Geldanlage

Bitcoin hat seit Ende 2024/Anfang 2025 eine Phase erlebt, die man in Krypto nicht romantisieren sollte: starke Dynamik nach oben, danach ein harter Rücksetzer. Wer sich erinnert: Ähnliche Muster gab es in früheren Zyklen auch – nur mit anderem Makro-Hintergrund.
Der Markt handelt nicht „Bitcoin-News“, sondern vor allem Liquidität und Zinsen. Das sieht man regelmäßig dann, wenn Hebelpositionen aus dem System gedrückt werden: Risikoassets fallen, Bitcoin fällt oft mit – und die Korrelation kann in Stressphasen höher sein, als es die „digitales Gold“-Erzählung vermuten lässt.

Die Erwartung für Zinssenkungen hat sich (je nach Zeitpunkt) immer wieder verschoben – mal „früher“, mal „später“. In der Marktlogik geht es dabei weniger um „ob“, sondern um wann und wie schnell.

Wenn man das „Krypto-Winter“-Wort benutzt, sollte man es sauber definieren: gemeint ist in der Regel die Phase nach einem starken Rücksetzer, in der Bitcoin seitwärts läuft und große Adressen eher akkumulieren als spekulieren.
Der Ansatz im spanischen Original ist pragmatisch: nicht raten, sondern auf historische Muster schauen. Dafür wird ein TradingView-Chart mit Fibonacci-Retracements genutzt und mit den letzten Zyklen verglichen.

Das Ziel ist nicht, einen exakten Tiefpunkt „zu treffen“, sondern einen plausiblen Wartekorridor abzuleiten. Dafür wird der aktuelle Zyklus mit den letzten beiden Zyklen verglichen und mit Fibonacci-Retracements gearbeitet (vereinfacht: Wie viel Prozent der vorherigen Aufwärtsbewegung werden typischerweise wieder abgegeben, bevor sich ein Boden ausbildet).
Aus den bisherigen Zyklen lassen sich drei robuste Verhaltensmuster ableiten, die als Rahmen dienen (keine Garantie, aber nützlich als Struktur):
Erstens: Die Dauer des „Krypto-Winters“ lag historisch meist bei 9–11 Monaten. Zweitens: Die stärkste Abwärtsphase trat typischerweise zur Zyklusmitte auf. Drittens: Der Tiefpunkt war selten ein einzelner Tag – häufig folgten rund zwei Monate Seitwärtsphase („Akkumulation“), bevor der Markt wieder einen stabileren Trend fand. Gleichzeitig waren die Retracements in neueren Zyklen tendenziell etwas weniger extrem als im Zyklus davor.
| 2012–2016 | ca. 0,95 | Sehr tiefer Rücklauf: fast die gesamte vorherige Bewegung wurde korrigiert. | |||
| 2016–2020 | ca. 0,90 | Weiterhin hart, aber weniger extrem als 2012–2016. | |||
| 2020–2024 | ca. 0,80 | Deutlich „milder“: der Markt dreht früher, bevor die Korrektur maximal wird. | |||
| 2024–2028 (aktuell) | erwartbar ca. 0,70 bis 0,65 | Hypothese: Bodenbildung unter 0,78, ggf. bis 0,65; als Referenz gilt oft die Zone um 0,618 (klassisches Fibonacci-Level). |
| Zyklus | Retracement im Winter | Interpretation |
|---|---|---|
| 2012–2016 | ca. 0,95 | Sehr tiefer Rücklauf: fast die gesamte vorherige Bewegung wurde korrigiert. |
| 2016–2020 | ca. 0,90 | Weiterhin hart, aber weniger extrem als 2012–2016. |
| 2020–2024 | ca. 0,80 | Deutlich „milder“: der Markt dreht früher, bevor die Korrektur maximal wird. |
| 2024–2028 (aktuell) | erwartbar ca. 0,70 bis 0,65 | Hypothese: Bodenbildung unter 0,78, ggf. bis 0,65; als Referenz gilt oft die Zone um 0,618 (klassisches Fibonacci-Level). |
Wenn der aktuelle Zyklus diese Muster grob respektiert, ergibt sich daraus eine konkrete Boden-Hypothese: ein seitliches Bodenfenster im Bereich 45.000–55.000 USD, zeitlich grob Ende Sommer bis Frühherbst (August–Oktober). Der Zeitanker ist Makro-Logik: Bis dahin dürfte ein möglicher Fed-Wechsel (falls er wie diskutiert kommt) bereits einige Monate „eingepreist“ sein – der Markt kann dann besser einschätzen, ob Zinssenkungen tatsächlich starten und wie streng die Bilanzpolitik ausfällt.
Wenn du nach diesem Szenario handeln willst, brauchst du vor allem zwei Dinge: saubere Regulierung/Sicherheitslogik und Kosten, die du verstehst. Für einen schnellen Überblick kannst du auch unseren Krypto-Broker-Vergleich nutzen
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| Exchange | Regulierung (EU) | Angebot |
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Wichtig für Deutschland, weil es viele unterschätzen: Bei Krypto-Börsen ist dein Setup in der Regel nicht steuereinfach. Was das praktisch bedeutet.
Die ehrliche Antwort aus dem Original ist: Jeder Zyklus sah im Rückblick wie die letzte günstige Gelegenheit aus – weil der nächste Boden meist höher lag als der vorige. 2015 war niedriger als 2019, 2019 niedriger als 2022; so entsteht die „letzte Chance“-Erzählung.
Der Punkt, der den nächsten Zyklus wirklich verändern kann, ist nicht Sentiment, sondern Struktur: Institutionelle Akteure (Fonds, ETFs, teils auch Staaten) erhöhen über die Jahre ihren Anteil. Und wenn große Player in Rücksetzern akkumulieren, wird das klassische Muster „Halving → Euphorie → tiefer Rücksetzer“ tendenziell weniger extrem.
Die Idee eines Bodenfensters 45.000–55.000 USD (August–Oktober) ist kein Kursziel, sondern ein Arbeitsrahmen: Sie hilft dir, nicht impulsiv zu kaufen, sondern mit Tranchen und klaren Regeln zu agieren. Wenn der Markt das Makro-Narrativ dreht (Zinsen/Liquidität), kann Bitcoin schon vorher stabilisieren – und wenn es risk-off bleibt, kann die Zone auch sauber durchschlagen. Entscheidend ist deshalb weniger „treffe ich den Tiefpunkt?“, sondern: Habe ich eine Positionsgröße, die ich auch bei -30% aushalte? und kaufe ich strukturiert statt emotional?
Wenn du für den Einstieg einen praktischeren Ansatz willst, ist ein gestaffeltes Vorgehen oft besser als eine Wette auf einen einzigen Preis: Sparplan als Basis + zusätzliche Käufe in deiner Zone. Wer das in Deutschland sauber umsetzen möchte, sollte neben Gebühren vor allem auf Regulierung, Auszahlbarkeit und Sicherheitsfeatures achten – und die Steuern von Anfang an sauber dokumentieren.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Kryptowährungen sind hoch volatil und können zu einem Totalverlust führen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bitte prüfe deine persönliche Situation und hole bei Bedarf unabhängige Beratung ein.
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