Online Broker Vergleich: Welcher Broker wirklich zu dir passt

ETF-Sparpläne kosten fast überall 0 €, Einzelorders zwischen 0 € und 1 € — der Preis entscheidet die Brokerwahl nicht mehr. Worauf es stattdessen ankommt: Steuerabwicklung, Handelsplätze und die Währungsumrechnung bei US-Titeln. Elf Anbieter im Vergleich, sortiert nach Anlegertyp.
Online Broker für Anfänger: Ein einfacher Einstieg in die Welt des Tradings

Inhalt

Die meisten Broker-Vergleiche sortieren nach Preis. Das war vor fünf Jahren sinnvoll und ist es heute kaum noch: ETF-Sparpläne kosten bei praktisch jedem relevanten Anbieter 0 €, und Einzelorders liegen fast überall zwischen 0 € und 1 €. Wer seine Wahl allein an der Gebührentabelle festmacht, entscheidet faktisch per Münzwurf. Die drei Kriterien, an denen sich die Brokerwahl 2026 wirklich entscheidet, sind andere — und dieser Vergleich ordnet die Anbieter danach.

Die Kurzantwort nach Anlegertyp

ETF-Sparplan und sonst nichts: Trade Republic oder Scalable Capital — deutsche Steuerabwicklung inklusive.
Einzelaktien, auch international: XTB (0 % bis 100.000 €/Monat) oder Trading 212 (0,15 % Währungsumrechnung).
Viele Handelsplätze und Börsenauswahl: Consorsbank, comdirect oder flatex — dafür höhere Ordergebühren.
Gar nicht selbst entscheiden: ein Robo-Advisor wie quirion.

Online-Broker im Vergleich

BrokerKostenSteuer in Deutschland
XTB0 % Kommission bis 100.000 € Monatsumsatz, danach 0,2 %nicht steuereinfach — Anlage KAP nötig
Trade RepublicEinzelorder: 1 € · Sparpläne: 0 €steuereinfach
Trading 212Kommission: 0 € · FX: 0,15 %steuereinfach seit 01/2026 — nur über Trading 212 FXFlat
Scalable CapitalFREE: 0,99 €/Order · PRIME+: 4,99 €/Monat, Orders 0 €steuereinfach
finanzen.net zero0 € ab 500 € · darunter 1 € · Sparpläne: 0 €steuereinfach
Smartbroker+gettex 0 € ab 500 € · darunter 1 € · sonst 4 €steuereinfach
Consorsbank4,95 € + 0,25 % (Statusmodell) · Sparpläne: 0 €steuereinfach
comdirectab 3,90 € + Börsenentgelte · Sparpläne: 0 €steuereinfach
flatexOrder: 5,90 € + Börsenentgelte · Sparpläne: i. d. R. 0 €steuereinfach
DKBSparplan 1,50 € (Aktions-ETFs 0 €)steuereinfach
quirionRobo-Advisor: laufende Gebühr auf das Anlagevolumensteuereinfach

Was heute wirklich über die Brokerwahl entscheidet

Schaut man die Tabelle von oben nach unten durch, fällt auf: Die Kostenspalte trennt die Anbieter kaum noch. Interessant wird es an drei anderen Stellen.

1. Steuereinfach oder Selbstdeklaration

Das ist der größte Unterschied im Alltag und derjenige, der in Preisvergleichen am seltensten auftaucht. Ein steuereinfacher Broker behält Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch ein, verarbeitet die Vorabpauschale, nimmt einen Freistellungsauftrag entgegen und stellt eine Jahressteuerbescheinigung aus. Du musst nichts tun.

Bei einem nicht steuereinfachen Anbieter fließen die Erträge brutto zu, und du erklärst sie selbst über die Anlage KAP. Das ist machbar, kostet aber jedes Jahr Zeit — und ein Freistellungsauftrag greift dort nicht, der Sparer-Pauschbetrag läuft über die Steuererklärung. Bei regelmäßigen Erträgen ist das ein realer Aufwandsposten, der einen nominal günstigeren Anbieter schnell relativiert.

2. Handelsplätze und Ausführungsqualität

Die günstigen Neobroker erkaufen ihren Preis mit einem einzigen Handelsplatz je Wertpapier. Ein Preisvergleich zwischen Börsen entfällt damit, und außerhalb der Xetra-Kernzeit von 09:00 bis 17:30 Uhr weiten sich die Spreads aus — ein Kostenposten, der auf keiner Abrechnung erscheint. Klassische Broker wie Consorsbank, comdirect oder flatex bieten dafür Xetra und mehrere Regionalbörsen, verlangen aber eine spürbare Ordergebühr.

Die Faustregel: Wer monatlich einen Sparplan laufen lässt, merkt davon nichts. Wer größere Einzelbeträge in weniger liquide Werte investiert, spart über den besseren Ausführungskurs mehr, als die Ordergebühr kostet.

