Trading 212 Steuern in Deutschland: Was ändert sich 2026?

Trading 212 ist eine beliebte Plattform für den Handel mit Aktien, ETFs und CFDs. Erfahre, wie die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland funktioniert und wie du Steuern optimieren kannst.
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Trading 212 führt seit dem 05.01.2026 für deutsche Steuerresidenten Steuern automatisch ab, aber nur, wenn dein Konto über Trading 212 FXFlat läuft.

Heißt: Gewinne, Dividenden, Zinsen & Co. werden (grundsätzlich) direkt besteuert und in der App transparent ausgewiesen.

Was ist neu seit 2026 – und warum ist das für Deutsche so relevant?

Trading 212 hat in Deutschland das größte bisherige Gegenargument entschärft: den Steueraufwand. Statt „mach es selbst“ gibt es jetzt eine automatische Steuerabrechnung inklusive Übersicht in der App – und zwar in Echtzeit nach jeder Transaktion, nicht erst am Tagesende.

Für wen gilt der automatische Steuerabzug – und für wen nicht?

Die automatische Steuerabrechnung ist kein „Feature-Schalter“, den du irgendwo aktivierst – sie hängt an zwei harten Voraussetzungen: deutscher Steuerwohnsitz und Onboarding über Trading 212 FXFlat. Nur dann berechnet Trading 212 deine Kapitalertragsteuern automatisch, zieht sie ab und führt sie an die deutschen Steuerbehörden ab.

Für alle anderen Fälle gilt: keine Automatik. Wenn du nicht in Deutschland steuerlich ansässig bist, führt Trading 212 keine deutsche Kapitalertragsteuer für dich ab – dann ist es dein Job (bzw. der deines Steuerprogramms/Steuerberaters), die Gewinne korrekt zu erklären.

Welche Steuern werden automatisch einbehalten?

Trading 212 nennt für Deutschland konkret diese Abzüge: Kapitalertragsteuer (25%), Solidaritätszuschlag (5,5% auf die Kapitalertragsteuer) und ggf. Kirchensteuer (0/8/9% – je nach Bundesland/Kirchenstatus).

SteuerSatz
Kapitalertragsteuer25% auf steuerpflichtige Kapitalerträge
Solidaritätszuschlag5,5% (auf KapESt)
Kirchensteuer0/8/9% (auf KapESt) nur bei Kirchenmitgliedschaft

Wenn du die Grundlagen zur Kapitalertragsteuer einmal sauber im Überblick willst, lies zuerst hier:

So bekommst du die automatische Steuerabrechnung

Du startest in der App mit der Kontoeröffnung und gehst durch die Verifizierung. Trading 212 verlangt dafür ein kurzes Motion-Selfie, ein gültiges Ausweisdokument (typisch Personalausweis oder Reisepass) und je nach Fall zusätzlich einen Adressnachweis.

Beim Adressnachweis ist entscheidend, dass das Dokument auf deinen Namen läuft, deine vollständige aktuelle Adresse zeigt, aktuell datiert ist und nicht „zurechtgeschnitten“ wirkt; bei Papierdokumenten wird zusätzlich ein QR- oder Barcode verlangt. Akzeptiert werden u. a. Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen, Verbrauchsabrechnungen (Strom/Gas/Wasser), Steuerbescheide, Meldebescheinigung oder amtliche Schreiben.

    Sobald dein Konto steht, machst du zwei Checks:

    Erstens: Prüfen, ob du wirklich unter Trading 212 FXFlat geführt wirst. Das findest du im Menü ganz unten (Entity-Anzeige).

    Zweitens: In die Steuerübersicht gehen (Einstellungen → Tax overview / Steuerübersicht). Dort siehst du gezahlte Steuern, Verlusttöpfe und den Freistellungsauftrag.

    Trading 212 holt deine Steuer-ID automatisch beim Bundeszentralamt für Steuern anhand der Daten, die du beim Onboarding angegeben hast – und nutzt diese Steuer-ID, um deinen Kirchensteuerstatus zu ermitteln. Falls die Steuer-ID noch nicht zurückgemeldet wurde, kannst du sie in der Steuerübersicht auch manuell ergänzen.

    Freistellungsauftrag: 1.000 € oder 2.000 € – und du richtest ihn direkt in der App ein

    Der Freistellungsauftrag ist in Deutschland der simpelste Hebel, um nicht unnötig Abgeltungsteuer zu zahlen.

    Hintergrund

    Kapitalerträge bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei, wenn du den Freibetrag bei deinem Broker hinterlegt hast. Für Einzelpersonen sind das 1.000 € pro Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 € pro Jahr.

    Was viele unterschätzen: Der Freibetrag gilt nicht pro Depot, sondern insgesamt. Wenn du mehrere Depots hast (z. B. Trading 212 plus ein weiteres Depot bei einer Bank), musst du den Freistellungsauftrag sinnvoll aufteilen. Überschreitest du in Summe 1.000/2.000 €, ist das schlicht falsch und fällt im Zweifel später auf; nutzt du ihn gar nicht, wird Steuer einbehalten, obwohl du noch Freibetrag hättest – und du holst dir das dann erst über die Steuererklärung wieder zurück.

    Du öffnest in der App die Steuerübersicht, trägst dort deinen gewünschten Betrag ein (bis 1.000 € bzw. 2.000 €) und bestätigst. Ab dann gilt: Solange deine kumulierten steuerrelevanten Erträge innerhalb dieses Rahmens bleiben, wird auf diese Erträge kein Steuerabzug ausgelöst; erst wenn du den Rahmen überschreitest, greift die Abgeltungsteuer auf den darüberliegenden Teil.

