Geldanlage

Finst erweitert sein Staking-Angebot um acht weitere Kryptowährungen. Das ist für Anleger vor allem dann relevant, wenn sie Coins ohnehin länger halten und zusätzlich laufende Rewards mitnehmen möchten. Entscheidend ist aber: Staking ist kein „Zinskonto“. Die Rendite schwankt, es gibt technische Risiken (z. B. Slashing) und in Deutschland ist die Steuerseite der Punkt, an dem viele scheitern – nicht am Staking selbst.
Die APYs sind Momentaufnahmen (Stand: Januar 2026) und können sich jederzeit ändern.
Die neuen Assets und die dazu kommunizierten APYs:
| Kryptowährung | APY | ||
| Algorand | 1,50 % | ||
| Kusama | 9,00 % | ||
| Celestia | 3,00 % | ||
| Tron | 1,75 % | ||
| Core | 3,75 % | ||
| Toncoin | 2,25 % | ||
| Injective | 6,00 % | ||
| Tezos | 4,00 % |
| Kryptowährung | APY |
| Algorand | 1,50 % |
| Kusama | 9,00 % |
| Celestia | 3,00 % |
| Tron | 1,75 % |
| Core | 3,75 % |
| Toncoin | 2,25 % |
| Injective | 6,00 % |
| Tezos | 4,00 % |

Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.

| Kryptowährung | APY | ||
| Ethereum | 2,00 % | ||
| Cardano | 1,80 % | ||
| Solana | 4,50 % | ||
| Polygon | 1,75 % | ||
| Near Protocol | 3,00 % | ||
| Cosmos | 11,00 % | ||
| Polkadot | 6,50 % |
| Kryptowährung | APY |
| Ethereum | 2,00 % |
| Cardano | 1,80 % |
| Solana | 4,50 % |
| Polygon | 1,75 % |
| Near Protocol | 3,00 % |
| Cosmos | 11,00 % |
| Polkadot | 6,50 % |
Finst ist eine europäische Krypto-Plattform mit Sitz in Amsterdam. Laut eigener Darstellung ist Finst in den Niederlanden bei der Aufsicht registriert und legt den Fokus auf Sicherheits- und Transparenzmaßnahmen – unter anderem mit einem Proof of Reserves inklusive externer Prüfung sowie dem Hinweis, dass Kundengelder 1:1 gedeckt sein sollen.
Wenn du Finst insgesamt einordnen willst (Gebühren, Angebot, Sicherheit, Nutzererfahrung), findest du hier unseren ausführliche Review.
Bei Proof-of-Stake-Blockchains werden Transaktionen durch Validatoren bestätigt. Damit das Netzwerk sicher bleibt, werden Kryptowerte als „Stake“ gebunden; bei Fehlverhalten können je nach Protokoll Teile davon eingezogen werden (Slashing).
Die meisten Privatanleger betreiben keinen eigenen Validator, sondern nehmen über Pools oder Plattformen teil – das ist das, was das BMF als „(passives) Staking“ versteht: Bereitstellung eines Stakes ohne selbst an der Blockerstellung beteiligt zu sein (z. B. Plattform-Staking).
Sicherheit ist beim Staking zweigeteilt: erstens die Plattform- und Verwahrungssicherheit, zweitens die Staking-spezifischen Risiken auf Protokoll-Ebene (Slashing, Validator-/Netzwerk- und Smart-Contract-Risiken). Finst setzt auf institutionelle Verwahr- und Account-Sicherheitsmechanismen wie MPC-basierte Verwahrung über Fireblocks sowie Funktionen wie 2FA, Gerätekopplung, Verschlüsselung, Push-Benachrichtigungen und Auszahlungs-Beschränkungen, um typische Angriffsflächen (Account-Übernahme, unautorisierte Abhebungen) zu reduzieren.
Auf der Transparenzseite kommuniziert Finst einen Proof-of-Reserves-Ansatz mit externer Prüfung (Audit Now) und die Aussage, Kundengelder seien 1:1 gedeckt. Für Euro-Guthaben verweist Finst zudem auf getrennte Verwahrung bei einem Bankpartner (bunq) und eine Trennung von Unternehmens- und Kundengeldern.
Für das Staking selbst ist der zentrale Punkt: Finst positioniert das Angebot als On-Chain-Staking auf Proof-of-Stake-Netzwerken und grenzt es klar gegen „Earn/Lending“-Modelle ab (kein Verleihen der Kundencoins an Dritte). Das reduziert Gegenparteirisiken, ersetzt aber nicht das Protokollrisiko. Slashing bleibt bei PoS grundsätzlich möglich; Finst adressiert das mit einer (teilweisen) Absicherung: Im Risikohinweis wird beschrieben, dass mit technischen Drittparteien gearbeitet wird, die Slashing-Risiken mindern und in bestimmten Fällen eine Slashing-Versicherung bis zu festgelegten Beträgen bieten können – vollständig ausschließen lässt sich das Risiko dennoch nicht.
Regulatorisch gehört außerdem der Hinweis, dass der konkrete Staking-Service derzeit nicht unter MiCAR fällt und Schutzmechanismen regulierter Kryptodienstleistungen daher möglicherweise nicht greifen. Das ist kein Drama, aber ein sauberer Erwartungsanker: Staking ist ein Risikoprodukt, auch wenn der Anbieter als Unternehmen reguliert aufgestellt ist.

Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.

