Ist Forex Trading gefährlich? Wie du dich vor Risiken und Betrug schützt

Das Forex Trading, auch bekannt als Foreign Exchange, FX-Trading oder Devisenhandel, ist einer der größten Finanzmärkte der Welt.  Hier können Trader weltweit durch das Setzen auf ein Fallen oder Steigen verschiedener Währungs-Umrechnungskurse und globalen Währungsschwankungen profitieren.

Das Geschäft gilt als riskant und wie bei jedem Investment gibt es auch hier Gefahren, denen du dir bewusst sein solltest. In diesem Artikel werden wir dir alle Grundlagen erklären und der Frage auf den Grund gehen: Ist Forex Trading gefährlich? Und wie kannst du dich vor Betrug und Verlusten schützen?

Ist Forex Trading gefährlich?

Die Antwort lautet, wie so oft: Ja und nein. Bevor wir uns mit den potenziellen Gefahren des Forex Handels befassen, ist es wichtig zu verstehen, was der Devisenhandel überhaupt ist, wie er funktioniert und welche Risiken es gibt. Für diese Risiken wird dir der Artikel später Strategien an die Hand geben, die dich bestmöglich vor den Gefahren schützen.

Definition und Beispiel: Was ist Forex Trading?

Kurz gesagt, werden am Forex-Markt Währungen und ihre Kurse gehandelt. Im Forex Trading werden sogenannte Währungspaare, wie beispielsweise Euro und US-Dollar (EUR/USD) oder Britisches Pfund und Japanischer Yen (GBP/JPY), gehandelt. Der Investor tauscht eine Währung des Währungspaares gegen die jeweils andere Währung, in der Hoffnung, von Kursbewegungen zu profitieren.

Hier ist ein einfaches Beispiel für einen Forex-Trade:

Nehmen wir an, dass der Euro/US-Dollar Wechselkurs aktuell bei 1,15 steht.  Ein Trader glaubt, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar bald stärker werden wird. Basierend auf dieser Annahme entscheidet er, 10.000 Euro zu kaufen.  Das bedeutet auf dem Devisenmarkt, dass der Trader eine Kaufposition (Long) für „EUR/USD“ beim Stand 1,15 eröffnet und dadurch gleichzeitig Euro gekauft und US-Dollar verkauft werden.

Wenn nach einiger Zeit der EUR/USD Wechselkurs tatsächlich auf 1,16 steigt, kann der Trader die Position mit Gewinn schließen. Durch den Verkauf der 10.000 Euro erhält er jetzt 11.600 US-Dollar. Da er ursprünglich nur 11.500 US-Dollar ausgegeben hatte, beträgt der Gewinn nun 100 US-Dollar. Dieses Prinzip lässt sich für diverse Währungspaare anwenden und bei entsprechendem Kapital auch im großen Stil durchführen.

Forex Trading: Hintergrund

Wenn du dir jemals als Tourist im Ausland überlegt hast, welche Geldmenge du am besten wann umtauschen solltest, ob du lieber noch wartest, oder in welcher Währung du am besten zahlen solltest, hast du bereits ein wenig ins Forex Trading hineingeschnuppert, ohne es zu wissen.

Im großen Stil findet der weltweite Devisenhandel zwischen einem Netzwerk von Banken, Brokern und Spekulanten statt. Im Gegensatz zu einer Börse gibt es keine zentrale Stelle für diese Geschäfte. Stattdessen findet der Markt außerbörslich zwischen zwei Parteien statt. Das bedeutet, dass FX fast rund um die Uhr, außer am Wochenende, und überall auf der Welt gehandelt werden kann. Die Trader gehen hierbei Long- oder Short-Positionen ein, je nachdem, ob sie erwarten, dass der Wert einer Währung im Vergleich zur anderen Währung steigt oder fällt.

Wie kannst du mit Forex handeln?

Die meisten Forex Trader nutzen Online-Broker, die Devisen-Trades über spezielle Software oder Apps ermöglichen. Es gibt allerdings viele verschiedene Möglichkeiten, am FX-Handel teilzunehmen, zum Beispiel auch über Banken, spezialisierte Forex Broker oder Plattformen. Und genau hier kommt auch schon die erste Gefahr, das Betrugsrisiko, ins Spiel. Hierzu erklären wir dir später mehr.