3. Die Währungsumrechnung bei US-Titeln

Der am meisten unterschätzte Posten. Die FX-Gebühr fällt bei Kauf und Verkauf an und liegt je nach Anbieter zwischen etwa 0,15 % und 0,5 %. Bei einem Depot, das regelmäßig US-Aktien kauft, übersteigt sie die gesamte Ordergebühr eines Jahres um ein Vielfaches — während alle Welt auf die 1 € pro Order schaut.

Die Anbieter im Detail

XTB — echte Aktien und ETFs ohne Kommission

XTB ist der Anbieter mit dem breitesten Nulltarif für echte Wertpapiere: Aktien und ETFs bis 100.000 € Monatsumsatz zu 0 % Kommission, ab 1 € Ordergröße, erst darüber 0,2 % (mindestens 10 €). Dazu eine der stärksten Handelsplattformen im Markt und keine Inaktivitätsgebühr. XTB betreibt in Deutschland eine BaFin-beaufsichtigte Zweigniederlassung, die Hauptlizenz liegt bei der polnischen KNF; das Unternehmen ist seit 2016 börsennotiert.

Die zwei Einschränkungen gehören dazu: 0,5 % Währungsumrechnung bei Fremdwährungstiteln, und XTB ist nicht steuereinfach — die Anlage KAP bleibt an dir hängen. Für aktive Anleger, die viel handeln, rechnet sich das trotzdem schnell; für den reinen Sparplan-Nutzer ist der Steueraufwand meist der größere Posten. Details in den XTB Erfahrungen.

Trade Republic — der einfachste Weg zum ersten Depot

Trade Republic Plattform für Anleger in Deutschland

Als deutsche Vollbank unter BaFin- und Bundesbank-Aufsicht nimmt Trade Republic den Steueraufwand komplett ab: automatischer Abzug, Freistellungsauftrag in der App, Vorabpauschale inklusive. Die Kostenlogik ist denkbar simpel — 1 € pro Einzelorder, 0 € für Sparpläne, keine Depotgebühr. Für nicht investiertes Cash greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €.

Der Preis dafür ist die Beschränkung auf einen Handelsplatz je Wertpapier und ein vergleichsweise schlanker Funktionsumfang: wenige Ordertypen, keine Profi-Tools. Für Sparplan-Anleger und Buy-and-hold ist das kein Nachteil, für aktiven Handel schon.

Trading 212 — kleine Beträge und internationale Aktien

Trading 212 Plattform für Anleger in Deutschland

Trading 212 kombiniert 0 % Kommission mit der niedrigsten Währungsumrechnung im Feld (0,15 %) und Bruchstücken — du musst also keine ganze Aktie kaufen, um einzusteigen. Für ein Portfolio aus internationalen Einzelwerten mit kleinen Raten ist das die günstigste Kombination hier.

Seit dem 5. Januar 2026 ist der Anbieter in Deutschland steuereinfach: Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer werden automatisch abgeführt, Freistellungsauftrag und Steuerübersicht liegen in der App. Zwei Einschränkungen: Das gilt nur für Konten über Trading 212 FXFlat, und die Vorabpauschale für 2025 musst du selbst erklären, weil die automatische Abrechnung erst Anfang 2026 startete.

Scalable Capital, finanzen.net zero und Smartbroker+ — die Sparplan-Spezialisten

Diese drei decken denselben Anwendungsfall ab: kostenlose ETF-Sparpläne, automatischer Steuerabzug, Einzelorders je nach Modell zwischen 0 € und 1 €. Scalable Capital bietet zusätzlich ein Flatrate-Modell, bei dem Orders gegen eine Monatsgebühr komplett entfallen — das rechnet sich ab einer zweistelligen Zahl von Trades pro Monat. Die Unterschiede liegen weniger im Preis als in der Zahl der sparplanfähigen ETFs; der ETF-Sparplan-Vergleich arbeitet das im Detail auf.

Consorsbank, comdirect, flatex und DKB — wenn Handelsplätze zählen

Die klassischen Depotbanken kosten pro Order deutlich mehr — zwischen rund 4 € und 6 € plus Börsenentgelte. Dafür bekommst du Xetra, die Regionalbörsen und in der Regel auch Zugang zu außerbörslichem Direkthandel mit mehreren Emittenten. Ihre ETF-Sparpläne sind meist ebenfalls kostenlos, sodass sie für die Kombination aus Sparplan und gelegentlichem größeren Einzelkauf eine sinnvolle Wahl bleiben. Wer ausschließlich Sparpläne laufen lässt, zahlt hier für etwas, das er nicht nutzt.

quirion — wenn du gar nicht selbst entscheiden willst

Ein Robo-Advisor ist kein Broker im engeren Sinn: Du wählst Risikoprofil und Anlageziel, der Anbieter übernimmt ETF-Auswahl, Gewichtung und Rebalancing. Dafür fällt eine laufende Gebühr auf das Anlagevolumen an, zusätzlich zu den Kosten der eingesetzten ETFs. Das ist teurer als ein selbst gebauter Sparplan — und trotzdem die richtige Wahl für alle, die sonst gar nicht anfangen würden. Mehr dazu in den quirion Erfahrungen.

