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Altersvorsorgedepot 2026/2027: Förderung, Kosten und Auszahlung

Am Donnerstag, 26.02.2026, berät der Bundestag in 1. Lesung den Gesetzentwurf zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorgereformgesetz). Kern: das Altersvorsorgedepot als neues, kapitalmarktorientiertes Vorsorgeprodukt – geplanter Start 01.01.2027.
altersvorsorgedepots
BausteinWas es istFür wen es passtWichtigster Haken
Altersvorsorgedepot (chancenorientiert, ohne Garantie)Gefördertes Vorsorge-Depot ohne BeitragsgarantieLangfristig, risikofähig, will Renditechance + FörderungMarktrisiko bleibt (absichtlich)
Standarddepot AltersvorsorgeStandard-Variante mit sehr einfacher Logik„Einmal einstellen, laufen lassen“Effektivkosten auf max. 1,5% gedeckelt – kann je nach Markt/ETF teuer wirken
Garantieprodukt (80%/100%)Gefördertes Produkt mit Mindest-BeitragserhaltSicherheitsorientiertGarantien drücken Rendite, besonders langfristig
Reines AuszahlungsproduktProdukt nur für die RentenphaseWer zur Auszahlung wechseln willKonditionen/Leistungen entscheiden in der Entnahmephase

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist (geplant) ein zertifizierter Altersvorsorgevertrag innerhalb der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge – aber mit einer klaren Richtungsänderung: Kapitalmarktnähe (Depot-Logik) soll möglich sein, ohne dass eine Beitragsgarantie die Renditechance strukturell kaputtmacht. Parallel soll es ein Standardprodukt geben, bei dem du nur aktiv werden musst, wenn du bewusst von Standardeinstellungen abweichen willst.

Was ist 2026 sicher? Sicher ist Stand heute: Zeitplan (Beratung 26.02.2026), Startziel 01.01.2027, Förderlogik (30/20 Cent), Höchstgrenzen, Nachgelagerte Besteuerung, Standardprodukt-Idee, Kosten-Deckel beim Standardprodukt. Offen sind die “harten” Details, die später Anbieter-Vergleiche entscheiden: konkrete Positivliste, Standard-Allokation/Glidepath, konkrete Wechsel- und Abschlusskostenlogik im Markt, Konditionen reiner Auszahlungsprodukte.

Wenn du dich schon jetzt organisatorisch auf 2027 vorbereiten willst: Depot bei Trade Republic eröffnen. Details zur Plattform findest du hier.

Förderung 2027

Die Reform dreht die Förderung auf eine beitragsproportionale Logik. Das ist der wichtigste Unterschied in der Praxis: Du musst nicht mehr mit einem einkommensabhängigen Mindesteigenbeitrag hantieren, um „voll gefördert“ zu sein, sondern die Zulage skaliert klar mit deinem Beitrag.

Für die Grundzulage gilt: Bis 1.200 € Eigenbeitrag pro Jahr bekommst du 30 Cent pro Euro (max. 360 €). Ab 2029 soll dieser Satz auf 35 Cent steigen (max. 420 € auf die ersten 1.200 €). Für weitere Beiträge von 1.201–1.800 € gibt es 20 Cent pro Euro (max. 120 €). Maximal ergibt das 480 € Grundzulage pro Jahr (ab 2029 entsprechend höher).
Für Kinder ist eine Kinderzulage geplant: 25 Cent pro Euro bis 1.200 € (max. 300 € pro Kind). Zusätzlich gibt es einen Berufseinsteigerbonus von 200 € (einmalig) bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.

Wichtige Grenze, die oft fehlt: Du darfst pro Jahr bis 6.840 € in den Vertrag einzahlen, aber gefördert (Zulage/Abzug-Logik) werden davon maximal 1.800 € plus Zulageanspruch. Das heißt: „mehr einzahlen“ kann sinnvoll sein, aber es wird nicht automatisch “mehr gefördert”.

Kosten

Beim Standardprodukt sollen die Effektivkosten (die durchschnittliche jährliche Renditeminderung durch Kosten über die Vertragslaufzeit) auf maximal 1,5% pro Jahr begrenzt werden. Das ist als Schutz gegen überteuerte Produkte gedacht – wird aber gleichzeitig kritisiert, weil 1,5% im Vergleich zu sehr günstigen ETFs hoch wirken kann.

Was du daraus als Leser mitnehmen solltest: Das Altersvorsorgedepot wird nicht automatisch „billig“, nur weil es als Depot daherkommt. Bei Standardprodukten ist die Kostenkontrolle zwar gesetzlich begrenzt, aber die Grenze ist nicht „ETF-TER-Niveau“. Genau deshalb wird der Anbieter- und Produktvergleich ab 2027 entscheidend.

Was passiert steuerlich?

Die Grundlogik bleibt: In der Ansparphase fallen innerhalb des Altersvorsorgevertrags keine steuerpflichtigen Kapitalerträge an; besteuert wird nachgelagert in der Auszahlungsphase (nach § 22 Nr. 5 EStG, mit persönlichem Steuersatz). Außerdem prüft das Finanzamt im Rahmen der Veranlagung, ob zusätzlich zur Zulage ein weiterer Steuervorteil entsteht.

Für den Praxis-Teil „was ist steuereinfach, wann muss ich Anlage KAP machen, wie wirken Sparer-Pauschbetrag & Abgeltungsteuer im normalen Depot“ passt als Hintergrund: Kapitalertragsteuer in Deutschland 2026.

Auszahlung: Rente oder Auszahlungsplan

um Beginn der Auszahlungsphase soll es zwei Standardwege geben: lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft (länger möglich). Damit wird die Auszahlphase flexibler, aber auch komplexer, weil die Qualität der Auszahlungsprodukte (Kosten, Rentenfaktor, Entnahmebedingungen) stark variieren kann.

Die Reform ist eng mit der Frühstart-Rente verzahnt: Geplant ist eine staatliche Zahlung von 10 € monatlich vom 6. bis 18. Lebensjahr in ein Altersvorsorgedepot; später soll daraus ein Startkapital für eigene Beiträge werden.

Was du 2026 sinnvoll tun kannst

Wenn du den Renditehebel ernst nimmst, ist ein ETF-Sparplan die logischste Brücke: Er ist heute umsetzbar, diszipliniert die Sparquote und zwingt dich, einmal sauber über Notgroschen, Risikoquote und Zeithorizont nachzudenken – exakt die Dinge, die später auch im Altersvorsorgedepot über Erfolg oder Frust entscheiden. Dafür ist dieser Guide als Einstieg gedacht: ETF für Anfänger 2026: In 15 Minuten zum Depot & Sparplan.
Wenn du es zahlenbasiert willst: Nutze den ETF-Sparplanrechner.

Haftungsausschluss:

*Kapitalanlagen bergen Risiken. Der Wert Ihrer Anlage kann steigen oder fallen, und Sie erhalten unter Umständen nicht den investierten Betrag zurück. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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