Die besten Covered-Call-ETFs in Deutschland (2026)

Covered-Call-Produkte sind in Europa gerade sichtbar im “Mainstream” angekommen: Anfang 2026 ist sogar ein DAX Covered Call UCITS ETF in Deutschland gestartet – ausdrücklich für deutsche Anleger positioniert. Gleichzeitig wächst die Palette an UCITS-ETFs und (riskanteren) ETPs mit Options-Overlay spürbar.
Covered Call ETFs Beitragsbild

Covered-Call-ETFs wirken auf den ersten Blick wie “Dividenden-Turbo”. In der Praxis kaufst du aber etwas sehr Konkretes: laufende Optionsprämien gegen begrenzte Kurschancen. Das funktioniert am besten, wenn Märkte seitwärts laufen oder volatil sind. In starken Bullenmärkten ist die Underperformance gegenüber dem “normalen” Aktien-ETF kein Bug, sondern Design.

Wenn du nur eine saubere, breit nutzbare Auswahl willst: Die JPMorgan Equity-Premium-Income-UCITS-ETFs (aktiv, monatliche Ausschüttungen) sind für viele Privatanleger der seriöseste Einstieg. Die Global-X-Covered-Call-ETFs sind näher an der “klassischen Buy-Write-Indexlogik” und dadurch oft leichter zu verstehen – mit typischem Swap-Setup.

Was sind Covered Call ETFs?

Ein Covered Call ETF (oder Buy-Write ETF) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Korb von Aktien oder einen Index besitzt und gleichzeitig Call-Optionen auf diese Position verkauft (schreibt). Die Prämie, die er für die Optionen erhält, wird als regelmäßiges Einkommen an den Anleger verteilt. Auf diese Weise wandelt der ETF einen Teil des Aufwertungspotenzials des Basiswerts in Bargeldeinnahmen um, ohne dass der Teilnehmer selbst Optionen verwalten muss.

Normalerweise, egal ob europäische oder amerikanische ETFs, verteilen sie diese Prämie (und manchmal Prämie + Dividenden für die im Portfolio befindlichen Aktien) alle 30 Tage. Dies verleiht ihnen den Ruf eines Werkzeugs zur Erzielung regelmäßiger passiver Einkünfte.

UCITS, ETF, ETP: Warum das in Deutschland entscheidend ist

In Europa findest du unter “Covered Call” inzwischen vieles: echte UCITS-ETFs, aber auch Options-ETPs (mit Emittentenrisiko und anderer Regulatorik). Für deutsche Privatanleger, die “ETF” im klassischen Sinne wollen, ist UCITS meist der sauberere Rahmen. In der justETF-Übersicht tauchen genau deshalb auch Produkte auf, die streng genommen keine UCITS-ETFs sind.

Vergleich 2026: 5 Covered-Call-ETFs, die für deutsche Anleger am meisten Sinn ergeben

Hinweis: Ich fokussiere hier bewusst auf UCITS-ETFs, die typischerweise in Deutschland handelbar sind.

JPM US Equity Premium Income Active UCITS ETF (USD Dist)0,35%monatlichUS-Fokus, “Income” mit weniger Volatilität als reiner US-ETF (Ziel)
JPM Nasdaq Equity Premium Income Active UCITS ETF (USD Dist)0,35%monatlichTech-Lastigkeit okay, aber du willst Erträge “glätten” statt All-in-Growth
JPM Global Equity Premium Income UCITS ETF (USD Dist)0,35%monatlich“One-Ticket”-Lösung für Income-Investoren, die nicht nur USA wollen
Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF0,45%monatlichWenn du die klassische Covered-Call-Mechanik auf Nasdaq willst
Global X S&P 500 Covered Call UCITS ETF0,45%monatlichBreiter US-Markt + Optionsprämien, näher an “Basisinvestment”

Wo kannst du Covered-Call-ETFs kaufen?

Covered-Call-ETFs sind in Deutschland ganz normale UCITS-ETFs. Du kaufst sie (wie jeden anderen ETF) über ein Wertpapierdepot – idealerweise so, dass die Steuer in Deutschland sauber läuft und die Transaktionskosten nicht unnötig Rendite fressen. Für die Suche im Broker gilt: am besten direkt nach ISIN oder WKN suchen.

Trade Republic✅ steuereinfach1 € Fremdkostenpauschale je Trade, Sparpläne kostenfreiTrade Republic Erfahrungen
Trading 212steuereinfachi. d. R. 0 € Orderkommission, aber FX-Gebühren bei Währungswechsel beachtenTrading 212 Erfahrungen
XTBnicht steuereinfach0% Kommission bis 100.000 € Monatsumsatz, darüber 0,2% (min. 10 €) / FX-Umrechnung 0,5%XTB Erfahrungen
WH SelfInvestnicht steuereinfachi. d. R. 0,09% pro Order (Mindestgebühren je Börse)WH SelfInvest Erfahrungen

Die 5 besten Covered-Call-ETFs

JPM US Equity Premium Income Active UCITS ETF (USD, ausschüttend)

Das ist ein aktiv gemanagter Equity-Income-Ansatz auf US-Aktien, kombiniert mit einer Overlay-Strategie über Derivate (typisch: vereinnahmte Optionsprämien). Ziel ist Einkommen + langfristiges Kapitalwachstum, aber mit einem klaren Trade-off: In starken Rally-Phasen wird die Upside oft teilweise gedeckelt, dafür können die Ausschüttungen stabiler wirken als bei „reinen“ Aktien-ETFs.