Die wichtigsten Begriffe im FX-Handel

Bevor du mit dem Forex Trading beginnst und seine Risiken verstehst, solltest du einige grundlegende Begriffe kennen. Hier sind die wichtigsten:

BegriffDefinition
Ask-KursAsk-Kurs, auch genannt Verkaufskurs, ist der Preis, zu dem ein Trader eine Währung verkaufen möchte. Wenn du also eine Währung von ihm kaufen möchtest, ist der Ask-Kurs der Preis, den du dafür bezahlen musst. Er ist der höhere Preis im Währungspaar.  
Bid-KursBid-Kurs, auch genannt Kaufkurs, ist der Preis, zu dem andere Händler bereit sind, eine Währung abzukaufen. Wenn du also eine Währung verkaufen möchtest, ist der Bid-Kurs der Preis, den du dafür erhalten wirst. Es ist der niedrigere Preis im Währungspaar.
SpreadDer Spread berechnet sich aus der Differenz zwischen Ask- und Bid-Preis einer Währung. Er stellt die Gewinnmarge dar und auf ihn wird eine Gebühr des Brokers erhoben.
LeverageLeverage, zu Deutsch Hebel, vervielfacht den Gewinn oder auch den Verlust eines Trades um einen zuvor festgelegten Faktor. Broker bieten Tradern verschiedene Hebel an, die sie nutzen können. Je nach Größe des Hebels müssen entsprechende Sicherheiten (Margins) hinterlegt werden. Mit Leverages lassen sich im Forex Trade sehr hohe Renditen sowie sehr hohe Verluste erzielen, sie sollten also stets mit Vorsicht betrachtet werden.
PipPip, was auf Englisch price interest point bedeutet, ist die Einheit, mit der die Preisänderung eines Währungspaares angegeben werden kann.

Forex Risiken: Vor diesen Gefahren musst du dich schützen

Obwohl der Forex Markt attraktive Renditen bieten kann, birgt er auch bestimmte Risiken, denen man sich bewusst sein sollte. Nicht umsonst hat Forex-Trading den Ruf, schnell gefährlich werden zu können. Hier sind die häufigsten Risikoquellen aufgelistet:

Betrug im Forex Trading

Einer der größten Risikofaktoren im Forex Handel ist der Betrug. Es gibt viele betrügerische Broker und Unternehmen, die Trader ausnutzen und ihnen falsche Versprechungen machen. Darunter fallen unter anderem gefälschte Plattformen oder das unseriöse und intransparente Anzeigen von Gebühren, Preisen oder Ausführungsbedingungen. Einige Betrüger nutzen das sogenannte Ponzi-Schema oder ein Schneeballsystem, bei dem die Gewinne der älteren Investoren mit den Einzahlungen der neueren Investoren finanziert werden, bis das System schließlich zusammenbricht.

Oft werden außerdem sehr risikoreiche Anlagestrategien beworben, ohne die Anleger über die damit verbundenen Gefahren aufzuklären. Auch die Verwendung von unseriösen und aggressiven Werbemethoden, wie etwa „garantierten“ Renditen oder vermeintlich prominenten Partnern, sollten dich hellhörig werden lassen.

So schützt du dich vor Verlusten durch Forex-Betrug

Es ist wichtig, aus den Betrugsfällen anderer zu lernen und sich über seriöse Broker zu informieren, bevor man mit dem Trading beginnt. Recherchiere gründlich und überprüfe die Lizenzierung und Regulierung der Broker, um sicherzustellen, dass sie vertrauenswürdig sind. Des Weiteren kannst du auf Online-Bewertungen und die Erfahrungen anderer Trader achten.

Die folgenden Schritte helfen dir, dich vor Betrug im FX-Geschäft zu schützen:

Wähle einen regulierten und lizenzierten Broker, sei skeptisch gegenüber unrealistischen Versprechungen, informiere dich über die Risiken des Forex Handels und fange auf keinen Fall mit zu großen Investments oder zu hohen Hebeln an. Im Idealfall übst du zuerst mit einem Demokonto, bevor du später „echtes“ Geld auf Währungsschwankungen setzt.

Was tun, wenn ich betrogen wurde?

Wenn du glaubst, Opfer eines Anlagebetrugs geworden zu sein, ist es entscheidend, schnell zu handeln. Dies birgt die Chance, aber nicht die Garantie, verlorene Gelder zurückzugewinnen. Das Beauftragen eines spezialisierten Anwalts kann hier empfehlenswert sein. Nötige Schritte können die Einreichung einer Klage oder die Kommunikation mit Banken und Zahlungsdienstleistern, welche Zahlungen stoppen können, umfassen. Es ist wichtig, einen Betrugsfall oder Verdacht den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Diese kooperieren oft international, um Betrüger zu verfolgen.

Risiko Nachschusspflicht

Ein weiteres Risiko beim Forex Trading ist die Nachschusspflicht, auch bekannt als Margin Call, bei der ein Trader Hebel (Leverage) benutzt und dadurch mehr Geld verlieren kann, als er auf seinem Handelskonto hat. Dies kann zu ungeahnten Verlusten führen und sollte unbedingt vermieden werden.

