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Gordon Growth Modell (GGM): Erklärung, Formel & Beispiel

Gordons Modell bewertet Aktien durch Dividenden-Diskontierung, ist wichtig für Vergleiche, aber anfällig für Annahmen und auf konstante Wachstumsraten beschränkt.
Wie sieht das Wachstum-Modell von Gordon (GGM) aus?
Das Gordon Growth Modell (GGM) ist eine Bewertungsmethode, die den fairen Wert einer Aktie anhand erwarteter zukünftiger Dividenden berechnet, unter der Annahme eines konstanten Dividendenwachstums. Es eignet sich besonders für reife Unternehmen mit stabilen Ausschüttungen und hilft Anlegern, Über- oder Unterbewertungen zu erkennen.

Das Gordon Growth Modell (GGM), auch als Gordons Wachstumsmodell oder Dividenden-Discount-Modell mit konstantem Wachstum bekannt, ist eine beliebte Methode, um den inneren Wert einer Aktie zu berechnen. Es basiert auf der Annahme, dass Dividenden dauerhaft mit einer konstanten Rate wachsen.

Dieses Modell ist vor allem für Dividendenaktien interessant und wird häufig von langfristig orientierten Anlegern genutzt, um zu prüfen, ob eine Aktie unterbewertet oder überbewertet ist. An anderer Stelle haben wir die Top Dividenden-Aktien in Deutschland vorgestellt.

Ursprung des Gordon Growth Modells

Das Modell wurde in den 1950er-Jahren vom Finanzprofessor Myron J. Gordon an der University of Toronto entwickelt und 1959 erstmals veröffentlicht.

Sein Ziel: Eine einfach anwendbare Formel für Investoren zu schaffen, mit der sich Aktien allein auf Basis zukünftiger Dividenden bewerten lassen.

Die Formel des Gordon Growth Modells

Die GGM-Formel lautet:

formel gordon growth modell

Bedeutung der Variablen:

  • Vo = Der aktuelle Wert
  • Div 1 = Dividende im Jahr 1
  • r = erforderliche Aktienrendite
  • g = erwartetes Wachstum der Dividende

Beispiel:

Ein Unternehmen zahlt aktuell 2,00 € Dividende pro Aktie.
Die erwartete Wachstumsrate der Dividende beträgt 4 %, und die geforderte Rendite liegt bei 8 %.

Beispielrechnung GGS formel

→ Liegt der aktuelle Börsenkurs unter 52 €, könnte die Aktie als unterbewertet gelten.

Bedeutung des Gordon Growth Modells

Das Gordon Growth Modell ist ein Kerninstrument der Fundamentalanalyse, insbesondere für Investoren, die Wert auf Dividenden legen.
Seine Bedeutung lässt sich in mehreren Punkten zusammenfassen:

  • Vereinfachte Aktienbewertung: Das Modell ermöglicht es, mit wenigen Kennzahlen eine faire Wertschätzung einer Aktie vorzunehmen.
  • Vergleichbarkeit: Anleger können Unternehmen verschiedener Branchen anhand ihrer Dividendendaten vergleichen.
  • Langfristiger Fokus: Es richtet sich an Investoren, die auf stabile und wachsende Dividenden setzen.
  • Planungssicherheit: Für Pensionsfonds oder Dividendenstrategien bietet es eine klare Entscheidungsgrundlage.

💡 Praxis-Hinweis: Viele Analysten nutzen das GGM nicht isoliert, sondern ergänzen es mit weiteren Bewertungsmodellen wie dem Discounted Cash Flow (DCF) oder der Free-Cashflow-Analyse.

Modellbeschränkungen

Trotz seiner Nützlichkeit hat das Gordon Growth Modell klare Limitationen, die Anleger kennen sollten:

  • Keine Berücksichtigung anderer Faktoren: Das Modell blendet Marktrisiken, Aktienrückkäufe oder Bewertungsprämien aus.
  • Annahme eines konstanten Wachstums: In der Realität schwanken Dividenden oft aufgrund von Konjunkturzyklen, Inflation oder Unternehmenspolitik.
  • Sensitivität: Kleine Änderungen bei r oder g haben große Auswirkungen auf das Ergebnis.
  • Mathematische Grenze: Wenn die erwartete Wachstumsrate g größer oder gleich der geforderten Rendite r ist, funktioniert die Formel nicht.
  • Nur für Dividendenzahler: Unternehmen ohne Dividendenhistorie oder mit unregelmäßigen Ausschüttungen können nicht sinnvoll bewertet werden.

Das Wachstumsmodell von Gordon ist somit ein Dividendenabschlagsmodell, das von einem konstanten Wachstum eines Unternehmens ausgeht. Dieses Modell basiert auf der Theorie, dass der Preis einer Aktie dem Preis der Dividenden entsprechen muss, die das Unternehmen haben wird (auf seinen Nettowert abgezinst).

Praktische Anwendung für Anleger

Das Gordon Growth Modell eignet sich besonders für Dividendeninvestoren, die langfristig planen und stabile Zahlungsströme bevorzugen.
In der Praxis erfolgt die Anwendung meist in diesen Schritten:

  1. Daten ermitteln: Letzte Dividende, erwartete Dividendensteigerung und gewünschte Rendite festlegen.
  2. Fairen Wert berechnen: Mit der GGM-Formel den theoretischen Aktienwert bestimmen.
  3. Mit Marktpreis vergleichen: Liegt der Marktpreis unter dem berechneten Wert, könnte die Aktie unterbewertet sein.
  4. Sensitivitätsanalyse durchführen: Testen, wie sich Veränderungen in g oder r auf den Wert auswirken.
  5. Mit anderen Modellen kombinieren: Das GGM liefert allein kein vollständiges Bild.

💡 Tipp für deutsche Anleger:
Besonders geeignet für Blue-Chip-Aktien mit Dividendenhistorie, z. B. Allianz, Münchener Rück, BASF oder international Johnson & Johnson. Bei zyklischen Branchen wie Automobil oder Chemie ist jedoch Vorsicht geboten.

Wer den mit dem Gordon Growth Modell ermittelten fairen Wert einer Aktie nutzen möchte, um gezielt in unterbewertete Dividendenwerte zu investieren, braucht einen zuverlässigen Broker. Hier gebe ich dir einige Empfehlungen dazu.

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Fazit

Das Gordon Growth Modell ist ein einfaches, aber leistungsfähiges Bewertungswerkzeug für Dividendenaktien.
Es hilft Anlegern, Über- oder Unterbewertungen zu erkennen, funktioniert aber nur unter realistischen Wachstumsannahmen und bei stabilen Dividendenzahlern.
Wer es bewusst einsetzt und mit anderen Bewertungsmethoden kombiniert, kann seine Investmententscheidungen fundierter treffen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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