Aktien
Im Finanzdschungel begegnen Ihnen viele Begriffe, doch wenige sind so essenziell wie der Fair Value. Was ist der „faire Wert“, und warum spielt er eine so große Rolle in der Welt der Finanzen? Einfach ausgedrückt: Der Fair Value ist der marktgerechte Wert eines Vermögensgegenstands, also der Preis, den man unter normalen Bedingungen erwarten würde. Doch dahinter steckt weit mehr als nur ein schneller Blick auf den Aktienkurs. Schauen wir uns das heute genauer an.
Fair Value beschreibt den aktuellen Wert eines Vermögensgegenstands, basierend auf
Er dient als Orientierung, ob ein Preis „fair“ ist, also weder über- noch unterbewertet. Egal, ob Aktien, Immobilien oder andere Investments – der marktgerechte Wert hilft, Entscheidungen fundierter zu treffen.
Auf dem Aktienmarkt nutzen Investoren den Fair Value, um den inneren Wert einer Aktie zu ermitteln. Ist der aktuelle Kurs höher als der Fair Value, könnte die Aktie überbewertet sein. Liegt der Kurs darunter, könnte ein Schnäppchen winken.
Der faire Wert ist ein zentraler Bestandteil der Fundamentalanalyse. Hierbei untersuchen Anleger die Geschäftsdaten eines Unternehmens, um dessen tatsächlichen Wert zu berechnen. Ziel ist es, Aktien mit Wachstumspotenzial zu identifizieren.
Banken und Analysten berechnen den Fair Value oft für ihre Empfehlungen. Diese Bewertungen bieten Anlegern eine Grundlage, um Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen.
Der marktgerechte Wert wird durch verschiedene Methoden berechnet, je nach Art des Vermögensgegenstands und Verfügbarkeit von Daten. Die drei wichtigsten Ansätze sind:
Bei der Kostenmethode wird der marktgerechte Wert auf Grundlage der Kosten ermittelt, die erforderlich wären, um den Vermögensgegenstand heute neu zu beschaffen oder zu reproduzieren. Dieser Ansatz wird oft bei schwer handelbaren Gütern oder speziellen Technologien angewandt.
Die Kapitalwertmethode berechnet den marktgerechte Wert basierend auf den zukünftigen Einnahmen, die ein Vermögensgegenstand generieren kann. Diese Erträge werden auf den heutigen Wert abgezinst. Diese Methode eignet sich besonders für Unternehmen oder langfristige Investments.
Der marktgerechte Wert wird auf der Grundlage eines verlässlichen Marktwerts ermittelt. Nach IFRS (International Financial Reporting Standards) ist der beste Weg, diesen Wert zu berechnen, die Verwendung eines notierten Preises auf einem aktiven Markt.
Die Formulare, die für diese Berechnungen verwendet werden können, sind:
Der marktgerechte Wert hat das Ziel, Investoren und Unternehmen eine objektive Grundlage zu bieten, um Preise zu bewerten. In einer Welt, in der Emotionen und Spekulation oft den Markt dominieren, dient er als rationales Gegengewicht.
Der marktgerechte Wert ist nicht immer identisch mit dem Marktwert. Während der Marktwert der aktuelle Preis auf einem offenen Markt ist, reflektiert der Fair Value den „fairen“ Preis, basierend auf Daten und Analysen.
In Krisenzeiten kann der Marktwert deutlich unter dem marktgerechten Wert liegen, da Panikveräufe die Preise drücken. Umgekehrt kann in Boomphasen der Marktwert über dem fairen Wert liegen.
Für langfristige Anleger ist der marktgerechte Wert oft wichtiger als der aktuelle Marktwert, da er eine objektivere Grundlage bietet.
Stellen Sie sich vor, ein Unternehmen plant, eine Immobilie zu kaufen. Der Marktpreis liegt bei 1 Million Euro, doch die erwarteten Einnahmen aus Mieteinnahmen rechtfertigen nur einen marktgerechten Preis von 800.000 €. Dieses Wissen hilft dem Unternehmen, keine überteuerte Entscheidung zu treffen.
Der Fair Value ist ein unverzichtbares Werkzeug für alle, die in der Finanzwelt unterwegs sind. Ob Aktien, Immobilien oder andere Vermögenswerte – der faire Wert bietet Orientierung und hilft, rationale Entscheidungen zu treffen. Doch Vorsicht: Die Berechnung erfordert Fachwissen und verlässliche Daten. Investieren Sie Zeit in die Analyse oder holen Sie sich professionelle Hilfe, um langfristig erfolgreich zu sein.
Die Bewertung des fairen Wertes ist ein entscheidendes Instrument zur Einschätzung des wahren Wertes eines Unternehmens. Sie berücksichtigt verschiedene Faktoren, wie zukünftige Cashflows, Marktentwicklung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Ziel ist es, den inneren Wert einer Aktie zu ermitteln, um festzustellen, ob sie unter- oder überbewertet ist.
Value bei Aktien bezieht sich auf den inneren Wert eines Unternehmens im Vergleich zu seinem aktuellen Marktpreis. Value-Investoren suchen nach Aktien, die unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden, was auf eine potenzielle Überrendite hinweist. Diese Strategie basiert auf der Annahme, dass der Markt nicht immer rational ist und bestimmte Aktien vorübergehend unterbewertet sein können. Es geht darum, die Schnäppchen im Aktienmarkt zu finden.
Ein gutes Preis-Wert-Verhältnis liegt typischerweise unter 1.0, was bedeutet, dass die Aktie unter ihrem geschätzten inneren Wert gehandelt wird. Ein Verhältnis von 0,8 deutet etwa darauf hin, dass die Aktie um 20 % unterbewertet ist. Investoren betrachten dieses Verhältnis als wertvolles Signal, um potenzielle Kaufgelegenheiten zu identifizieren. Je niedriger das Verhältnis, desto attraktiver könnte die Aktie für value-orientierte Investoren sein.
Eine Aktie gilt als fair bewertet, wenn ihr Marktpreis dem geschätzten Fair Value entspricht. Dies bedeutet, dass die Aktie weder als unter- noch überbewertet angesehen wird. Investoren nutzen verschiedene Bewertungsmethoden, um den Fair Value zu bestimmen, einschließlich Discounted Cash Flow-Analysen und vergleichender Bewertungen. Ein ausgewogenes Preis-Fair-Value-Verhältnis von etwa 1.0 signalisiert, dass die Aktie im Einklang mit ihrer wirtschaftlichen Realität steht.