Die besten Investmentfonds: Auswahl, Kosten und Alternativen

Ein aktiver Aktienfonds kostet in Deutschland oft 1,5 bis 2,3 Prozent im Jahr, ein vergleichbarer ETF rund 0,2 Prozent. Diesen Abstand muss der aktive Fonds erst verdienen. Welche Fondskategorien es gibt, wann aktives Management sich lohnt und worauf bei der Auswahl wirklich zu achten ist.
die besten Investmentfonds

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Bei der Suche nach dem besten Investmentfonds steht am Anfang eine unbequeme Rechnung. Ein aktiv gemanagter Aktienfonds kostet in Deutschland häufig zwischen 1,5 und 2,3 Prozent im Jahr, ein vergleichbarer Index-ETF rund 0,2 Prozent. Diese Differenz von etwa 1,5 Prozentpunkten fällt jedes Jahr an, unabhängig davon, ob der Fonds gut oder schlecht läuft. Ein aktiver Fonds muss sie erst einmal verdienen, bevor er überhaupt gleichauf liegt.

Das heißt nicht, dass aktive Fonds keinen Platz haben. Es heißt, dass sich die Auswahl an anderen Fragen entscheidet als an der Rendite der vergangenen drei Jahre. Dieser Überblick zeigt, welche Fondskategorien es in Deutschland gibt, welche Fonds sie jeweils abdecken und worauf es bei der Auswahl tatsächlich ankommt.

Zu den Zahlen in diesem Artikel

Renditen, Volatilität und Sharpe-Ratio verändern sich laufend und sind immer nur eine Momentaufnahme. Verbindlich sind ausschließlich das Basisinformationsblatt (PRIIPs-KID) und der aktuelle Factsheet des jeweiligen Fonds. Die hier genannten ISINs bleiben dagegen konstant und eignen sich für die eigene Recherche. Vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Aktiver Fonds oder ETF? Die Kostenfrage zuerst

Bevor es um einzelne Fonds geht, lohnt die Gegenüberstellung der laufenden Kosten. Sie ist die einzige Größe in der Fondsauswahl, die im Voraus feststeht.

Produkttyp
Typische laufende Kosten
Kosten auf 10.000 € in 20 Jahren*
Index-ETF (breiter Markt)
0,10 bis 0,25 %
rund 700 €
Aktiver Rentenfonds
0,25 bis 0,60 %
rund 1.600 €
Aktiver Mischfonds
1,20 bis 1,50 %
rund 4.100 €
Aktiver Aktienfonds
1,50 bis 2,30 %
rund 6.100 €

Die rechte Spalte ist der Grund, warum die Kostenfrage am Anfang steht und nicht am Ende. Ein aktiver Aktienfonds mit 1,89 Prozent TER muss den Markt dauerhaft um fast zwei Prozentpunkte schlagen, nur um mit einem passiven Produkt gleichzuziehen. Das gelingt einigen Fonds über einzelne Zeiträume, wenigen über lange Zeiträume und fast keinem verlässlich im Voraus erkennbar.

Sinnvoll sind aktive Fonds deshalb vor allem dort, wo es keine gute passive Alternative gibt: bei europäischen Nebenwerten, in Spezialsegmenten oder bei flexiblen Multi-Asset-Strategien. Für ein Weltportfolio aus Standardwerten ist der ETF-Sparplan in aller Regel das effizientere Werkzeug.

Fondskategorien und bekannte Vertreter in Deutschland

Die folgenden Fonds sind in Deutschland zum Vertrieb zugelassen und decken jeweils eine andere Rolle im Portfolio ab. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Empfehlung und nicht um einen Vorschlag für ein diversifiziertes Portfolio, sondern um bekannte Vertreter ihrer jeweiligen Kategorie.

Geldmarktfonds: Liquidität parken

FondsISINTypische TER
DWS EUR Liquidity LVDE0008476292rund 0,20 %
Allianz Euro GeldmarktDE0008475071rund 0,25 %
Amundi Cash EURLU1883316331rund 0,14 %

Geldmarktfonds investieren in kurzlaufende Euro-Schuldtitel hoher Bonität, meist unter sechs Monaten Restlaufzeit. Die Schwankung ist minimal, die Rendite orientiert sich eng am Geldmarktzins. Wichtig zur Einordnung: Ein Geldmarktfonds ist keine Einlage und fällt nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Er ist Sondervermögen, also bei Insolvenz des Anbieters geschützt, aber dem Marktwert ausgesetzt. Wer schlicht Geld parken will, sollte die Konditionen mit dem Tagesgeld-Vergleich gegenrechnen.