ISIN / WKN / KürzelIE000U5MJOZ6 / A40FFH / JEIP
TER0,35% p. a.
Ausschüttungi. d. R. monatlich
TypActive ETF + Derivate-Overlay

JPM Nasdaq Equity Premium Income Active UCITS ETF

Konzeptionell wie oben, aber mit Fokus auf den Nasdaq-Kosmos: US-Aktienauswahl + Overlay über Derivate, mit dem Ziel, zusätzlichen Ertrag zu vereinnahmen. Das ist kein „High-Yield-Zaubertrick“, sondern eine strukturierte Ertragsquelle (Optionsprämien), die aber typischerweise dazu führt, dass du einen Teil der reinen Nasdaq-Aufwärtsbewegung abgibst.

ISIN / WKN / KürzelIE000U9J8HX9 / A40FFF / JEQP
TER0,35% p. a.
Ausschüttungi. d. R. monatlich
TypActive ETF + Overlay-Derivate

JPM Global Equity Premium Income Active UCITS ETF

Die globale Variante: Industrieländer-Aktien weltweit, aktiv gewichtet (Value-Tilt/Unterbewertungsidee) plus Derivate-Overlay für Zusatzertrag. Für Leser ist das oft der „vernünftigste“ Premium-Income-Ansatz, weil das Aktien-Exposure breiter ist als bei reinen US-/Nasdaq-Varianten – der Mechanismus bleibt aber derselbe: Prämien gegen potenziell begrenztere Rally-Teilnahme.

ISIN / WKN / KürzelIE0003UVYC20 / A3EHRE / JGPI
TER0,35% p. a.
Ausschüttungi. d. R. monatlich
TypZiel: Mehrwert ggü. MSCI World (laut Profilbeschreibung)

Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF

Das ist der „klassische“ Covered-Call-Bauplan als Buy-Write-Index-Abbildung: Nasdaq-100-Exposure + systematisches Schreiben von Covered Calls. Wichtig (und oft überlesen): Diese UCITS-Variante läuft synthetisch (Swap), d. h. die Index-Rendite wird über ein Tauschgeschäft abgebildet. Für viele ist das okay – aber es ist ein reales Strukturmerkmal (Kontrahentenrisiko, Collateral-Struktur), das in einen Qualitätsartikel gehört.

ISIN / WKN / KürzelIE00BM8R0J59 / A2QR39 / QYLE
TER0,45% p. a.
Ausschüttungi. d. R. monatlich
Typsynthetisch (Swap)

Global X S&P 500 Covered Call UCITS ETF

Gleiches Prinzip wie oben, aber auf den S&P 500: Abbildung eines Buy-Write-Index (S&P-Exposure + Covered Calls). Auch hier: synthetische Replikation (Swap) ist ein Kernpunkt. Wenn du Leser ernst nimmst, schreibst du das nicht in eine Fußnote, sondern in die Hauptbeschreibung – weil genau daran viele „Ausschüttungs-Fans“ vorbeilesen.

ISIN / WKN / KürzelIE0002L5QB31 / A3DC8Q / XY7D
TER0,45% p. a.
Ausschüttungi. d. R. monatlich
Typsynthetisch (Swap)

Kosten: Was zahlst du wirklich?

Bei Covered-Call-ETFs sind die Kosten nicht nur “0,35% vs. 0,45%”. Die echten Kostentreiber sind:

TERFondsebeneKlar, aber oft nicht der Haupthebel
Strategie-“Drag”Mechanik des Call-VerkaufsIn starken Rallys gibst du Upside ab – das ist die eigentliche “Kostenwährung”
Implizite OptionskostenSpreads/Roll-Effekte im Index/OverlayPrämie ist nicht gratis; je nach Volatilität/Timing schwankt der Nettoeffekt
Swap/Struktur (bei synthetischen ETFs)Spreads/Roll-Effekte im Index/OverlayZusätzliche Struktur-Ebene; seriös, aber du solltest wissen, dass es kein physischer Optionshandel im Fonds sein muss
Broker-Kosten/SpreadsAusführungGerade bei häufigem Nachkaufen oder kleineren Orders relevant (bei Fixpreis-/FX-Modellen)