Neobroker, Online-Broker oder Robo-Advisor?

TypKurz erklärt
NeobrokerApp-first und bewusst schlank, meist sehr günstig, dafür ein Handelsplatz und wenige Ordertypen. Beispiele: Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero
Online-BrokerDer Oberbegriff. Die Spanne reicht von sehr schlank bis sehr umfangreich — mehr Märkte, mehr Handelsplätze, mehr Werkzeuge. Beispiele: XTB, Trading 212, Consorsbank, comdirect, flatex
Robo-AdvisorAutomatisch gemanagtes ETF-Portfolio. Du wählst Risiko und Ziel, der Anbieter übernimmt Auswahl und Rebalancing gegen eine laufende Gebühr. Beispiel: quirion

Die drei Kostenposten, die wirklich anfallen

Viele „kostenlos“-Modelle holen sich das Geld an anderer Stelle. Es sind drei Posten, die Anleger am häufigsten übersehen:

  • Die Ordergebühr ist der sichtbare Teil und meist der kleinste. Bei 1 € pro Order und zwölf Käufen im Jahr sind das 12 € — spürbar nur bei sehr kleinen Beträgen. Auf eine 50-€-Order sind 1 € allerdings 2 % Kosten.
  • Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs und taucht auf keiner Abrechnung auf. Er ist außerhalb der Haupthandelszeiten und bei wenig gehandelten Werten am größten — wer abends ordert, zahlt hier oft mehr, als er an Ordergebühr spart.
  • Die Währungsumrechnung trifft jeden, der US-Titel kauft. Sie fällt bei Kauf und Verkauf an, liegt zwischen etwa 0,15 % und 0,5 % und schlägt bei einem 1.000-€-Kauf schnell stärker zu Buche als die Ordergebühren eines ganzen Jahres.

Depot wechseln: was dabei zu beachten ist

Ein Depotübertrag innerhalb Deutschlands ist für dich kostenfrei — der abgebende Broker darf dafür nichts berechnen. Die Anschaffungsdaten werden mitübertragen, sodass steuerlich alles erhalten bleibt und kein steuerpflichtiger Verkauf ausgelöst wird. Die Abwicklung dauert in der Regel zwei bis sechs Wochen; in dieser Zeit sind die übertragenen Positionen zeitweise nicht handelbar.

Zwei Dinge lohnen sich vorher: den Freistellungsauftrag beim neuen Broker einrichten, bevor Erträge anfallen, und laufende Sparpläne erst nach abgeschlossenem Übertrag umstellen. Wer beim alten Anbieter einen Verlusttopf hat, sollte die Verlustbescheinigung rechtzeitig beantragen — die Frist dafür endet regulär im Dezember.

Fazit

Es gibt keinen „besten Broker“, aber es gibt eine klare Reihenfolge der Fragen. Erstens: Willst du dich um die Steuer kümmern? Wenn nein, kommen nur steuereinfache Anbieter infrage, und die Auswahl ist damit schon halbiert. Zweitens: Sparplan oder Einzelkäufe? Bei reinen Sparplänen sind die Unterschiede marginal, bei Einzelkäufen entscheiden Ordergebühr und Währungsumrechnung. Drittens: Brauchst du mehrere Handelsplätze? Wenn ja, führt der Weg zu einer klassischen Depotbank und du zahlst pro Order mehr.

Und noch etwas, das in Vergleichen selten steht: Die Wahl ist nicht endgültig. Ein Depotübertrag kostet dich nichts und ändert steuerlich nichts. Lieber mit einem passenden Anbieter anfangen als monatelang recherchieren — die Kosten des Nichtinvestierens übersteigen jede Gebührendifferenz.

Häufig gestellte Fragen zum Broker-Vergleich

Haftungsausschluss:

Trading 212: Um einen kostenlosen Anteil im Wert von bis zu 100 EUR/GBP zu erhalten, können Sie über diesen Link ein Konto bei Trading 212 eröffnen. Bedingungen gelten

Disclaimer: Trading ist riskant und Sie könnten einen Teil oder Ihr gesamtes investiertes Kapital verlieren. Alle veröffentlichten Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Form von Finanz-/Anlageberatung und/oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

*Kapitalanlagen bergen Risiken. Der Wert Ihrer Anlage kann steigen oder fallen, und Sie erhalten unter Umständen nicht den investierten Betrag zurück. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.