ETF
Die Ukraine steht seit 2022 im Fokus der Weltöffentlichkeit – und das nicht nur wegen geopolitischer Entwicklungen. Hinter den Schlagzeilen verbirgt sich eine junge, dynamische Volkswirtschaft, die mit enormem Potenzial für die Zukunft aufwartet. Für langfristig denkende Investoren stellt sich daher die Frage: Lohnt sich ein Investment in Ukraine-ETFs?
Viele Investoren warten darauf, „bis sich der Staub gelegt hat“. Doch wer einen langfristigen Anlagehorizont hat, weiß: Die interessantesten Chancen entstehen oft in Zeiten der Unsicherheit. Die Ukraine steht wirtschaftlich vor einer riesigen Aufgabe – aber auch vor einer Phase, in der mutige Kapitalgeber belohnt werden könnten.
Wichtige Faktoren für die Investmentstory Ukraine:
ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Fonds, die einen Index abbilden – in diesem Fall meist Indizes mit Fokus auf osteuropäische Märkte oder speziell auf ukrainische Unternehmen. Derzeit gibt es nur sehr wenige ETFs, die ausschließlich in ukrainische Aktien investieren. Die meisten enthalten ukrainische Titel als Teil eines breiteren Osteuropa- oder Schwellenländer-Portfolios.
Ein Beispiel ist der Freedom 100 Emerging Markets ETF, der in „wirtschaftlich freie“ Schwellenländer investiert – darunter auch die Ukraine. Außerdem gibt es verschiedene Frontier-Markets-ETFs, in denen ukrainische Aktien enthalten sind, z. B. aus den Bereichen Rohstoffe, Landwirtschaft oder Energie.
Trotz der aktuellen Herausforderungen bietet die ukrainische Wirtschaft bemerkenswerte Chancen:
Die Ukraine wird oft als „Kornkammer Europas“ bezeichnet – und das nicht ohne Grund. Das Land verfügt über einige der fruchtbarsten Böden weltweit (Schwarzerde), eine hochproduktive Landwirtschaft und starke Exportzahlen bei Weizen, Mais und Sonnenblumenöl. Mit wachsender weltweiter Nachfrage nach Lebensmitteln und Bioenergie könnte die Ukraine zur Schlüsselregion für Agrar-ETFs werden.
Weniger bekannt, aber umso spannender: Die Ukraine hat eine blühende IT- und Start-up-Szene. Firmen wie Grammarly, GitLab oder Reface stammen ursprünglich aus dem Land. Tausende hochqualifizierte Entwickler arbeiten in ukrainischen Tech-Hubs für westliche Firmen. In einem zukünftigen Wiederaufbau-Szenario könnte diese Branche ein zentraler Wachstumsmotor sein.
Die Ukraine liegt an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien – eine strategische Position, die sowohl für Logistik als auch für die Energieversorgung Europas zunehmend relevant wird. Infrastrukturprojekte und internationale Investitionen könnten nach dem Krieg stark an Fahrt gewinnen.
Die Erfahrungen aus der Geschichte zeigen: Post-Konflikt-Staaten haben oft eine Phase dynamischen Wachstums erlebt – besonders dann, wenn internationale Hilfe, Kapitalzuflüsse und Reformergeist zusammentreffen. Man denke etwa an Südkorea nach dem Krieg oder die westdeutsche Wirtschaft nach 1945.
Auch für die Ukraine könnten nach einem Wiederaufbaujahrzehnt erhebliche Chancen bestehen:
Wer frühzeitig in die richtigen Märkte investiert, könnte von diesem Transformationseffekt profitieren – ähnlich wie Investoren, die ab 1990 auf Polen oder die Tschechische Republik setzten.
Derzeit ist das Angebot begrenzt. Eine Auswahl relevanter Fonds mit Ukraine-Bezug:
Freedom 100 Emerging Markets ETF (FRDM) | Schwellenländer | ca. 1–3 % | 0,49 % | ||||
iShares MSCI Frontier and Select EM ETF | Frontier Markets | < 1 % | 0,79 % | ||||
VanEck Emerging Markets ETF | Schwellenländer | Ukraine indirekt über Agrar & Energie | 0,65 % | ||||
Future Ukraine Reconstruction ETF (potenziell ab 2025) | Geplant | Fokus | TBD |
ETF-Name | Region | Ukraine-Anteil | TER |
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Freedom 100 Emerging Markets ETF (FRDM) | Schwellenländer | ca. 1–3 % | 0,49 % |
iShares MSCI Frontier and Select EM ETF | Frontier Markets | < 1 % | 0,79 % |
VanEck Emerging Markets ETF | Schwellenländer | Ukraine indirekt über Agrar & Energie | 0,65 % |
Future Ukraine Reconstruction ETF (potenziell ab 2025) | Geplant | Fokus | TBD |
Tatsächlich gibt es Gerüchte, dass Fondsanbieter wie BlackRock, VanEck oder Franklin Templeton über speziell konzipierte ETFs für die Ukraine nach dem Krieg nachdenken. Diese könnten sich auf folgende Themen spezialisieren:
Ein solcher ETF wäre nicht nur wirtschaftlich spannend, sondern hätte auch symbolischen Charakter: ein Investment in Frieden, Wiederaufbau und Stabilität.
Ein Investment in oder rund um die Ukraine ist derzeit mit Unsicherheiten verbunden:
Doch wie bei allen Frontier- oder Emerging-Market-Investments gilt: Wo das Risiko höher ist, kann auch die Chance überdurchschnittlich sein.
Auch wenn es derzeit keine „Ukraine-only“-ETFs gibt, können Sie Ihr Portfolio vorsichtig positionieren:
Ukraine-ETFs stehen (noch) ganz am Anfang. Die aktuelle Marktlage ist fragil, doch genau in solchen Phasen legen viele Anleger das Fundament für zukünftige Gewinne. Wer jetzt die Märkte analysiert, Chancen erkennt und Geduld mitbringt, könnte von der wirtschaftlichen Erholung des Landes in den nächsten 5–15 Jahren profitieren.
Ein direkter Einstieg über ETFs ist aktuell nur begrenzt möglich – aber über Frontier-, Agrar-, oder Infrastruktur-ETFs lässt sich bereits heute ein Ukraine-bezogener Ansatz umsetzen. Und wer aktiv informiert bleibt, wird einer der ersten sein, wenn der erste Ukraine-Rebuild-ETF offiziell an den Start geht.