Lohnt es sich, Covered Call ETFs zu kaufen? | Die Meinung von David Leyguarda

Aus meiner Sicht als Analyst und Trader halte ich Covered Call ETFs für ein ideales Werkzeug, um Aktienportfolios zu ergänzen, insbesondere wenn:

  • Es darum geht, regelmäßige Einnahmen zu erzielen: In einem Umfeld mit niedrigen Zinsen oder bei lang anhaltenden Seitwärtsmärkten ermöglicht der Verkauf von Optionen, das Portfolio mit Einnahmen zu „schmücken“, die sonst nicht existieren würden.
  • Es wird angestrebt, das Management zu vereinfachen: Das praktische Wissen darüber, wie man „implizite Volatilität“ bewertet, geeignete Strikes auswählt, Margen in manchmal illiquiden Märkten verwaltet oder Rollovers managt, ist nicht für jeden zugänglich. Mit einem ETF reicht es aus, zu kaufen und zu halten; der komplexeste Teil wird vom Managementteam übernommen. Für einen Trader, der wie ich einen Großteil seines Tages damit verbringt, Flüsse, Volumen und Preis zu analysieren, ermöglicht mir die Delegation dieser Operation, mich auf die Entscheidungsfindung beim Ein- und Ausstieg in andere Vermögenswerte zu konzentrieren. Vor nur 3 Monaten begann ich, ein langfristiges Portfolio zu veröffentlichen, um zu zeigen, wie man eine DCA-Strategie mit regelmäßigen Beiträgen umsetzen kann. Unter den in diesem Portfolio ausgewählten ETFs sind 2 der hier genannten enthalten. QYLD und JEPQ
Das ETF-Portfolio von David Leyguarda
  • Es wird akzeptiert, einen Teil des Aufwärtspotenzials abzugeben: Wer erwartet, dass der Nasdaq-100 seinen Wert in einer starken Rally vervielfacht, wird etwas von der Aufwärtsbewegung verlieren. Im Gegenzug erhält man jedoch monatlich bis zu 10 %–12 % jährlich. Aus meiner Sicht, in sehr starken Aufwärtsmärkten, bevorzuge ich es manchmal, direkt in führende Aktien investiert zu sein und Covered Calls nur dann zu wechseln, wenn ich Widerstandsniveaus oder potenzielle Höchststände erkenne. Aber in seitwärts gerichteten oder korrigierten Märkten wirken die Prämien der Covered Calls als „emotionales“ und finanzielles Polster.
  • Die emotionale Volatilität wird gemanagt: Optionen systematisch zu verkaufen, zwingt dazu, zu akzeptieren, dass, wenn der Preis steigt, „ich zum Strike verkaufen muss“. Das kann in Phasen der Euphorie Frustration erzeugen. Im Gegensatz dazu kaufe ich beim Halten des ETFs ein Aktienpaket, das bei Fälligkeit gemäß den Prospektregeln abgewickelt wird; meine Sichtweise ist langfristig, ohne mir Sorgen zu machen, ob „wir hier oder dort mehr Prämien investieren“.

Aus all diesen Gründen ist meine Empfehlung an diejenigen, die noch nicht mit der Mechanik des Optionshandels vertraut sind, mit einemETF Covered Call UCITS (z. B. JEPQ oder QYLD) zu beginnen, um sich mit dem Verhalten der Strategie vertraut zu machen, bevor sie sich überlegen, es „von Hand“ zu tun. Nur wenn die Grundlagen von „impliziter Volatilität“, „Zuweisungsrisiko“ und „Options-Rollover“ beherrscht werden, ist der Sprung zu einer direkten Implementierung gerechtfertigt, da:

  • Es erfordert Zeit und Engagement, um Margin-Niveaus zu überwachen und Positionen anzupassen.
  • Es beeinflusst die Besteuerung. Optionsprämien und Kapitalgewinne/-verluste jeder abgelaufenen oder zugewiesenen Aktie müssen detailliert angegeben werden.
  • Es erfordert ausreichendes Kapital, um Trades abzudecken, insbesondere wenn man in Basiswerten mit sehr engen Strikes (ATM) handeln möchte.

Abschließend sind ETFs mit Covered Calls eine sehr attraktive Lösung für die meisten Portfolios: Sie bieten regelmäßige Erträge, Diversifikation und einfache Ausführung.

Fazit: Welche Wahl ist “richtig” für Deutschland?

Wenn du maximale Einfachheit willst, aber nicht blind “Yield” kaufen möchtest, sind die drei JPMorgan-Premium-Income-UCITS-ETFs die sauberste Kern-Auswahl: klarer UCITS-Rahmen, monatliche Ausschüttung, und das Ganze ist als “Outcome-Produkt” konzipiert.

Wenn du dagegen eine möglichst transparente Buy-Write-Indexlogik willst, sind die Global-X-Covered-Call-UCITS-ETFs die geradlinigere Variante – du solltest nur akzeptieren, dass synthetische Replikation Teil des Designs sein kann.

FAQ

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