Trading Psychologie: Unemotional handeln wie die Profis  

Das Wichtigste in Kürze:

Beim Trading geht es nicht nur um das Verstehen des Finanzmarktes und der Charts, sondern auch um die Psychologie hinter deinen Handelsentscheidungen und denen der anderen.

Trading-Psychologie bezieht sich auf die Mentalität eines Traders während des Handels und wie Emotionen wie Angst und Gier die eigene Entscheidung beeinflussen können. Laut dem Experten Norman Welz ist die Angst der größte Feind des Traders und kann zu schwerwiegenden Fehlern führen.

Erklärung: Was ist Trading Psychologie?

Wie bereits erwähnt, geht es beim Trading auch viel um die Psychologie hinter deinen Handelsentscheidungen und den Handelsentscheidungen anderer. Angst, Frust und Gier können deine Trading Entscheidungen irrational machen und sie negativ beeinflussen.

Die Beibehaltung der richtigen Denkweise ist für einen erfolgreichen Trader einer der wichtigsten Faktoren. 

Norman Welz, ein bekannter Experte auf diesem Gebiet, betont, dass Angst der größte Feind des Traders ist und es daher entscheidend ist, dass du deine Emotionen zu kontrollieren lernst. Dadurch erreichst du es, rational zu handeln und im Endeffekt erfolgreicher zu traden.  

Andererseits haben diese psychologischen Effekte, von denen nicht nur du, sondern auch alle anderen menschlichen Marktteilnehmer wie beispielsweise andere Trader und Investoren beeinflusst werden, auch ein großer Einfluss auf den gesamten Markt. Dieses Prinzip nennt man Behavioral Finance. Eine genauere Definition hierfür liefern die Professoren und Experten der Universität Mannheim.

Dadurch geht es in der Trading Psychologie auch darum, Handlungen und Entscheidungen der anderen Trader zu antizipieren und sich in der eigenen Gegenreaktion darauf einzustellen. 

Das Prinzip von Angebot und Nachfrage, welches in der freien Marktwirtschaft den Preis einer Anlage bestimmt, ist eins der wichtigsten Entscheidungskriterien am Finanzmarkt und wird ebenfalls stark von der Trading Psychologie der Gesamtheit der Marktteilnehmer bestimmt. Mehr zur Preisbildung durch Angebot und Nachfrage erfährst du über die Bundeszentrale für politische Bildung.

Wie kann ich meine Trading Psychologie verbessern?

Trading-Psychologie ist entscheidend für deinen Erfolg als Trader. Es geht darum, wie deine Denkweise und Emotionen deine Handelsentscheidungen beeinflussen können. Ein tieferes Verständnis dieser Psychologie kann dir helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und deine Gewinne zu maximieren.

Um deine Trading-Psychologie zu verbessern, ist es wichtig, deine eigenen Emotionen und kognitiven Verzerrungen zu verstehen. Wenn du zum Beispiel dazu neigst, übermütig zu sein, könntest du Gefahr laufen, zu lange an einer verlierenden Position festzuhalten. Durch das Festlegen von Stop-Loss-Orders kannst du jedoch deine Verluste begrenzen und rationalere Entscheidungen treffen.

Indem du deine eigenen mentalen Fallstricke erkennst und aktiv dagegen vorgehst, kannst du deine eigene Trading-Psychologie verbessern und deine Chancen auf Erfolg am Finanzmarkt erhöhen.

Im Folgenden präsentieren wir dir einige Hauptaspekte der Trading Psychologie.   

Trading Ängste

Trading-Ängste können sich stark auf deine Handelsentscheidungen auswirken und sogar zu Verlusten führen. Die Angst davor, falsch zu liegen und Geld zu verlieren, kann dazu führen, dass du zögerst, Trades einzugehen oder unvernünftige Risiken eingehst, um Verluste auszugleichen.

