Zinseszinsrechner: Endkapital, Einzahlungen und Zinsanteil berechnen

Inhalt
Trag deine Werte ein und du siehst sofort, wie viel am Ende herauskommt, wie viel davon dein eigenes Geld ist und wie viel der Zinseszins beigesteuert hat.
So liest du das Ergebnis
Der Rechner gibt dir drei Zahlen aus, und die dritte ist die interessante:
- Endkapital. Was nach Ablauf der Laufzeit rechnerisch auf dem Konto liegt.
- Einzahlungen. Die Summe aus Startkapital und allen Sparraten. Das ist das Geld, das du selbst aufgebracht hast.
- Zinsanteil. Die Differenz zwischen beiden. Dieser Teil entsteht allein dadurch, dass Erträge wieder mitverzinst werden.
Bei kurzen Laufzeiten ist der Zinsanteil klein und die Einzahlungen dominieren. Ab etwa 15 bis 20 Jahren kippt das Verhältnis, und bei sehr langen Laufzeiten macht der Zinsanteil einen größeren Teil des Endkapitals aus als alles, was du eingezahlt hast. Wenn du nur eine Zahl aus dem Rechner mitnimmst, dann diese.
Die vier Eingabefelder
Startkapital
Deine Einmalanlage zu Beginn. Sie arbeitet vom ersten Tag an und hat deshalb bei langen Laufzeiten einen überproportionalen Effekt. Wenn du kein Startkapital hast, trag einfach 0 ein. Der Rechner funktioniert auch mit reiner Sparrate.
Sparrate
Deine regelmäßige Einzahlung. Sie wirkt anders als ein höherer Zinssatz, weil sie vor allem die Einzahlungen erhöht. Der Zinseszins braucht Zeit, um das aufzuholen.
Laufzeit
Der Zeitraum, über den du das Geld liegen lässt. Von allen vier Feldern hat dieses den größten Einfluss auf das Ergebnis, weil die Verzinsung exponentiell wirkt und nicht linear.
Zinssatz
Prozent pro Jahr, also p. a. Ein Zinssatz von 5 % p. a. heißt, dass dein Kapital rechnerisch jedes Jahr um 5 % wächst, unter der Annahme eines konstanten Satzes. In der Realität schwankt das, bei Tagesgeld wie bei Aktien.
Ein Beispiel zum Nachrechnen
Angenommen, du hast 10.000 € zur Seite gelegt und kannst jeden Monat 250 € sparen. Du rechnest vorsichtig mit 5 % p. a. und setzt die Laufzeit auf 18 Jahre.
| Feld im Rechner | Wert |
|---|---|
| Startkapital | 10.000 € |
| Sparrate | 250 € monatlich |
| Laufzeit | 18 Jahre |
| Zinssatz | 5 % p. a. |
Das Ergebnis liegt bei rund 111.000 € Endkapital. Davon hast du 64.000 € selbst eingezahlt (10.000 € Startkapital plus 216 Monatsraten), der Rest von etwa 47.000 € ist Zinseszins. Anders gesagt: Für jeden Euro, den du eingezahlt hast, sind rund 73 Cent dazugekommen, ohne dass du etwas tun musstest außer warten.
Mehr sparen oder mehr Rendite? Das kommt auf die Laufzeit an
Die nützlichste Übung mit dem Rechner geht so: Nimm das Beispiel von oben und ändere jeweils nur eine Größe. Einmal 50 € mehr Sparrate, einmal einen Prozentpunkt mehr Zins. Bei 18 Jahren Laufzeit sieht das so aus:
| Variante | Endkapital nach 18 Jahren | Unterschied |
|---|---|---|
| Ausgangswerte (250 €, 5 %) | rund 111.000 € | – |
| 300 € Sparrate, 5 % | rund 129.000 € | + 18.000 € |
| 250 € Sparrate, 6 % | rund 125.000 € | + 14.000 € |
Bei 18 Jahren gewinnt die höhere Sparrate. Wiederholst du dieselbe Rechnung mit 30 Jahren Laufzeit, dreht sich das Bild: Dann bringt der eine Prozentpunkt mehr Rendite rund 57.000 € zusätzlich, die 50 € mehr Sparrate nur rund 42.000 €.
Was daraus folgt
Wenn dein Ziel in 10 bis 20 Jahren liegt, erreichst du es eher über die Sparrate als über die Suche nach der besseren Rendite. Bei Zeiträumen ab 25 Jahren kehrt sich das um, und ein Prozentpunkt weniger Kosten oder mehr Rendite wiegt schwerer als jede realistische Erhöhung der monatlichen Rate.
Welchen Zinssatz solltest du eintragen?
Es gibt keinen richtigen Wert, deshalb rechne lieber mit mehreren. Für Tagesgeld und Festgeld orientierst du dich am aktuellen Marktzins, der sich allerdings laufend ändert. Für einen breit gestreuten Aktien-ETF nehmen viele Anleger 6 bis 7 % als historischen Durchschnitt, wohl wissend, dass einzelne Jahre deutlich darüber oder darunter liegen.
Sinnvoller als eine einzelne Zahl sind drei Durchläufe: einmal pessimistisch mit 3 %, einmal mittel mit 5 %, einmal optimistisch mit 7 %. Die Spanne, die dabei herauskommt, ist ehrlicher als jede einzelne Prognose. Wer speziell für einen ETF-Sparplan plant, findet im ETF-Sparplanrechner eine auf diesen Fall zugeschnittene Variante.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
Drei Dinge fehlen in jeder reinen Zinseszinsrechnung, und alle drei schmälern das Ergebnis:
- Steuern. Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, effektiv rund 26,4 %. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person bleibt davon ausgenommen. Bei thesaurierenden ETFs kommt die jährliche Vorabpauschale hinzu. Die Systematik dazu steht in der Erklärung zur Kapitalertragsteuer.
- Inflation. 111.000 € in 18 Jahren sind nicht dasselbe wie 111.000 € heute. Bei 2 % Inflation entspricht dieser Betrag rund 78.000 € heutiger Kaufkraft. Wenn du in heutigen Euro denken willst, zieh die erwartete Inflation vom Zinssatz ab und rechne mit der Differenz.
- Kosten. Ordergebühren, Fondskosten und Depotgebühren wirken wie ein negativer Zins. Ein Prozentpunkt laufende Kosten kostet über 30 Jahre ungefähr so viel, wie ein Prozentpunkt mehr Rendite einbringt.
Die Formel dahinter
Für eine reine Einmalanlage ohne Sparrate lautet die Grundformel:
Kn = K0 · (1 + p)n
Dabei ist K0 das Startkapital, p der Zinssatz als Dezimalzahl (5 % entspricht 0,05) und n die Anzahl der Jahre. Sobald eine regelmäßige Sparrate dazukommt, wird daraus eine Summe aus vielen Einzahlungen mit jeweils unterschiedlicher Restlaufzeit. Genau deshalb ist ein Rechner praktischer, als jede Rate einzeln hochzurechnen.