APY beim Staking ist keine feste Verzinsung wie beim Tagesgeld. Die Rendite entsteht aus den Mechanismen des jeweiligen Proof-of-Stake-Netzwerks (z. B. Emissionsrate, Gebühren im Netzwerk, Anzahl und Verhalten der Validatoren, Anteil des gestakten Gesamtbestands). Wenn sich diese Faktoren ändern, ändert sich auch die „ökonomische Basis“ der Rewards – manchmal schnell.
Ganz konkret formuliert Finst das selbst sehr deutlich: Rewards können „jederzeit ohne vorherige Ankündigung“ anhand von On-Chain-Erträgen angepasst werden, und es wird keine Reward-Höhe garantiert. Auch im Risikohinweis steht sinngemäß: Die aktuell geschätzten APYs können jederzeit geändert werden; nach Start kann die Ertragsrate sinken.
Laut Finst-Hilfecenter wird der angezeigte Staking-APY in Echtzeit aktualisiert. Rewards werden täglich berechnet und wöchentlich (montags) automatisch ausgezahlt; die Berechnung basiert dabei auf dem kleinsten gehaltenen Staking-Bestand des jeweiligen Tages (pro rata).
Der praktische Vorteil gegenüber vielen anderen Staking-Angeboten: Bei Finst ist Staking flexibel. Es gibt keine Sperrfrist (kein Lock-up) und keinen Mindestbetrag. Du kannst also jederzeit ein- und aussteigen, ohne dass deine Coins für Wochen gebunden sind – und selbst kleine Bestände können direkt mitstaken.
Rewards werden außerdem automatisch reinvestiert (Auto-Compounding), sodass der Zinseszinseffekt ohne Extra-Aufwand mitläuft.
Es gibt drei Risikoklassen, die man sauber trennen muss.
Erstens: Kursrisiko. Das ist der Elefant im Raum. Ein APY von 6% hilft dir nicht, wenn der Coin 30% fällt.
Zweitens: Protokoll- und Validator-Risiken. Slashing ist real: Netzwerke bestrafen Fehlverhalten; je nach System kann das auch Delegatoren betreffen. Beim Cosmos-Staking wird z. B. explizit darauf hingewiesen, dass delegierte ATOMs selbst während der Unbonding-Phase weiterhin Slashing-Risiko tragen können.
Drittens: Plattform-/Abwicklungsrisiko. Auch wenn on-chain gestakt wird, hängt die Nutzererfahrung (Auszahlung, Liquidität, interne Prozesse) an der Plattform.
Finst selbst schreibt zudem klar, dass Staking Verlustrisiken beinhaltet und dass der Staking-Service derzeit nicht unter MiCAR reguliert ist – das ist als Risiko- und Schutzmechanismen-Hinweis relevant.
„Slashing“ ist eine Protokollstrafe in Proof-of-Stake-Netzwerken: Bei Fehlverhalten oder technischen Problemen bei Validatoren kann ein Teil des Stakes gekürzt werden. Genau dieses Risiko wird auch in offiziellen deutschen Steuer-/Krypto-Guidance-Texten als Funktionsmerkmal von PoS beschrieben (bis hin zum Einziehen/Löschen des Stakes).
Finst arbeitet mit technischen Drittparteien, die Slashing-Risiken mindern und „in einigen Fällen eine Versicherung gegen Slashing-Strafen (bis zu bestimmten Beträgen)“ anbieten – das Risiko bleibt aber grundsätzlich bestehen und kann nicht vollständig ausgeschlossen werden
Das Wichtigste zuerst: In Deutschland sind Staking-Rewards im Privatvermögen in der Regel steuerpflichtig.
Das BMF ordnet Einnahmen aus „(passivem) Staking“ grundsätzlich als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG ein. Bewertet werden die erhaltenen Kryptowerte mit dem Marktkurs im Zeitpunkt der Vereinnahmung/Zufluss.
Für § 22 Nr. 3 gilt eine Freigrenze von 256 € pro Kalenderjahr: Liegen die sonstigen Einkünfte aus Leistungen unter 256 €, sind sie nicht steuerpflichtig; ab 256 € greift die Steuer grundsätzlich für den vollen Betrag (Freigrenze, nicht Freibetrag).
Wenn du später die als Rewards erhaltenen Coins verkaufst, kommt zusätzlich § 23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte) ins Spiel: Gewinne sind steuerfrei, wenn die Haltefrist (typischerweise 1 Jahr) überschritten ist. Zudem gilt eine Freigrenze von 1.000 € Gesamtgewinn pro Jahr aus privaten Veräußerungsgeschäften.
Ein Punkt, der viele beruhigt: Das BMF stellt außerdem klar, dass bei Currency/Payment Token die Verlängerung der Veräußerungsfrist auf zehn Jahre nicht zur Anwendung kommt.
Die Erweiterung um acht neue Staking-Coins ist für Finst-Nutzer ein echtes Upgrade: mehr Auswahl, mehr Diversifikation innerhalb eines „Hold-und-Reward“-Use-Cases. Ob es sich lohnt, entscheidet aber nicht die APY-Zahl im Banner, sondern dein Setup: Verstehst du, wie Rewards entstehen und schwanken? Akzeptierst du Slashing-/Protokollrisiken? Und hast du die Steuern (Zuflussbewertung, Freigrenzen, Haltefrist) im Griff? Wer das sauber aufsetzt, nutzt Staking als Zusatzrendite – ohne sich etwas vorzumachen.

Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.

Haftungsausschluss: Das Staking von Krypto-Assets ist mit Verlustrisiken verbunden. Der von Finst B.V. angebotene Staking-Service ist derzeit nicht gemäß MiCAR reguliert. Die Schutzmechanismen regulierter Krypto-Dienstleistungen gelten daher möglicherweise nicht.