Außerdem kann die Angst, eine wichtige Kursbewegung zu verpassen, dazu führen, dass du zu früh oder zu spät in einen Trade einsteigst, was deine Gewinnchancen beeinträchtigen kann.

Auch die Angst davor, erzielte Gewinne wieder zu verlieren, kann dazu führen, dass du Gewinne zu früh mitnimmst und das Chance-Risiko-Verhältnis beeinträchtigst. Es ist wichtig, diese Ängste zu erkennen und konstruktiv damit umzugehen, um erfolgreich zu traden. 

Trading Fehler

Trading-Fehler sind normal und passieren jedem einmal. Natürlich können sie deine Erfolgsaussichten beeinträchtigen, aber du kannst sie durch rationalere Entscheidungen minimieren. Einer der häufigsten Fehler ist impulsives Handeln aufgrund von Emotionen wie Gier oder Angst.

Durch die Beherrschung deiner Emotionen und das Festhalten an einem gut durchdachten Handelsplan kannst du impulsives Handeln vermeiden.

Ein weiterer Fehler ist das Ignorieren von Risikomanagementprinzipien wie das Setzen von Stop-Loss-Orders. Indem du konsequent deine eigenen Risikomanagementregeln und Entscheidungsregeln definierst befolgst, kannst du größere Verluste vermeiden.

Es ist auch wichtig, nicht zu viele Trades gleichzeitig einzugehen oder sich zu stark auf einzelne Trades zu konzentrieren, da dies zu Überhandels oder übermäßigem Risiko führen kann. Stattdessen solltest du deine Trades sorgfältig auswählen und nur diejenigen eingehen, die deinem Handelsplan entsprechen und ein positives Chance-Risiko-Verhältnis bieten.

Durch die Vermeidung dieser gängigen Fehler und die Fokussierung auf rationale Entscheidungen kannst du deine Erfolgschancen beim Trading erhöhen.

 

Behavioral Finance

Laut den Finanzexperten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), dreht sich im Bereich Behavioral Finance,  auch Verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie genannt,  alles um die Psychologie der Anleger und ihre typischen Verhaltensweisen beim Handeln.

Dabei wird untersucht, wie Anlageentscheidungen tatsächlich getroffen werden und welche wiederkehrenden Fehler dabei gemacht werden. Anders als die traditionelle Annahme, dass Anleger stets rational und effizient handeln, besagt die Behavioral Finance Theorie, dass Anleger in der Realität häufig irrational agieren.

Diese Theorie zweifelt daran, dass alle verfügbaren Informationen bereits in den Kursen eingepreist sind. Die Erkenntnisse aus der Behavioral Finance können dazu beitragen, das Verhalten der Marktteilnehmer besser zu verstehen und somit die Fehler bei eigenen Anlageentscheidungen zu minimieren.

Diese Forschungsrichtung hat ihren Ursprung in den USA der 1980er Jahre und gewinnt auch in Europa zunehmend an Bedeutung. Es gibt sogar Fonds, die nach den Grundsätzen der Behavioral Finance-Theorie agieren.

Was bedeutet kognitive Verzerrungen beim Traden?

Beim Trading können kognitive Verzerrungen auftreten, die deine Entscheidungsfindung beeinflussen. Diese Verzerrungen sind eine Art vorbestimmte persönliche Neigung für oder gegen etwas, auch genannt Trader Bias.

Wenn du anfällig für kognitive Verzerrungen bist, könnten deine Entscheidungen beim Handeln beeinträchtigt sein, da du dich eher auf Bauchgefühl als auf fundierte Analysen verlässt.

Was sind die Arten der kognitiven Verzerrung?

Laut Experten der Finanzpsychologie gibt es verschiedene Arten kognitiver Verzerrungen, die sich auf das Trading auswirken können.

Eine davon ist die repräsentative Verzerrung, bei der du dich an frühere erfolgreiche Trades klammerst und versuchst, sie zu kopieren, ohne eine angemessene Analyse durchzuführen.