Die Nachschusspflicht wird zwischen einem Trader und seinem Broker im Zusammenhang mit gehebelten Finanzprodukten vereinbart. Wenn ein Trader eine Position eröffnet und einen Hebel verwendet, leiht er sich sozusagen Geld vom Broker, um größere Positionen zu handeln, als er tatsächlich Kapital auf seinem Konto hat. Unter bestimmten Bedingungen kann das dazu führen, dass ein Trader dann auch mehr Geld verliert, als er auf seinem Konto hat. Aus diesem Grund haben einige Länder Maßnahmen ergriffen, um die Nachschusspflicht zu beschränken oder sogar zu verbieten.

Trading Risiken minimieren

Wie bei jeder Trading-Strategie solltest du dir auch beim Forex Handel der Risiken bewusst sein. Dazu gehören neben den allgemeinen Empfehlungen, wie beispielsweise der Verwendung von Stop-Loss-Orders, um Verluste zu begrenzen, oder der Empfehlung, niemals mehr Geld zu investieren, als du dir leisten kannst zu verlieren, auch Maßnahmen, die speziell für Forex Trader relevant sind.

Diese umfassen eine besondere Wachsamkeit vor Betrügern, welche in diesem Geschäft leider besonders häufig anzutreffen sind, ein Bewusstsein über riskante und teils unerwartete Währungsschwankungen durch Krisen oder ähnliches, sowie das Gefahrenpotential von hoher Leverage und etwaigen Konsequenzen wie beispielsweise der Nachschusspflicht. Damit verbunden sind Verluste, die gegebenenfalls sogar unter dem eigenen Kontostand liegen können.

Forex Trading: Vor- und Nachteile

Bevor du dich für das Forex Trading entscheidest, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen und sich gegebenenfalls erst einmal in einem Demokonto auszuprobieren. Im Folgenden findest du eine Liste der größten Vor- und Nachteile des Forex Trading.

Vorteile des Forex Trading

Ein Vorteil des Devisenhandels ist vor allem die hohe Liquidität des Marktes. Des Weiteren führt seine Volatilität zur Chance auf schnelle und hohe Gewinne. Als Trader hast du die Möglichkeit, deine Schätzungen basierend auf globalen Wirtschaftsnachrichten direkt in die Tat umzusetzen und davon zu profitieren. Dies ist außerdem zeitlich und örtlich ungebunden und fast rund um die Uhr möglich. Dadurch bietet der Forex Markt ein höheres Maß an Flexibilität und Zugänglichkeit als viele andere Märkte.

Nachteile des Forex Trading

Die zuvor genannte hohe Volatilität ist ein zweischneidiges Schwert und kann natürlich ebenso zu hohem Risiko und schnellen Verlusten führen. Dies wird durch Leverage und Nachschusspflichten nur noch gesteigert.

Der Forex Markt bietet zudem ein besonders lukratives Business für Betrüger und unregulierte Broker mit Schneeballsystemen, welche nicht nur unerfahrene Trader anlocken. Der Markt erfordert ein gewisses Maß an Fachwissen und Erfahrung, um diese Risiken zu minimieren.

Fazit: Forex Trading kann, aber muss nicht gefährlich sein

Abschließend lässt sich sagen, dass Forex Trading sowohl große Chancen als auch große Risiken birgt. Indem du dich gut informierst, eine klare Handelsstrategie entwickelst und vorsichtig bleibst, kannst du die Gefahren minimieren und das volle Potenzial des Devisenhandels nutzen. Denke daran, dass Information und Vorsicht die besten Mittel sind, um dich vor Betrug und Verlusten zu schützen.

Auch in der Welt des Forex Tradings gibt es wie immer keine Garantien. Doch mit der richtigen Herangehensweise kannst du die Wahrscheinlichkeit erhöhen, erfolgreich zu sein und Profite zu generieren.

Quellenverzeichnis

1. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). (2020). CFD-Handel: BaFin veröffentlicht Leitlinien. Verfügbar unter: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2020/meldung_2020_09_01_Leitlinien_zur_Allgemeinverfuegung_CFD.html

2. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). (2024). Risiken im Fokus. Verfügbar unter: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/Fokusrisiken/fokusrisiken_node.html

    3. Deutsche Bundesbank. (2022). Devisenhandel und Geschäfte in Derivaten in Deutschland mit deutlichem Geschäftszuwachs [Pressemitteilung]. Verfügbar unter: https://www.bundesbank.de/de/presse/pressenotizen/devisenhandel-und-geschaefte-in-derivaten-in-deutschland-mit-deutlichem-geschaeftszuwachs-899242

      4. Fatouros, G., Makridis, G., Soldatos, J., Ristau, P., Monferrino, V. (2022). Addressing Risk Assessments in Real-Time for Forex Trading. In: Soldatos, J., Kyriazis, D. (eds) Big Data and Artificial Intelligence in Digital Finance. Springer, Cham. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-030-94590-9_9

        5. Zengeler N, Handmann U. (2020). Contracts for Difference: A Reinforcement Learning Approach. Journal of Risk and Financial Management, 13(4), 78. Verfügbar unter: https://doi.org/10.3390/jrfm13040078.


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