    💡 Beispiel

    Gewinn von 1.000 EUR: Du nutzt 100 % deines Freistellungsbetrags. Zukünftige Gewinne werden besteuert.
    Verlust von 500 EUR: Dein Freistellungsbetrag wird wieder um 500 EUR aufgefüllt.
    Gewinn von 600 EUR: Du verbrauchst die restlichen 500 EUR deines Freistellungsbetrags. Auf die verbleibenden 100 EUR werden Steuern erhoben.

    Freistellungsauftrag Steuern Trading212

    Welche Konten und Erträge sind abgedeckt?

    Die automatische Besteuerung umfasst alle Transaktionen im Invest- und CFD-Konto, die Kapitalerträge erzeugen – explizit genannt werden: Verkauf von Aktien/ETFs, Schließen von CFD-Positionen, Dividenden und Kapitalmaßnahmen, Zinsen.


    Außerdem prüft Trading 212 bei Kapitalmaßnahmen automatisch, ob sie steuerpflichtig sind, und führt Steuern bei Bedarf ab.

    Was du trotzdem wissen musst: Vorabpauschale und „Sonderfälle“, die nicht automatisch laufen

    Erstens: Vorabpauschale für 2025. Trading 212 sagt klar: Weil die automatische Steuerabrechnung erst seit 05.01.2026 live ist, wird die Vorabpauschale für das Jahr 2025 nicht von Trading 212 verarbeitet – du musst sie selbst in der Steuererklärung angeben. Ab Steuerjahr 2026 will Trading 212 die Vorabpauschale übernehmen.

    Zweitens: Nicht alles ist ein Kapitalertrag im deutschen Sinne. Trading 212 nennt als Beispiele Fälle, in denen keine automatische Abrechnung möglich ist: bestimmte physische ETCs und Währungsgewinne aus reiner Umrechnung in den Währungskonten.

    💡 Beispiel

    Du tauschst Euro in US-Dollar. Später tauschst du diese US-Dollar wieder zurück in Euro. Dabei machst du einen Gewinn, weil sich der Wechselkurs zu deinen Gunsten verändert hat.


    Wenn du solche Dinge nutzt, kann wieder Eigenarbeit in der Steuererklärung nötig werden.

    So berechnet Trading 212 die Steuern – mit Beispiel

    Trading 212 beschreibt eine feste Reihenfolge, die für deutsche Nutzer extrem relevant ist: erst Gewinnermittlung (FIFO), dann Teilfreistellung (z. B. bei Aktien-ETFs), dann Verlustverrechnungstöpfe, dann Freistellungsauftrag, dann Steuerberechnung, danach ggf. Quellensteueranrechnung.

    Ein praxisnaher Vergleich, der dir sofort zeigt, warum Freistellungsauftrag & Verlusttöpfe echte Euro-Beträge sind:

    Szenario A (sauber aufgesetzt): Du realisierst 100 € Gewinn durch den Verkauf eines Aktien-ETFs. Durch Teilfreistellung werden daraus 70 € steuerpflichtig. Du hast 20 € Verlusttopf, dadurch bleiben 50 €. Du hast noch 40 € Freistellungsauftrag übrig, dadurch bleiben 10 €. Auf diese 10 € wird Steuer berechnet und abgeführt.

    Szenario B (klassischer Fehler): Gleicher Trade, aber ohne Freistellungsauftrag/ohne Verlusttopf. Dann wären 70 € steuerpflichtig und es würden KapESt + Soli (+ ggf. Kirchensteuer) direkt einbehalten. Die Größenordnung ist klein pro Trade, aber sie summiert sich – und vor allem: Es fühlt sich in der App „teurer“ an, weil du den Abzug sofort siehst.

    Unsere Einordnung: Wie gut ist das im Vergleich zu anderen Brokern?

    Für deutsche Anleger ist die Messlatte klar: Ein „steuereinfacher“ Broker führt die Abgeltungsteuer automatisch ab, erlaubt Freistellungsaufträge und stellt eine Jahressteuerbescheinigung bereit. Genau in diese Kategorie rutscht Trading 212 mit FXFlat jetzt hinein – inklusive Freistellungsauftrag und Steuerübersicht.

    Der echte Unterschied zu vielen klassischen deutschen Brokern ist weniger „ob“ Steuern abgeführt werden, sondern wie transparent das im Alltag wirkt: Trading 212 betont die unmittelbare, transaktionsnahe Darstellung in der Steuerübersicht. Klassische Broker wie ING oder Trade Republic liefern die Jahressteuerbescheinigung zuverlässig im Folgejahr, aber die Steuerlogik ist für viele Nutzer weniger „live“ greifbar.

    Die definitive Bewertung würde ich so formulieren: Wenn du in Deutschland steuerlich ansässig bist und dein Trading-212-Konto unter FXFlat läuft, ist Trading 212 steuerlich inzwischen auf Augenhöhe mit steuereinfachen Neo-Brokern – mit dem Vorteil einer sehr direkten Steuerübersicht. Du solltest aber zwei Dinge im Hinterkopf behalten: Erstens gilt das Feature nur unter FXFlat/DE. Zweitens bleiben Sonderfälle (z. B. bestimmte Produkte oder Währungsgewinne aus reinen Umrechnungen). Und: Bei Brokern ohne deutschen Steuerabzug (z. B. eToro) bleibt die Steuerarbeit weiterhin beim Nutzer – das ist dann eine andere Liga an Aufwand.

    FAQ

    Haftungsausschluss:

    Trading 212: Um einen kostenlosen Anteil im Wert von bis zu 100 EUR/GBP zu erhalten, können Sie über diesen Link ein Konto bei Trading 212 eröffnen. Bedingungen gelten
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