang den Tradern zum Kauf an.

Vor- und Nachteile von Fixed Spreads

Wenn du mit Fixed Spreads handelst, brauchst du weniger Kapital um mit dem Handel zu beginnen. Zudem kannst du die Transaktionskosten leichter berechnen. Da die Spreads sich nie verändern, weißt du immer genau, wie viel du zahlen musst und wie viel du dir leisten kannst, wenn du einen Trade eröffnest.

Allerdings kann es beim Handel mit Fixed Spreads häufig zu Kursschwankungen kommen,da die Preisfestsetzung nur von einer einzigen Partei, nämlich deinem Broker, stammt. Wenn der Devisenmarkt volatil ist und sich die Preise schnell ändern, kann der Broker den Fixed Spread trotzdem nicht erweitern, um ihn an die aktuellen Marktbedingungen anzupassen. 

Ein weiteres Problem ist die Kursabweichung. Wenn sich die Kurse schnell bewegen, kann der Broker den festen Spread nicht aufrechterhalten. Der Kurs, zu dem du letztendlich in den Handel einsteigst, kann sich stark vom geplanten Einstiegskurs unterscheiden. 

Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Vor- und Nachteile von Fixed Spreads:

Vorteile Fixed SpreadsNachteile  Fixed Spreads
Geringerer KapitalbedarfKursschwankungen können häufig auftreten
Berechenbare TransaktionskostenEinschränkungen bei volatilen Marktbedingungen
Evtl. schlechtere Preise als gewünscht
Abweichungen vom geplanten Einstiegskurs sind möglich

Was sind Variable Spreads?

Variable Spreads ändern sich ständig, sie sind also variabel. Anders als bei Fixed Spreads variiert die Differenz zwischen den Ask- und Bid-Kursen von Währungspaaren ständig.

Diese Spreads werden von sogenannten Non-Dealing-Desk-Brokern angeboten. Diese beziehen ihre Währugen und Preise von mehreren Liquiditätsanbietern und geben diese an die Trader weiter. Dadurch haben sie keine Kontrolle über die Spreads. 

Stattdessen ergeben sich die Variablen Spreads aus dem Gesamtmarkt, aus Angebot und Nachfrage, sowie der allgemeinen Marktvolatilität. Wenn auf dem Markt die Liquidität abnimmt, weiten sich die Spreads oft aus.

Vor- und Nachteile von Variablen Spreads

Der Handel mit variablen Spreads birgt kein Risiko für Requotes. Requotes treten auf, wenn ein Broker den Trader benachrichtigt, dass der angeforderte Preis für eine Transaktion nicht verfügbar ist und stattdessen ein neuer Preis angeboten wird. 

Dies geschieht normalerweise in schnelllebigen Märkten oder wenn der Marktvolatilität hoch ist. Requotes können dazu führen, dass du einen schlechteren Preis erhältst als erwartet oder dass die Order abgelehnt wird. 

Da sich die Spreads entsprechend den Marktbedingungen ändern, wird dies auch in den Preisänderungen berücksichtigt und es herrscht in der Regel eine transparentere Preisgestaltung vor.

Variable Spreads sind nicht ideal für Scalper, da sich die ausgeweiteten Spreads schnell auf die Gewinne auswirken können. Selbiges gilt fürs Nachrichten- oder Signal Trading.  Wenn du mehr zum Scalping Trading erfahren möchtest, lies’ gerne unseren Artikel hierzu. 

Vorteile Variable SpreadsNachteile Variable Spreads
Keine RequotesNicht ideal für Scalper
Transparentere PreisgestaltungProbleme für Nachrichten- und Signal händler
Bessere Wettbewerbsposition

Spread-Kosten berechnen

Wenn du die Spread-Kosten berechnen möchtest, benötigst du zwei wesentliche Informationen: den Wert pro Pip und die Anzahl der gehandelten Lots. 

Ein Lot ist eine Standardmaßeinheit im Forexhandel, die die Menge einer bestimmten Währung darstellt, die gehandelt wird. Die Größe eines Lots repräsentiert in der Regel 100.000 Einheiten der Basiswährung eines Währungspaares. Es ist also nichts anderes als eine Einheit, um die Positionsgröße im Forex anzugeben. 

Angenommen, du handelst das Währungspaar GBP/USD, und der Spread beträgt 1,2 Pips. Der Wert pro Pip für dieses Paar beträgt 10 USD. Wenn du also ein Mini-Lot (10.000 Einheiten) handelst, multiplizierst du den Spread (1,2 Pips) mit dem Wert pro Pip (10 USD). Das ergibt Transaktionskosten von 12 USD für die Eröffnung des Handels.

Wenn du die Spread-Kosten berechnest, kannst du besser abschätzen, wie sich deine Handelsentscheidungen auf deine Gesamtkosten auswirken.

Zusammenfassung: Forex-Spreads

Der Forex Spread ist ein wesentlicher Bestandteil deiner Kalkulationen im Devisenhandel. Er ist die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Währungspaares und hat zwei Hauptarten: Fixed und Variable Spreads.

Die Berechnung der Spread-Kosten ermöglicht es dir als Trader, die Auswirkungen der Spreads auf deine Handelsentscheidungen besser zu verstehen und deine Gesamtkosten zu kalkulieren. Nur so kannst du feststellen, ob deine Gewinnchancen dein Risiko rechtfertigen, welchen Broker du wählen solltest und wie viel von deinem Profit dir am Ende überhaupt bleibt. 

Quellenverzeichnis

1. Behr, M.L. (2001). Der Handel an der Deutschen Terminbörse (DTB). In: Insiderhandel und Optionspreisspannen. DUV : Psychologie. Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-663-08057-2_4 

2. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). (2024). Risiken im Fokus. Verfügbar unter: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/Fokusrisiken/fokusrisiken_node.html 

3. Bundeskriminalamt (BKA). (2018). BaFin und BKA warnen vor Abzocke bei Geldanlagen im Internet. Verfügbar unter: https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Warnhinweise/181204_OnlineGeldanalage.html 

4. Deutsche Bundesbank. (2022). Devisenhandel und Geschäfte in Derivaten in Deutschland mit deutlichem Geschäftszuwachs. Pressemitteilung. Verfügbar unter: https://www.bundesbank.de/de/presse/pressenotizen/devisenhandel-und-geschaefte-in-derivaten-in-deutschland-mit-deutlichem-geschaeftszuwachs-899242 

5. Mir Yazdi, S.H., & Lashkari, Z.H. (2013). Technical Analysis of Forex by MACD Indicator. International Journal of Humanities and Management Sciences (IJHMS), 1(2). Verfügbar unter: https://c.mql5.com/forextsd/forum/219/Technical%20analysis%20of%20Forex%20by%20MACD%20Indicator.pdf


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