Rentenfonds: Stabilisierung im Portfolio

FondsISINSchwerpunktTypische TER
DWS Floating Rate Notes LDLU1122765560Variabel verzinste Anleihenrund 0,25 %
Allianz Euro Bond Fund ALU0256838976Euro-Staats- und Unternehmensanleihenrund 0,55 %
Nordea 1 European High Yield Opp. BP EURLU2124061800High Yieldrund 1,52 %

Floating Rate Notes sind der Sonderfall unter den Rentenfonds: Weil die Kupons regelmäßig an den Euribor angepasst werden, ist die Duration sehr niedrig und das Zinsänderungsrisiko entsprechend gering. Das Kreditrisiko der Emittenten bleibt dagegen bestehen. Bei High-Yield-Fonds ist dieses Kreditrisiko der eigentliche Renditetreiber, nicht die Laufzeit. Und bei Rentenfonds in Fremdwährung spielt die Währungsabsicherung eine deutlich größere Rolle als bei Aktienfonds, wo sich das Risiko über lange Zeiträume eher ausgleicht.

Aktienfonds: Wachstum mit aktivem Ansatz

FondsISINSchwerpunktTypische TER
JPM Europe Strategic Dividend A (acc) EURLU0169527297Europa, Dividendenstrategierund 1,75 %
Allianz Europe SelectLU0256839198Europa, Valuerund 1,50 %
Fidelity Global Technology A-EURLU0099574567Global, Technologierund 1,89 %
Alken Small Cap Europe ALU0524465548Europa, Small und Mid Capsrund 2,30 %

Hier zeigt sich die Logik der Kostenfrage am deutlichsten. Beim Fidelity Global Technology steht einem TER von 1,89 Prozent ein ETF auf denselben Sektor mit rund 0,30 Prozent gegenüber. Der aktive Fonds muss diesen Abstand jedes Jahr aufholen. Beim Alken Small Cap Europe mit 2,30 Prozent ist das Argument dagegen stärker: Europäische Nebenwerte werden von Analysten wenig beachtet, die Informationsineffizienz ist real, und eine gute Titelauswahl kann dort tatsächlich etwas bewirken.

Als Faustregel gilt: Je effizienter der Markt, desto schwerer hat es ein aktiver Fonds. Bei US-Standardwerten ist der Markt so gut abgedeckt, dass ein Kostennachteil von 1,5 Prozentpunkten kaum aufzuholen ist. Bei Small Caps, Schwellenländern oder Spezialsegmenten sieht die Rechnung anders aus.

Mischfonds: eine Lösung für alles

FondsISINAusrichtungTypische TER
DWS Multi Asset AllocationLU0145647729Flexibel globalrund 1,45 %
Allianz Vermögenskonzept BalanceDE0008471865Ausgewogenrund 1,40 %
UniRak Nachhaltig KonservativDE0009752604ESG-orientiert, defensivrund 1,20 %

Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen und Liquidität in einem Produkt und passen die Quoten je nach Marktlage an. Der Reiz liegt in der Einfachheit: ein Produkt, eine Entscheidung. Der Preis dafür sind laufende Kosten um 1,4 Prozent für eine Allokation, die sich mit zwei ETFs und einem jährlichen Rebalancing zu einem Bruchteil davon nachbauen lässt. Wer die Aufteilung nicht selbst übernehmen will, sollte den Mischfonds deshalb auch gegen einen Robo-Advisor gegenrechnen.

Indexfonds und ETFs: die passive Alternative

FondsISINIndexTypische TER
iShares Core MSCI World UCITS ETFIE00B4L5Y983MSCI Worldrund 0,20 %
Xtrackers S&P 500 UCITS ETFIE00BTJRMP35S&P 500rund 0,07 %
Amundi MSCI Europe UCITS ETFLU1681046922MSCI Europerund 0,12 %

Für die meisten Privatanleger in Deutschland bildet ein breiter Welt-ETF den Kern des Depots, ergänzt um Bausteine nach Bedarf. Welche Titel sich dafür eignen und worauf bei der Auswahl zu achten ist, steht im Beitrag zu ETFs für Einsteiger; wer zwischen Welt- und Technologieindex abwägt, findet die Gegenüberstellung unter Nasdaq 100 vs. MSCI World. Für thematische Beimischungen kommen Gold-ETFs oder S&P-500-ETFs infrage.