Eine andere ist die negative Verzerrung, bei der du nur die negativen Aspekte eines Trades betrachtest und möglicherweise eine profitable Strategie aufgibst, weil du nur die Verluste siehst.

Die Status-quo-Verzerrung führt dazu, dass du an alten Strategien festhältst, anstatt neue Ansätze auszuprobieren.

Die Bestätigungs-Verzerrung tritt auf, wenn du nur nach Informationen suchst, die deine bereits gefassten Überzeugungen bestätigen, und die Spielerfehlschluss-Verzerrung führt dich dazu zu glauben, dass ein steigender Vermögenswert weiter steigen wird, basierend auf vergangenen Erfolgen.

Laut Experten ist es sehr wichtig, diese Verzerrungen zu erkennen und aktiv dagegen anzugehen, um eine rationalere Herangehensweise als Trader an den Markt zu entwickeln.

Norman Welz: „Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis“

Seit dem Jahr 2012 ist, wenn es um das Thema Trading Psychologie geht, ein Name in aller Munde: Norman Welz.

Der angesehene Finanzpsychologe und Autor des Buches „Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis: Spitzenperformance mit Mentaltraining“ bietet einen tiefen Einblick in die Welt der Trading-Psychologie. In seinem Buch erklärt er, wie du durch Mentaltraining eine optimale Trading-Psychologie entwickeln kannst, um emotionale Entscheidungen zu minimieren und deine Performance zu maximieren.

Mit sieben praktischen Tipps für unemotionale, rationale Trades zeigt Welz auf, wie du die psychologischen Fallstricke des Tradings überwinden und erfolgreich am Finanzmarkt traden kannst. Diese Schritte erklären wir dir im Folgenden.

Sieben Schritte und Tipps zum unemotionalen Trading

Wie bereits besprochen, gehen die folgenden Tipps zur Verbesserung deiner Trading Psychologie auf Finanzpsychologe Norman Welz zurück. Wir erklären sie dir Schritt für Schritt.

1. Eigene Persönlichkeit und Merkmale

Um deine Trading-Psychologie zu verbessern, ist es wichtig, deine eigenen Persönlichkeitsmerkmale zu identifizieren. Sei ehrlich zu dir selbst und erkenne, ob du beispielsweise dazu neigst, impulsiv zu handeln oder deine Entscheidungen von Ärger und Frustration leiten zu lassen. Diese Eigenschaften können zu überhasteten und unklugen Entscheidungen führen. Andererseits solltest du auch deine Stärken erkennen und diese gezielt einsetzen, um von deiner persönlichen Art zu profitieren.

2. Eigener Handelsplan und Trading Strategie

Entwickle einen klaren Handelsplan und halte dich strikt daran. Dein Handelsplan dient als Leitfaden für deine Trading-Aktivitäten und hilft dir, deine Ziele zu erreichen. Lege darin fest, wie viel Zeit du dem Trading widmest, wie viel Kapital du pro Trade einsetzen möchtest und welche Strategie du verfolgst. Ein solider Handelsplan hilft dir, Verluste zu minimieren und emotionale Entscheidungen zu reduzieren.

3. Geduld beim Handeln

Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Traders. Bleibe ruhig und geduldig, auch wenn sich der Markt unvorhersehbar verhält. Vertraue deiner Analyse und warte auf den richtigen Zeitpunkt, um in einen Trade einzusteigen oder auszusteigen. Überstürzte Entscheidungen aufgrund von Emotionen können zu Verlusten führen.

4. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Sei flexibel und passe dich den sich ändernden Marktbedingungen an. Kein Handelstag gleicht dem anderen, daher ist es wichtig, sich an neue Situationen anzupassen. Erkenne verschiedene Markttrends und reagiere entsprechend, um deine Trading-Strategie anzupassen. Flexibilität hilft dir, dich den Marktbedingungen anzupassen und emotionale Entscheidungen zu vermeiden.