Garantiefonds: warum sie selten die Antwort sind

Garantiefonds sichern den Kapitalerhalt zu einem festen Laufzeitende zu und sprechen damit sehr sicherheitsorientierte Anleger an. In Deutschland sind sie deutlich seltener geworden, und das hat einen Grund: Die Garantie wird über Absicherungsinstrumente erkauft, die Rendite kosten. Was bleibt, liegt häufig unter dem, was ein schlichtes Festgeld mit vergleichbarer Laufzeit bringt, bei höheren laufenden Kosten.

Hinzu kommt, dass die Garantie nur zum Laufzeitende gilt. Wer vorher verkauft, trägt das volle Marktrisiko. Vor dem Abschluss lohnt deshalb immer der direkte Vergleich mit Festgeld und kurzlaufenden Bundesanleihen, die dasselbe Ziel ohne Fondsmantel erreichen.

So wählen Sie einen Fonds aus

  1. Beginnen Sie mit dem Risikoprofil, nicht mit dem Ranking. Legen Sie Anlagehorizont und tragbaren Verlust fest, bevor Sie Renditetabellen vergleichen. Ein Fonds, den Sie im Rückgang verkaufen, hat keine Rendite, egal wie gut er historisch lief.
  2. Prüfen Sie den maximalen Drawdown, nicht die beste Jahresrendite. Die schlechteste Phase eines Fonds sagt mehr über Ihre Durchhaltefähigkeit aus als die beste.
  3. Rechnen Sie alle Kosten zusammen. Neben der TER können Ausgabeaufschläge und Performance-Gebühren anfallen. Der Ausgabeaufschlag entfällt bei vielen Online-Brokern, bei Filialbanken häufig nicht.
  4. Vergleichen Sie mit dem passenden Index, nicht mit anderen Fonds. Ein Technologiefonds, der 18 Prozent gemacht hat, während sein Sektorindex 22 Prozent lief, hat den Markt nicht geschlagen, sondern verfehlt.
  5. Achten Sie auf die Stabilität des Managements. Wechselt das Team, ist der Track Record nur noch bedingt aussagekräftig. Die Amtszeit des Fondsmanagers steht im Factsheet.
  6. Prüfen Sie die Überschneidung mit dem, was Sie schon haben. Drei Fonds mit jeweils Apple, Microsoft und Nvidia als größten Positionen sind keine Diversifikation.

Steuern auf Fondserträge in Deutschland

Auf Erträge aus Investmentfonds fallen 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag an, effektiv rund 26,4 Prozent, zuzüglich Kirchensteuer falls zutreffend. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person bleibt steuerfrei und wird über einen Freistellungsauftrag beim Broker eingerichtet.

Zwei Besonderheiten sind bei Fonds wichtig. Erstens die Teilfreistellung: Bei Fonds mit einer Aktienquote von mindestens 51 Prozent bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds ab 25 Prozent Aktienquote sind es 15 Prozent. Das verbessert die Nettorendite von Aktienfonds gegenüber reinen Rentenfonds spürbar. Zweitens die Vorabpauschale, eine jährliche Mindestbesteuerung thesaurierender Fonds, für die zum Stichtag im Januar genügend Guthaben auf dem Verrechnungskonto liegen muss. Die Systematik erklärt der Leitfaden zur Kapitalertragsteuer in Deutschland.

Fazit

Den besten Investmentfonds gibt es nicht, und Ranglisten vergangener Renditen führen regelmäßig in die Irre, weil sie genau die Fonds nach oben spülen, deren beste Phase gerade hinter ihnen liegt. Was im Voraus feststeht, sind die Kosten, und die entscheiden über lange Zeiträume mehr als jede Managerentscheidung.

Für ein Weltportfolio aus Standardwerten ist ein breiter Index-ETF in aller Regel die effizientere Wahl. Aktive Fonds spielen ihre Stärke dort aus, wo der Markt weniger effizient ist: bei europäischen Nebenwerten, in Spezialsegmenten und bei flexiblen Multi-Asset-Ansätzen. Und bevor Sie irgendetwas auswählen, lohnt der Blick ins Basisinformationsblatt des konkreten Fonds, denn dort stehen die Zahlen, die tatsächlich gelten.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen in Fonds sind mit Risiken bis zum Kapitalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Maßgeblich sind das Basisinformationsblatt und der Verkaufsprospekt des jeweiligen Fonds.

Häufige Fragen zu Investmentfonds