5. Pause nach Trading Verlusten

Nach einem Verlust ist es wichtig, eine Pause einzulegen und deine Gedanken neu zu ordnen. Nutze die Zeit, um zu analysieren, was schiefgelaufen ist, und lerne aus deinen Fehlern. Vermeide es, direkt nach einem Verlust wieder in den Markt einzusteigen, um die Verluste wieder reinzuholen. Eine Abkühlungsphase ermöglicht es dir, deine Emotionen unter Kontrolle zu halten und eine klare Perspektive zu bewahren.

6. Annehmen von Gewinnen

Auch nach einem hohen Gewinn ist es ratsam, eine Pause einzulegen und zu reflektieren. Vermeide es, dich von deinen Gewinnen mitreißen zu lassen und übermütig zu werden. Akzeptiere deine Gewinne und sei zufrieden mit deinen Erfolgen, aber bleibe besonnen und behalte deine langfristigen Ziele im Auge.

7. Trading Journal und Trading Protokoll

Führe ein Trading-Protokoll, um deine Trades und die damit verbundenen Emotionen festzuhalten. Ein Trading-Protokoll oder ein ausführlicheres Trading Journal ermöglicht es dir, deine Entscheidungen zu überprüfen und aus deinen Erfahrungen zu lernen. Willst du Schritt für Schritt lernen, wie du ein Trading Journal anfertigst und wozu das gut ist, lies‘ gerne unsere Anleitung dazu.

Notiere dir stets deine Gedanken und Gefühle während eines Trades sowie danach die Ergebnisse. Dadurch erhältst du einen Einblick in deine Trading-Psychologie und kannst deine Strategie entsprechend anpassen.

Zusammenfassung

Insgesamt ist die Trading-Psychologie ein entscheidender Faktor für den Erfolg im Trading. Durch das Verständnis der eigenen Persönlichkeitsmerkmale, die Entwicklung eines klaren Handelsplans und die Beherrschung von Geduld und Flexibilität kannst du deine Trading-Psychologie verbessern und bessere Entscheidungen treffen.

Es ist wichtig, Emotionen wie Angst, Gier und Übermut zu kontrollieren und rational zu handeln. Durch das Führen eines Trading-Protokolls kannst du deine Fortschritte verfolgen und aus deinen Erfahrungen lernen.

Letztendlich ist eine disziplinierte und emotionslose, rationale Herangehensweise ein wichtiger Faktor zum langfristigen Erfolg beim Trading.

Quellenverzeichnis

1. Bundeszentrale für politische Bildung. (2016). Preisbildung (freie Preisbildung). Abrufbar unter: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20309/preisbildung/   

2. FAZ (2001). BEHAVIORAL FINANCE Definition. Abrufbar unter: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/behavioral-finance-definition-112055.html  

3. Lund, B. (2024). Common trading biases and how to overcome them. Britannica. Abrufbar unter: https://www.britannica.com/money/behavioral-biases-in-finance  

4. Roetzel, P. (2015). Kognitive Verzerrungen bei der Wahrnehmung von Risiken. In: Controlling, 27 (6), 320–322. Abrufbar unter: https://doi.org/10.15358/0935-0381-2015-6-320  

5. Welz, N. (2012). Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis: Spitzenperformance mit Mentaltraining. Osiander. Abrufbar unter: https://www.osiander.de/shop/home/artikeldetails/A1023232622  

6. Weber, M. (2024). FIN 620 Behavioral Finance. Vorlesungsskript. Universität Mannheim. Abrufbar unter: https://www.bwl.uni-mannheim.de/weber/lehre/fin-620-behavioral-finance  

7. Wikipedia. (2017). Verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie. Abrufbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Verhaltensorientierte_Finanzmarkttheorie   8. BetterMind (2024). Norman Welz – Mein Lebensweg. Abrufbar unter: https://bettermind.de/vita


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